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Für die zivile Luftfahrt war 2006 erneut ein starkes Jahr, nur übertroffen vom Rekordjahr 2005. Die Fluggesellschaften bestellten insgesamt 1.8821 Flugzeuge; das ist mehr als die meisten Experten erwartet hatten. Weltweit erreichte der Auftragsbestand mit 4.988 Flugzeugen einen neuen Rekordwert. Sowohl Airbus als auch Boeing erhöhen derzeit ihre Produktionsraten.

Das Verkehrsaufkommen stieg kräftig an, im Linienverkehr betrug das Wachstum 5 Prozent.2 Seit 2000 hat der Luftverkehr damit um rund 30 Prozent zugenommen. Gründe dafür sind das anhaltende Wirtschaftswachstum (2006 rund 3,9 Prozent), der Boom der Niedrigpreis-Airlines und eine verstärkte Liberalisierung des Marktes.

Vor allem in Entwicklungsländern erlebt die Luftfahrtbranche heute einen Wandel, sowohl die Anzahl der Flugzeuge als auch die Bandbreite der dazugehörigen Dienstleistungen nehmen zu. Prosperierende Länder wie China und Indien – allein 2006 stieg ihr Bruttoinlandsprodukt (GlossarBIP) um rund 10 bzw. rund 8 Prozent – verzeichnen ein massives Wachstum im Luftverkehr; Russland und Brasilien verfügen über enormes Potenzial.


Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Ländern (CAGR* 2005 - 2007 in %)
 

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Ländern (CAGR 2005 – 2007 in %) (Balkendiagramm)
*CAGR: Compound Average Growth Rate – ein Maßstab für das durchschnittliche Wachstum über eine Anzahl von Jahren
Quelle: IMF


Treibstoffverbrauch pro Passagier und 100 Kilometer (Treibstoff/GlossarRTK* in %)


Treibstoffverbrauch pro Passagier und 100 Kilometer (Treibstoff/RTK in %) (Liniendiagramm)

*RTK (Revenue Tonne Kilometres) – ein Maßstab für das Gesamtvolumen von Airlines; das Produkt aus der umsatzrelevanten Ladung (Passagiere, Gepäck, Fracht und Post) und der Flugdistanz
Quelle: Airbus


Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wächst

Im weltweiten Maßstab erzielten die Fluggesellschaften ihre höchste Rentabilität seit Jahren. Die Nettoverluste verringerten sich insgesamt auf geschätzte US$ 500 Millionen3 – gegenüber US$ 3,2 Milliarden im Jahr 2005. Niedrigere Treibstoffpreise, Tariferhöhungen und mehr Effizienz in den Abläufen wirkten sich ebenso positiv aus wie die Rekordauslastung von fast 76 Prozent und der Rückgang der nicht treibstoffbezogenen Kosten.

Die Airlines – vor allem jene in den USA – haben den Verbrauch je Sitzplatz verringert; die Einführung rein digitaler Cockpits und leichterer Ausrüstung halfen, Gewicht einzusparen. In die gleiche Richtung wirkten sich die Reduzierung von Bordtelefonen und Zeitschriftenauslagen aus. Die Senkung der Reisefluggeschwindigkeit, der Gebrauch nur eines Triebwerks für Rollfeld-Bewegungen und sorgfältiger beladene Frachträume führten zu einem geringeren Treibstoffverbrauch.

Die Niedrigpreis-Airlines spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Erholung des Luftverkehrs: Sie kurbeln die Nachfrage an und beschleunigen den branchenweiten Wandel der Betriebsabläufe. Ihre modernen Flotten verschaffen ihnen Vorteile im Wettbewerb mit klassischen Linienfluggesellschaften – sowohl hinsichtlich der Effizienz als auch in puncto Wartung. Auch konnten die Niedrigpreis-Airlines ihre Kosten stärker senken als die Konkurrenz und erlangten 2006 große Marktanteile: 26 Prozent in Europa, 29 Prozent in den USA und rund 10 Prozent in Asien.

Umweltfreundliche Flugzeuge

Der Markt verlangt nach effizienteren und umweltfreundlicheren Flugzeugen. Umweltverträglichkeit wird zu einem der wichtigsten Maßstäbe einer zivilen Luftfahrt, die dazu beitragen will, das GlossarKyoto-Protokoll umzusetzen und den Schadstoffausstoß zu senken. Airbus und Boeing investieren viel in die Entwicklung entsprechender Technologien und stellten im Jahr 2006 jeweils neue und modernere Modelle vor.

Für den Zeitraum von 2006 bis 2025 wird ein jährliches Wachstum des weltweiten Passagieraufkommens um 4,8 Prozent sowie des Frachtverkehrs um 6 Prozent erwartet.4 Insgesamt werden die Airlines 22.663 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert von rund US$ 2,6 Billionen (nach aktuellen Listenpreisen) benötigen. Dies entspricht durchschnittlich über 1.100 Flugzeugauslieferungen pro Jahr. Die weltweite Passagierflugzeug- und Frachterflotte wird sich fast verdoppeln: von 17.000 auf etwa 33.500 Maschinen.

1)

Die angegebenen Zahlen berücksichtigen nur Airbus und Boeing; Bombardier und Embraer sind darin nicht enthalten.

2)

Gemäß der vorläufigen Schätzung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO

3)

Gemäß Angaben des internationalen Luftverkehrsverbandes IATA

4)

Gemäß der Airbus-Marktprognose (Global Market Forecast) vom November 2006.