Konjunkturabhängigkeit des Flugzeugmarktes

Im Jahr 2006 entfielen etwa zwei Drittel der Konzernumsatzerlöse der EADS auf die kombinierten Umsatzerlöse von Airbus und ATR. In der Vergangenheit war der Markt für Verkehrsflugzeuge stets zyklischen Schwankungen unterworfen, die zum Teil auf die Sensitivität der Passagiernachfrage im Flugreisemarkt gegenüber dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (Glossar„BIP“) zurückzuführen sind. Allerdings spielen andere Faktoren ebenfalls eine wesentliche Rolle, wie zum Beispiel (i) das Durchschnittsalter und die technische Veralterung der Flugzeugflotten im Verhältnis zu neuen Flugzeugmodellen, (ii) die Anzahl und Charakteristika von Flugzeugen, die aus dem Verkehr gezogen wurden, um eventuell später wieder eingesetzt zu werden, (iii) Passagierlastfaktoren, (iv) die Preispolitik der Fluggesellschaften, (v) das finanzielle Wohl der Fluggesellschaften und (vi) Deregulierungen.

Die EADS geht davon aus, dass sich der Markt für Verkehrsflugzeuge weiterhin zyklisch entwickeln wird und dass künftige rückläufige Trends in der Zukunft negative Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage haben können.

Auswirkungen von Terrorismus, Epidemien und Katastrophen auf den Flugzeugmarkt

Wie die Terroranschläge in New York und Madrid und die Verbreitung des SARS-Virus (Severe Acute Respiratory Syndrome – „Schweres Akutes Atemwegssyndrom“) und der Vogelgrippe gezeigt haben, können Terrorismus und Epidemien die Wahrnehmung von Flugsicherheit und -komfort durch die Öffentlichkeit negativ beeinflussen, was in der Folge die Nachfrage nach Flugreisen und Verkehrsflugzeugen verringern kann. Wenn in einer bestimmten Region Kriege ausbrechen, kann dies gleichfalls die Flugbereitschaft der Öffentlichkeit beeinträchtigen. Darüber hinaus haben größere Flugzeugunfälle negative Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Öffentlichkeit sowie der Regulierungsbehörden im Hinblick auf die Sicherheit einer bestimmten Klasse von Flugzeugen, deren Design oder auf die Fluglinie. Als Konsequenz von Terror, Epidemien und anderen Katastrophen könnte eine Fluggesellschaft mit plötzlich rückgängiger Flugreisenachfrage konfrontiert sein und sich gezwungen sehen, teure Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten. Aufgrund solcher Ereignisse und dem daraus resultierenden negativen Einfluss auf die Luftfahrtindustrie insgesamt oder auf bestimmte Fluggesellschaften könnte die EADS unter einer rückläufigen Nachfrage nach allen oder bestimmten Typen ihrer Flugzeuge zu leiden haben und die Kunden der EADS könnten die Auslieferung neuer Flugzeuge verschieben oder Aufträge stornieren.

Abhängigkeit von Verteidigungsausgaben und bestimmten Märkten

2006 stammten etwa 25% der konsolidierten Umsatzerlöse der EADS aus Verteidigungsausgaben. In jedem einzelnen Markt sind die Verteidigungsausgaben abhängig von einem komplexen Mix aus geopolitischen Erwägungen, Haushaltszwängen und der Fähigkeit der Streitkräfte, den spezifischen Bedrohungen zu begegnen und bestimmte Missionen zu erfüllen. Die Verteidigungsausgaben können von einem Jahr zum anderen und von Land zu Land erheblichen Schwankungen ausgesetzt sein. Ungünstige wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen wie auch allgemein rückläufige Wirtschaftsentwicklungen wirken sich auf das Verteidigungsgeschäft der EADS aus oder können einen negativen Einfluss auf ihre künftigen Betriebsergebnisse und ihre Finanzlage haben.

