Die Kursentwicklung der EADS-Aktie verlief 2006 sehr wechselhaft, vor allem im zweiten Quartal lag dies hauptsächlich an Hedgefonds-Transaktionen. Spekulationsgeschäfte führten dazu, dass das durchschnittliche Handelsvolumen mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Jahr 2005. Nach drei Jahren im Steigflug musste die EADS-Aktie 2006 Kurseinbußen um insgesamt 18 Prozent hinnehmen; im Vergleich mit allen Werten der Börsenindizes CAC 40 und MDAX schnitt sie am schlechtesten ab.

Ende März 2006 erreichte der Kurs mit € 35,42 ein neues Allzeithoch. Unterstützend wirkten die gute Auftragslage, die hervorragende Performance im Jahr 2005 und der zum damaligen Zeitpunkt positive Ausblick.


Börsenpreisentwicklung bis 31. Dezember 2006 (Schlusskurs)

Börsenpreisentwicklung bis 31. Dezember 2006 (Schlusskurs) (Liniendiagramm)

Vertrauenskrise

Anfang April kündigten DaimlerChrysler und Lagardère an, ihre Anteile an der EADS um jeweils 7,5 Prozent des Aktienkapitals zu verringern. Angebot und Nachfrage gerieten hierdurch vorübergehend aus dem Gleichgewicht, der Streubesitzanteil nahm zu. Fast gleichzeitig kündigte BAE Systems an, seinen 20-Prozent-Anteil an Airbus veräußern zu wollen; die Märkte zeigten sich verunsichert.

Die Verwirrung unter den Investoren wurde noch verstärkt durch die Partnerschaft von Thales und Alcatel Space sowie durch negative Kundenäußerungen zur A350 und zu den Betriebskosten der A340. In der Folge gab der Aktienkurs in den Monaten April und Mai um rund 20 Prozent nach, und selbst das gute Ergebnis im ersten Quartal konnte die Unsicherheit der Märkte nicht vertreiben.

Am 13. Juni wurden plötzlich Lieferverzögerungen bei der A380 angekündigt. Tags darauf stürzte der Kurs der EADS-Aktie um über 30 Prozent ab. Das Handelsvolumen lag bei 68,5 Millionen Aktien – acht Prozent der EADS-Anteile wechselten an diesem Tag ihren Eigentümer.

Stabilisierung

Nach Veränderungen in der Unternehmensführung – unter anderem der Ernennung von Louis Gallois und Christian Streiff – sowie der Ankündigung der neuen A350XWB begann sich die Situation ab Juli wieder zu beruhigen. Dies änderte jedoch nichts an den Vorbehalten der Investoren gegenüber den Finanzprognosen der EADS. Der Kurs stagnierte bei € 22 bis € 23.

Im Laufe der Sommermonate fachte der unerwartete Erwerb von 5,4 Prozent des Aktienkapitals durch die russische Staatsbank Wneschtorgbank den spekulativen Handel weiter an.

Trotz der Ankündigung weiterer Verschiebungen bei der A380 und des Aufsetzens des GlossarPower8-Programms Anfang Oktober – im Anschluss an eine sorgfältige Bestandsaufnahme – verbesserte sich die Situation. Die veränderte Managementstruktur, die Bekanntgabe der Ergebnisse des A400M-Audits Anfang Dezember sowie der Programmstart zur A350XWB konnten nach und nach die Bedenken einiger Anleger zerstreuen.

Der anhaltende Auftragseingang bei Airbus wirkte schließlich beruhigend. Neue Investoren zeigten Interesse an der EADS-Aktie und ihren langfristigen Kursaussichten, kauften Anteile und stabilisierten den Kurs. Sie füllten so die Lücke, die jene Investoren hinterlassen hatten, die an schnellem Wachstum und kurzfristiger Performance interessiert sind. Im Dezember stieg der Aktienkurs um mehr als 15 Prozent auf € 26.

Profil

ISIN-Kennung: NL0000235190
Ausgegebene Aktien zum 31. Dezember 2006: 815.931.524
Ausgabekurs am 10. Juli 2000: € 19 für institutionelle Investoren, € 18 für Privatanleger
Höchststand 2006 an der Pariser Börse: € 35,42 am 27. März
Tiefststand 2006 an der Pariser Börse: € 16,75 am 14. Juni

Weitere Informationen

 

Aktionärsstruktur zum 31. März 2007

*)

Am 4. April 2006 haben DaimlerChrysler und Lagardère SCA angekündigt, in aufeinander abgestimmten Schritten jeweils einen 7,5-Prozent-Anteil an der EADS abzugeben.

**)

Lagardère SCA hat am 6. Februar 2006 Mandatory Exchangeable Bonds ausgegeben. Die Anzahl der bei Fälligkeit des Bonds frei werdenden EADS-Aktien entspricht bis zu 7,5 Prozent des EADS-Kapitals. Nach Abschluss dieser Transaktion im Jahr 2009 werden die EADS-Anteile von SOGEADE und von DaimlerChrysler im Gleichgewicht sein.

***)

Unabhängig von den Bewegungen im Jahr 2006 hat DaimlerChrysler am 9. Februar 2007 eine Vereinbarung mit einem Konsortium aus privaten und öffentlichen Investoren getroffen. DaimlerChrysler wird die wirtschaftlichen Rechte eines 7,5-Prozent-Anteils an der EADS abtreten, jedoch ohne dass eine Veränderung der Stimmrechte entsteht.