von € 1 = US$ 1,24 im Jahr 2005
Quelle: ASD-Eurospace
Verteidigung:
Innerhalb Europas wird mit einem erheblichen Anstieg der Beschaffungsinvestitionen in Militärsatelliten gerechnet. Ursache hierfür sind die Verteidigungsausgaben für sichere Fernmeldesysteme, Frühwarnsysteme, Aufklärung und Navigation. Derzeit belaufen sich die entsprechenden nationalen Etats auf insgesamt € 1 Milliarde pro Jahr. Das offiziell mit rund US$ 17 Milliarden angegebene US-Budget für militärische Weltraumanwendungen bleibt das mit Abstand größte weltweit. Ausländische Unternehmen, die Zugang zu diesem Markt wünschen, sind auf Partnerschaften mit US-Verteidigungsunternehmen angewiesen.
Der Grund für die Nachfrage nach sicherer Telekommunikationstechnik ist die verstärkte Verlegung von Streitkräften zu weltweiten Einsätzen. Anstatt Ausrüstung zu erwerben, schließen zahlreiche Verteidigungsministerien Verträge nach dem
PPP-Modell (Public Private Partnership), bei dem der Anbieter den Satelliten herstellt, dessen Eigentümer bleibt und für die Dienstleistung seiner Bereitstellung bezahlt wird. Dies hat den Vorteil, dass den Verteidigungsministerien ein höherer Gegenwert geboten wird und der Betreiber überschüssige Satelliten-Kapazitäten oftmals an Drittkunden veräußern kann.
Institutioneller und gewerblicher Zivilmarkt:
Nachdem der Markt für Telekommunikationssatelliten zu Beginn dieses Jahrzehnts einbrach, ist die Nachfrage heute stabil. Die Branche rechnet kurzfristig mit einem durchschnittlichen Auftragseingang über 18 bis 20 kommerzielle Satelliten pro Jahr. 2005 wurden 19 Satelliten bestellt.
Zwischenzeitlich führte die Ministerratssitzung der europäischen Weltraumorganisation
ESA am 5. und 6. Dezember 2005 in Berlin für die Industrie zum Erfolg: Der Rat bestätigte das ESA-Raumfahrtbudget in Höhe von € 8,26 Milliarden für die Jahre 2006 bis 2010 und verabschiedete einstimmig eine Reihe vorteilhafter Beschlüsse. Nun besteht Gewissheit über den Fortbestand laufender institutioneller Zivilprogramme.
Parallel dazu fällte der ESA-Ministerrat einen Beschluss, der die Länder Europas ermutigen soll, für Satellitenstarts europäische Trägersysteme zu nutzen – so, wie es in den USA, China und Russland gang und gäbe ist. Zudem bewilligten die Minister eine Erhöhung des
ESA-Etats für Forschungsprogramme um jährlich 2,5 Prozent über fünf Jahre.