In den Fällen, in denen mehrere Länder gemeinsam Beschaffungsverträge für Verteidigungsgüter abschließen, könnten sich wirtschaftliche, politische oder Haushaltsbeschränkungen in jedem einzelnen dieser Länder negativ auf die Möglichkeit für die EADS auswirken, solche Verträge abzuschließen oder auszuführen.

Ein beträchtlicher Anteil des Auftragsbestands der EADS (einschließlich Airbus) konzentriert sich zudem auf bestimmte Regionen oder Länder, einschließlich der USA, China, Indien und der Vereinigten Arabischen Emirate. Ungünstige wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen wie auch allgemein rückläufige Wirtschaftsentwicklungen in diesen Ländern oder Regionen können sich negativ auf die künftigen Geschäftsergebnisse und die Finanzlage von EADS und Airbus auswirken.

Abhängigkeit

Ein erheblicher Anteil des Auftragsbestands der EADS (einschließlich Airbus) wird in bestimmten Regionen realisiert. 2006 stammten etwa 25% der konsolidierten Umsatzerlöse der EADS aus bestimmten Regionen im Rahmen der Verteidigungsausgaben. In jedem Markt hängen die Verteidigungsausgaben von einer komplexen Mischung aus geopolitischen Erwägungen, Haushaltsvorgaben und der Fähigkeit der Streitkräfte ab, spezifischen Bedrohungen zu begegnen und bestimmte Aufgaben erfüllen zu können. Die Verteidigungsausgaben können daher von Jahr zu Jahr und von Land zu Land erheblichen Schwankungen unterliegen. Ungünstige wirtschaftliche und politische Bedingungen wie auch deutlich rückläufige konjunkturelle Entwicklungen in den Verteidigungsmärkten, in denen die EADS tätig ist, könnten einen negativen Einfluss auf die künftige Vermögens- und Ertragslage der EADS haben.

Entstehung von Public-Private Partnerships und privaten Finanzierungsinitiativen

Im Verteidigungsbereich verlangen Kunden, insbesondere aus Großbritannien, zunehmend nach Angeboten und schließen Verträge ab nach Modellen, die als Public-Private Partnerships („PPPs“) oder als Private Finance Initiatives („PFIs“) bekannt sind. PPPs und PFIs unterscheiden sich grundlegend von den traditionellen Käufen von Verteidigungsgütern, da sie oft nachstehende Elemente enthalten:

  • Umfassende Wartungsdienstleistungen während der Lebensdauer des Guts;
  • Dauerhafte Eigentümerschaft und Finanzierung des Guts durch Dritte, wie z.B. den Lieferanten;
  • Verpflichtung zur Einhaltung spezieller Kundenanforderungen in Bezug auf die öffentlichen Haushalte oder staatliche Beschaffungsrichtlinien; und
  • Bedingungen, die es dem Dienstleister gestatten, für ungenutzte Kapazitäten andere Kunden zu finden.

Die EADS beteiligt sich beispielsweise über Paradigm mit Skynet 5 und den zugehörigen Telekommunikationsdienstleistungen an GlossarPPP- und PFI-Verträgen und ist an weiteren PFI-Angeboten, wie dem Airtanker-(FSTA) Projekt, beteiligt. Die Komplexität von PFIs besteht u. a. in der Zuordnung von Risiken und deren zeitlicher Koordinierung zwischen den verschiedenen Parteien über die Laufzeit des Projekts.

Es können keine Zusicherungen darüber gegeben werden, in welchem Umfang die EADS sich effizient und effektiv (i) um künftige PFI- oder PPP-Programme bewerben wird, (ii) die unter den Verträgen vereinbarten Dienstleistungen handhaben wird, (iii) die Anschaffung von Einrichtungen und die dazugehörigen Wartungsdienstleistungen finanzieren wird und (iv) die Vermarktung von Überkapazitäten in Angriff nehmen wird. Ferner kann die EADS während der langen Laufzeit von PPP- und PFI-Programmen mit unvorhergesehenen politischen, rechtlichen, Haushalts- oder Wettbewerbsrisiken konfrontiert sein.

