Beflügelt von der Einführung wichtiger neuer Flugzeuge, der starken Nachfrage im Niedrigpreis-Segment und dem rasanten Wachstum der Luftfahrt in Asien bestellen Airlines heute mehr Verkehrsflugzeuge als je zuvor. Dabei unterstützt der hohe Ölpreis die Nachfrage nach verbrauchseffizienten Maschinen.

ATR 72 (Foto)
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ATR 72

2005 verbuchten die zwei weltweit führenden Hersteller insgesamt 2.140 Neuaufträge über Flugzeuge mit 100 oder mehr Sitzen. Damit übertrafen sie den Rekord aus dem Jahr 1989 (1.528) sowie das Konjunktur-Hoch von 2000 (1.138), nachdem erst 2003 mit 524 Aufträgen ein Tiefststand zu verzeichnen war. Aufwärts geht es auch auf anderen für die EADS interessanten kommerziellen Märkten, wie zum Beispiel bei den zivilen Hubschraubern: Hier stiegen die Auslieferungen weltweit um 15 Prozent nach Stückzahlen, wertmäßig sogar um 30 Prozent.

Im Berichtsjahr kamen mehrere Flugzeuge der neuen Generation auf den Markt, deren Hersteller auf Verbundwerkstoff- und andere Technologien setzen, um den Treibstoffverbrauch zu reduzieren, den Komfort zu steigern und gleichzeitig die Wartungskosten zu senken. So sind moderne Flugzeuge, je nach Modell und Einsatzzweck, um 40 bis 55 Prozent verbrauchseffizienter als ältere Maschinen. Laut der Air Transport Association hat sich die Verbrauchseffizienz bei den US-Airlines seit 1971 verdreifacht. Und die Maschinen der neuen Generation sind noch um einiges sparsamer.


Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtaufwendungen
der Airlines (in %)
Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtaufwendungen der Airlines (in %) (Liniendiagramm)

Mit US$ 1,70 je Gallone entfallen nahezu 25 Prozent der
Gesamtausgaben von Airlines auf Treibstoff
Quelle: GlossarICAO

Die Erholung bei den Fluggastzahlen lässt die Umsätze steigen, doch die Treibstoffpreise und die primär durch das Geschäftsmodell der Billigflieger bedingte Wettbewerbsverschärfung zehren diesen Effekt unerbittlich wieder auf. Der Anstieg des Ölpreises wird von der Preisentwicklung beim Turbinentreibstoff noch übertroffen: Während dieser 2002 noch etwa US$ 30 kostete, lag sein Durchschnittspreis 2005 bereits bei rund US$ 60 – und dürfte auch nicht mehr nennenswert absinken. Die Airlines reagieren darauf mit Personal- und Gewichtseinsparungen, etwa durch den Verzicht auf Bordtelefone, Küchenausstattung und unnötige Wasservorräte. Zudem wird präziser navigiert. Im Kurzstreckensegment fördern die Treibstoffpreise den Absatz-Boom bei Turboprops, die verbrauchseffizienter sind und weniger Kohlendioxid ausstoßen.

Die Rentabilität der Fluggesellschaften ist weltweit sehr unterschiedlich. Der internationale Luftverkehrsverband GlossarIATA schätzt die Verluste der Fluggesellschaften für 2005 auf insgesamt US$ 6 Milliarden, der Großteil davon entfiel auf die USA. Drei US-Airlines haben GlossarChapter-11-Insolvenzverfahren beantragt und strukturieren ihr Geschäft neu. Die traditionellen Airlines der USA leiden unter hohen Lohn- und Sozialkosten. Erstere wurden zwar erfolgreich gesenkt, jedoch machen die hohen Treibstoffpreise diese Einsparungen wieder zunichte.



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