„Wir wollen den Umweltschutz in unsere Unternehmenskultur einbringen“
Interview mit Philippe de Saint Aulaire, Leiter des Umweltreferats von Airbus
Die A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Ist sie auch der größte Umweltverschmutzer?
Nein, ganz im Gegenteil: Die A380 wird beim Eintritt in den Liniendienst das nach Kohlendioxid-Emissionen umweltschonendste Flugzeug auf dem Markt sein. Auf 100 Kilometer verbraucht es weniger als drei Liter Treibstoff pro Passagier. Bei einem durchschnittlichen europäischen Auto sind es bei durchschnittlicher Auslastung heute über fünf Liter pro Person.
In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Treibstoffverbrauch in der Luftfahrt um die Hälfte verringert. Zudem hat das Beratungsgremium für Luftfahrtforschung in Europa (ACARE) das überaus hoch gesteckte Ziel formuliert, die Verbrauchswerte bis 2020 erneut zu halbieren. Wir untersuchen derzeit, wie dies zu schaffen sein könnte, und überdenken hierzu die Konstruktion des Flugzeugs sowie die Abläufe bei seinem Betrieb.
Was machen Sie mit Flugzeugen am Ende des Produktlebenszyklus?
Die Lebensdauer der ersten Airbus-Flugzeuge neigt sich heute dem Ende zu, und so werden unsere Kunden sie wohl bald entsorgen müssen. Derzeit bereiten wir bei Airbus die Einlagerung und Demontage von Verkehrsflugzeugen nach umweltschonenden, sicheren und wirtschaftlichen Verfahren vor.
Welche Bedeutung hat das Ziel von Airbus, bis Ende 2006 die Zertifizierung seiner Standorte und Erzeugnisse nach ISO 14001 zu erwirken?
Wir wollen den Umweltschutz in unsere Unternehmenskultur einbringen. Mit Hilfe des
Umweltmanagement-Systems nach ISO 14001 werden wir sicherstellen, dass Umweltfragen bei Airbus durchgehend Beachtung finden, und unsere Fortschritte in diesem Bestreben messbar machen.
Kann umweltfreundliches Verhalten Wettbewerbsvorteile bringen?
Mit steigendem Druck von allen beteiligten Seiten wird das Thema Umwelt für die Airlines zu einem konkreten Anspruch. Es ist sogar vorstellbar, dass Passagiere ihre Fluggesellschaften künftig danach aussuchen, wie umweltfreundlich deren Maschinen sind. Kurz: Ja, die Umwelt ist auf dem besten Wege, ein relevanter Wettbewerbsfaktor zu werden.