Wettbewerb und Marktzugang

Die meisten Geschäftsaktivitäten der EADS sind einem starken Wettbewerb ausgesetzt, und Airbus war von einem abwärts gerichteten Preisdruck aufgrund dieses Wettbewerbs betroffen. Die EADS ist der Auffassung, dass einige der Ursachen für diesen Preiswettbewerb durch Umstrukturierungen in der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie entschärft wurden. Dennoch hatten einige Kunden stärkere Druckmittel, um den Wettbewerb in Bezug auf zahlreiche Punkte voranzutreiben, wozu die Preisgestaltung und die Zahlungsbedingungen gehören. Es kann nicht garantiert werden, dass der Wettbewerb nicht zunimmt, vor allem im Zusammenhang mit einem künftig länger anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung.

Des Weiteren werden bei der Auftragsvergabe für zahlreiche Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsprodukte implizit oder explizit Unternehmen aus dem eigenen Land bevorzugt. Wenngleich die EADS eine multinationale Unternehmensvereinigung ist, was zur Erweiterung des heimischen Marktes beiträgt, kann sie sich in bestimmten Ländern, vor allem außerhalb Europas, für bestimmte Produkte in einer schlechteren Wettbewerbsposition befinden als die heimischen Vertragspartner. Aufgrund der strategischen Bedeutung und politischen Sensibilität, die der Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie beigemessen wird, werden politische Erwägungen bei der Auswahl einer Vielzahl von Produkten für die absehbare Zukunft eine Rolle spielen.

Verfügbarkeit staatlicher Zuschüsse

Seit 1992 haben die EU und die USA auf der Grundlage eines Abkommens gearbeitet, das die Bedingungen von finanziellen Zuwendungen festlegt, die die Regierungen den zivilen Flugzeugherstellern gewähren können. Die USA haben jedoch Ende 2004 einseitig den Rücktritt von diesem Abkommen erklärt, was dazu geführt hat, dass die USA und die EU gegeneinander formal Ansprüche vor der Welthandelsorganisation („WTO“) geltend machen. Wenngleich beide Seiten zum Ausdruck gebracht haben, dass sie eine Verhandlungslösung bevorzugen, welche gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleistet, wenn es um die Förderung künftiger Entwicklungen auf dem Gebiet der Luftfahrt geht, sind sie doch noch weit davon entfernt, eine Einigung über zentrale Themen zu erzielen. Die Bedingungen und Laufzeiten neuer Vereinbarungen oder das Resultat des formalen WTO-Verfahrens, könnte den Zugang von Airbus zu Risikokapitalanlagen für Großprojekte einschränken oder zu einem negativen Ungleichgewicht beim Zugang zu staatlichen Mitteln durch die EADS im Vergleich mit US-Anbietern führen.

In früheren Jahren haben die EADS und ihre Hauptwettbewerber jeweils unterschiedliche Arten von staatlichen Zuwendungen für die Produktforschung und -entwicklung erhalten. Beispielsweise hat die EADS von verschiedenen staatlichen Behörden rückzahlbare Finanzierungen im Zusammenhang mit dem Verkehrsflugzeugprogramm A380 erhalten und befindet sich in Verhandlung mit verschiedenen Ländern der EU bezüglich der Finanzierung für die Entwicklung des Verkehrsflugzeugprogramms A350XWB. Dennoch kann in keiner Weise garantiert werden, dass staatliche Finanzierungen weiterhin für diese und andere Projekte in Zukunft zur Verfügung stehen, was teilweise auf das oben genannte Verfahren zurückzuführen ist.

Technologisch fortschrittliche Produkte und Dienstleistungen

Die EADS bietet ihren Kunden häufig technologisch fortschrittliche Produkte und Dienstleistungen an, deren Entwicklung und Herstellung eine komplexe Angelegenheit sein und umfassende Integrations- und Koordinierungsmaßnahmen entlang der Zulieferkette erforderlich machen kann. Die meisten Produkte der EADS müssen zudem unter anspruchsvollen Bedingungen betrieben werden. Auch wenn die EADS der Auffassung ist, dass sie hoch entwickelte Verfahren für die Entwicklung, Herstellung und Erprobung einsetzt, kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass die Produkte oder Dienstleistungen der EADS erfolgreich entwickelt, produziert oder eingesetzt werden oder dass sie in der beabsichtigten Weise entwickelt oder angewandt werden.

