Der Markt für zivile Satelliten erholte sich 2006 weiter. Telekommunikationsunternehmen verzeichnen wieder wachsende Gewinne und investieren mehr in neue Satelliten. Im Jahresverlauf wurden 27 neue Aufträge erteilt und 23 zivile Satelliten ins All gebracht – 2005 waren es 22 Starts, im Jahr 2004 nur 14.
Der Druck auf die Hersteller von Trägerraketen hat stark nachgelassen. Russische Hersteller, die bislang mit günstigen Angeboten lockten, kündigten eine rapide Preisinflation und verspätete Leistungen an. Gründe dafür waren steigende Rohstoffkosten und der innerrussische Strukturwandel.
Konsolidierung
Der Trend zur Konsolidierung durch Fusionen und Bündnisse hält branchenweit an. Aus dem Zusammenschluss von Orbimage und Space Imaging ging das Unternehmen GeoEye und damit der weltgrößte Anbieter im Bereich der Fernerkundung hervor. EADS Astrium Satellites und die indische ISRO werden gemeinsam kleine zivile Telekommunikationssatelliten produzieren. Thales übernahm von Alcatel einen 67-Prozent-Anteil am Satellitenhersteller Alcatel Alenia Space und ein Drittel von Telespazio, einem Anbieter bodengestützter Satellitendienstleistungen. Boeing und Lockheed Martin führten ihre Aktivitäten im Bereich der Raketenstarts für Regierungskunden in der United Launch Alliance zusammen.
Die privaten Raumfahrtunternehmen gewinnen zunehmend an Bedeutung: Bigelow Aerospace demonstrierte mit dem ersten aufblasbaren Weltraum-Modul, wie die Raumfahrtstrukturen der Zukunft aussehen könnten. Der Weltraum-Reiseveranstalter Space Adventure schickte einen vierten zahlenden Gast ins All und hat für künftige Kunden nunmehr auch Weltraumspaziergänge im Angebot.

