Überblick
Eine der fundamentalen Managementaufgaben ist es, eine positive interne Kontroll („IC“)- und Risikomanagement („RM“)-Umgebung bei EADS zu etablieren, die mit den Best Practices der
Corporate Governance der Unternehmen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Spanien im Einklang steht. Unter Berücksichtigung dessen, dass die vielgestaltigen Neuentwicklungen in Bezug auf die Rechtssysteme und -vorschriften, die für EADS relevant sind, ein strategisches Herangehen an IC und RM erfordern, hat EADS Anfang 2004 ein IC/RM-Projekt gestartet. Das Projekt wird von der EADS-Finanzabteilung koordiniert und von anderen Bereichen der Zentrale und von externen Beratern begleitet. Mit diesem Projekt ist beabsichtigt:
- sicherzustellen, dass die aktuellen und künftigen Vorschriften durch den Konzern eingehalten werden;
- Schwachpunkte in den bestehenden IC- und RM-Verfahren des Konzerns zu identifizieren und hierfür Verbesserungen vorzuschlagen;
- EADS in die Lage zu versetzen, die Geschäftsabläufe zu managen und das Risikomanagement innerhalb des Konzerns zu optimieren.
Leistungen des Jahres 2005
Ausgehend von den Ergebnissen der umfangreichen IC- und RM-Prüfung und des 2004 begonnenen Evaluierungsprozesses hat EADS 2005 den Stand der Implementierung und die Qualität des konzernweiten IC- und RM-System kritisch gewürdigt. Es wurde eine unabhängige Prüfung durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Wirksamkeit des IC- und RM-Systems gegeben ist. Außerdem wurden Qualitäts- und Leistungsverbesserungen erzielt.
Um die Qualität des IC- und RM-Systems noch weiter zu verbessern, wurde eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt. Spezielle Trainings, nach dem Prinzip „Train the Trainer” wurden durchgeführt, um die IC-Koordinatoren zu schulen, die, in einem zweiten Schritt, ihr Wissen auf die Prozessverantwortlichen der Geschäftseinheiten und der Zentrale weitergeben sollen. Zusätzlich haben „Lessons Learned“ Workshops unter Verwendung der unabhängigen Prüfungsinformationen stattgefunden. In diesen Workshops wurde den Prozessverantwortlichen und Koordinatoren eine Informationsplattform über die unabhängigen Prüfungsergebnisse in anderen Geschäftsbereichen zur Verfügung gestellt und ein Austausch der einzelnen Erfahrungen ermöglicht. Die Informationen aus dem Training und dem „Lessons Learned“ Workshop dienten dem weiteren Coaching und der Unterstützung der Prozessverantwortlichen, um den hohen Qualitätsstandard der jährlich stattfindenden Selbstbewertung zu sichern. Die Selbstbewertung und die unabhängigen Prüfungsergebnisse waren im Wesentlichen Gegenstand der Diskussionen des EADS-Topmanagements. Auf der Basis des Bottom-up-Prinzips berichten die Leiter der Geschäftsbereiche den Chief Executive Officers („CEOs“) und den Chief Financial Officers („CFO“) der entsprechenden Geschäftsbereiche (Airbus, DS, MTA, Eurocopter, Space) den Status Quo ihres IC- und RM-Systems. Letztgenannte berichteten wiederum an die CEOs der EADS und an den CFO von EADS.
Außerdem wurde zwecks Leistungsoptimierung im Bereich der Kontrollbewertung das „Schlüsselkontrollprinzip“ entwickelt. Die „Schlüsselkontrolle“ ist eine kritische Kontrolle, die für spezielle Kontrollzwecke, bei denen es um die Absicherung eines Risikos geht, angewandt wird. Schlüsselkontrollen kommen in Bereichen vor wie Genehmigungskontrolle, Reklamationsberichte, Konfigurationskontrolle, Ausgliederung von Aufgaben, Systemzugang, Verarbeitungskontrolle, Hauptleistungsindikatoren, Managementprüfungen und Abstimmungen.
Weiter unten im Text befindet sich eine Beschreibung der integrierten, konzernweiten IC- und RM-Systeme, in denen die Entwicklungen des Jahres 2005 enthalten sind.
Beschränkungen
Die IC- und RM-Systeme können noch so gut konzipiert sein, sie haben dennoch inhärente Beschränkungen, d.h. die eingeführten Kontrollen könnten umgangen oder vom Management übergangen werden. Aus diesem Grund besteht keine absolute Sicherheit, dass die IC-und RM-Verfahren von EADS trotz aller Sorgfalt und Anstrengung vollkommen effektiv sind.
Interaktion mit dem Managementprozess von EADS
Das Board of Directors trägt die Gesamtverantwortung für die IC- und RM-Umgebung des Konzerns. Die CEOs und der CFO von EADS sind dafür verantwortlich, dass die Umsetzung der IC- und RM-Verfahren im gesamten Konzern sichergestellt wird. Außerdem beaufsichtigt das Audit Committee konzernweit die Funktionsweise der IC- und RM-Verfahren.
Die Delegation der unternehmerischen Verantwortung und Befugnisse an die operativen Einheiten ist ein allgemeines Managementprinzip von EADS. Infolgedessen werden die IC-und RM-Funktionen des Tagesgeschäfts an die EADS- Geschäftsbereiche und ihre jeweiligen Geschäftseinheiten delegiert, deren Management für die Anwendung und Überwachung der IC- und RM-Systeme verantwortlich ist.
Dieses Subsidiaritätsprinzip umfasst eine klare Trennung der Zuständigkeiten der Zentrale und der Geschäftsbereiche bzw. der Geschäftseinheiten von EADS. Die EADS-Zentrale bestimmt die allgemeinen strategischen und betrieblichen Ziele des Konzerns und hat die Gesamtverantwortung für die EADS-Führung. Die Geschäftsbereiche und -einheiten behalten ihre Verantwortung für alle geschäftlichen Angelegenheiten und Aktivitäten in ihrer Zuständigkeit und unterliegen einer Revision.