Bestimmte von der EADS abgeschlossene Verträge sehen vor, dass die EADS auf einen Teil des erwarteten Gewinns verzichtet, dass Minderungen akzeptiert werden müssen, dass eine Ersatzlieferung erfolgt oder ein anderes Produkt geliefert bzw. eine andere Dienstleistung erbracht wird oder dass die Preise für künftige Lieferungen gegenüber denselben Kunden gemindert werden, wenn die Produkte nicht rechtzeitig geliefert werden oder mangelhaft sind. Es kann keine Zusicherung darüber gegeben werden, dass keine Vertragsstrafen oder Vertragskündigungen ausgesprochen werden, wenn die EADS Liefertermine oder sonstige vertragliche Leistungsanforderungen nicht einhält.

So haben zum Beispiel bestimmte Kunden infolge der Produktionsschwierigkeiten, mit denen die EADS 2006 im Zusammenhang mit dem Programm A380 zu kämpfen hatte und die dazu führten, dass der Lieferzeitplan für dieses Flugzeug zweimal geändert werden musste, ihre Aufträge für die A380 zurückgezogen. Darüber hinaus wirkte sich das 2006 auch auf das GlossarEBIT* bei Airbus in Höhe von Mrd. € 2,5 negativ aus, zum Teil aufgrund der Verzugsstrafen, die für die Lieferverzögerungen an die Kunden zu zahlen waren. Wegen ausführlicherer Informationen dazu siehe „1.1 Erläuterungen und Analyse der Vermögens- und Ertragslage – Überblick – Bedeutende Programme und Restrukturierungsentwicklungen 2006“.

Es kann nicht gewährleistet werden, dass in Zukunft nicht ähnliche Probleme wie bei der Entwicklung des A380 auftreten werden. Neben allen Kosten im Zusammenhang mit Produktgewährleistungsansprüchen, der Vertragserfüllung oder geforderten Abhilfemaßnahmen können solche Probleme Kostensteigerungen oder Einkommensverluste – insbesondere aufgrund von Vertragskündigungen – zur Folge haben, die sich negativ auf die künftige Vermögens- und Ertragslage der EADS auswirken könnten. Alle künftigen Probleme können sich darüber hinaus nachteilig auf die Reputation der EADS und damit auf die Wettbewerbsposition der Produkte der EADS auswirken. Siehe „3. Rechtliche Risiken – Produkthaftung und Garantiefälle“.

Wichtige Forschungs- und Entwicklungsprogramme

Das geschäftliche Umfeld in vielen der Hauptgeschäftsfelder der EADS ist durch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskosten gekennzeichnet, die beträchtliche Vorausinvestitionen erfordern. Die Businesspläne, die diesen Investitionen zu Grunde liegen, gehen häufig von langen Rückzahlungsfristen aus, bis sich diese Investitionen ausgezahlt haben und setzen eine bestimmtes Renditeniveau über die Vertragslaufzeit an, um die Anfangsinvestition zu rechtfertigen. Es kann keine Zusicherung gegeben werden, dass die diesen Geschäftsplänen zu Grunde liegenden wirtschaftlichen, technischen und marktbezogenen Annahmen erfüllt werden und daher die angestrebte Amortisierung oder die angestrebten Renditen tatsächlich erzielt werden.

EADS erwartet für die Zukunft, dass die Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns im Zusammenhang mit dem Anlaufen neuer Programme, vor allem bezüglich der Entwicklung des A350XWB, erheblich steigen dürften.

Umstrukturierungsprogramm Glossar„Power8“

EADS hat die Umsetzung eines umfassenden Kostenreduzierungs- und Umstrukturierungsprogramms bei Airbus mit der Bezeichnung „Power8“ bekannt gegeben. Dieses Programm betrachtet alle Unternehmensaspekte, um eine stärkere Straffung der Prozesse sowie höhere Integration, Effizienz und Produktivität zu erreichen. Als Teil von Power8 wird das Management von Airbus Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Generierung von Cash umsetzen mit dem Ziel, ab 2010 Beiträge in Höhe von Mrd. € 2,1 zum EBIT* und weitere Mrd. € 5 kumulativen Cash Flow für den Zeitraum von 2007 bis 2010 zu erzielen. Ein großer Teil der Kosteneinsparungen wird durch die Reduzierung des Personalbestands von Airbus um 10.000 Mitarbeiter erwartet (wobei befristete Verträge und Subunternehmer vor Ort etwa 50% dieser Reduzierung ausmachen).

Diese angenommenen Kosteneinsparungen beruhen allerdings auf vorläufigen Schätzungen, und die tatsächlichen Einsparungen könnten davon erheblich abweichen. Dies vor allem deshalb, weil die Kostensenkungsmaßnahmen bei der EADS von den aktuellen Bedingungen ausgehen und künftige Kostensteigerungen, die sich aus Veränderungen in der Industrie oder in den Betriebsabläufen ergeben könnten, nicht berücksichtigt werden. Das schließt neue Geschäfts- entwicklungen, Gehalts- und Preissteigerungen oder sonstige Faktoren ein. Wenn es der EADS nicht gelingt, die geplanten Kostensenkungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen oder diese Anstrengungen möglicherweise nicht das erwartete Kosteneinsparungsniveau erbringen, dann könnte dies negative Auswirkungen auf die künftige Vermögens- und Ertragslage der EADS haben.

Neben dem Risiko, die vorhergesehene Höhe der Kosteneinsparungen aus GlossarPower8 nicht zu erreichen, kann die Implementierung sogar höhere Kosten verursachen als vorhergesehen. Dies hängt vom Ausgang der derzeitigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmer- und anderen Vertretern ab.

Umstrukturierungen, Schließungen und Verkäufe von Standorten wie auch der Abbau von Arbeitsplätzen beeinträchtigen gleichfalls die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen der EADS und ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit und haben in der Vergangenheit und könnten auch künftig zu Arbeitsniederlegungen und/oder Demonstrationen führen. Wenn es der EADS nicht gelingt, effiziente Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern zu führen und sich diese Arbeitsniederlegungen und/oder Demonstrationen länger hinziehen, oder falls die Einführungskosten für Power8 nach solchen Verhandlungen höher ausfallen als angenommen, dann könnte dies negative Auswirkungen auf die zukünftige Vermögens- und Ertragslage der EADS haben.

Industriestart

Aufgrund der großen Zahl neuer Flugzeugaufträge in den letzten Jahren hat die EADS die Produktion beschleunigt, um die vereinbarten Lieferzeitpläne für diese neuen Flugzeuge, vor allem bei Airbus und Eurocopter, einzuhalten. Da die Produktionskapazität nahezu ausgelastet ist, wird die Fähigkeit der EADS, ihre Produktionsrate weiter zu steigern, von einer Vielzahl von Faktoren abhängen, wozu die Umsetzung interner Leistungspläne, die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Teilen (wie Aluminium, Titan und Verbundstoffe), die Umwandlung von Rohstoffen in Teile und Baugruppen und die Vertragserfüllung durch die Zulieferer und Subunternehmer zählen. Sollte ein Teil oder alle diese Faktoren nicht erfüllt werden, könnten möglicherweise Lieferverpflichtungen nicht eingehalten werden, und je nach der Dauer des Lieferverzugs könnten sich daraus zusätzliche Kosten, eine neue Planung für den Kunden oder die Stornierung der Aufträge ergeben.

Programmspezifische Risiken

Neben den oben genannten Risikofaktoren ist die EADS künftig mit folgenden programmspezifischen Risikofaktoren konfrontiert (obwohl die folgende Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, werden hier die vom Management derzeit wichtigsten identifizierten Risikobereiche dargestellt):

  • Programm A380. Im Zusammenhang mit dem Programm A380 und nach den 2006 angekündigten Lieferverzögerungen steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Management der hohen Belastung in der Zulieferkette als Ergebnis des steilen Produktionsanstiegs in den kommenden Jahren, (ii) Vermeidung von Produktionsunterbrechungen infolge der Implementierung von Power8, insbesondere im Bezug auf die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, und (iii) die Einführung eines neuen digitalen Mock-up für die künftige Produktion des A380. Die Fähigkeit der EADS, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, wird bei der Gewährleistung der reibungslosen Produktion der Flugzeuge der „2. Welle“, d.h. der Flugzeuge, die nach den ersten 25 produziert werden, entscheidend sein;
  • Programm A350XWB. Im Zusammenhang mit dem Programm A350XWB steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Qualifizierung des Schlüsselpersonals und anderer Ressourcen über Schulungs- und andere Maßnahmen, insbesondere im Hinblick auf die Industrialisierung bestimmter Verbundstoffe, (ii) Umwandlung der früheren Aufträge für die Flugzeuge vom Typ A350 in Aufträge für das neue Modell vom Typ XWB zu günstigen Auftragsbedingungen und (iii) Engagement von Partnern für das Programm, die sich an den Risiken beteiligen, in einem Grad der Beteiligung, den auch Airbus erwartet;
  • Programm A400M. Im Zusammenhang mit dem Programm A400M steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Management der für Airbus neuen technischen Herausforderungen, insbesondere die Modellierung des Flugzeugverhaltens, ausgehend vom Einsatz eines extrem leistungsstarken Turboproptriebwerks an einem Hochdecker, und Flügen in einer taktischen Betriebsumgebung, und (ii) Sicherstellung, dass das Flugzeug für den Handel zugelassen wird und auch eine Reihe von militärischen Anforderungen erfüllt, die den Kunden des Programms unter allen rechtlichen Rahmenbedingungen gerecht werden;
  • Programm NH90. Im Zusammenhang mit dem Programm NH90 steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Einhaltung des Zeitplans für die Entwicklung und der Kostenziele der laufenden Entwicklungsprogramme für die verschiedenen Modelle, und (ii) Management des steilen Industriestarts und der damit zusammenhängenden Belastungen in der Zulieferkette;
  • Programm Paradigm. Im Zusammenhang mit dem Programm Paradigm steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) pünktliche Fertigstellung der Entwicklungsinfrastruktur für Skynet 5, (ii) Erschließung von Einnahmequellen bei Dritten und (iii) Fertigstellung, Start und Gewährleistung des erfolgreichen Betriebs der Satelliten 5A, 5B und 5C, wobei sich der Verlust eines der Satelliten auf den Betrieb, die Wirtschaftlichkeit und das Bilanzergebnis auswirken würde.

Pensionsverpflichtungen

Die EADS ist an verschiedenen Pensionsplänen sowohl für die Führungskräfte als auch die Mitarbeiter beteiligt, von denen einige eine Unterdeckung aufweisen. Weitere Informationen zu diesen Plänen, siehe „Erläuterungen und Analyse der Vermögens- und Ertragslage“ und „Anhang zum Konzernabschluss (IFRS) – Anmerkung 21b: Pensionsrückstellungen“. Obwohl die EADS in ihrer Bilanz eine Rückstellung für ihren Anteil an der Unterdeckung, basierend auf den aktuellen Schätzungen, berücksichtigt hat, besteht keine Gewähr, dass diese Schätzungen in Zukunft nicht nach oben korrigiert werden, wodurch die EADS in Zusammenhang mit solchen Pensionsplänen weitere Rückstellungen vornehmen müsste. Im Gegenzug hätten diese zusätzlichen Rückstellungen einen negativen Effekt auf das Eigenkapital (abzüglich latenter Steuern) der EADS, was sich negativ auf die zukünftige Finanzlage auswirken könnte.