Mit Konzernumsatzerlösen in Höhe von Mrd. € 39,4 im Jahr 2006 ist die EADS das führende Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen in Europa und das zweitgrößte weltweit. Gemessen am Marktanteil gehört die EADS zu den beiden größten Herstellern von Verkehrsflugzeugen, zivilen Hubschraubern, zivilen Trägerraketensystemen und Lenkflugkörpern sowie zu den führenden Herstellern von Militärflugzeugen, Satelliten und Verteidigungselektronik. Im Jahr 2006 entfielen rund 75% der Gesamtumsätze auf den zivilen (im Vergleich zu 77% in 2005) und 25% auf den militärischen Bereich (im Vergleich zu 23% in 2005). Zum 31. Dezember 2006 beschäftigte die EADS 116.805 Mitarbeiter.

Die EADS hat ihre Tätigkeit in die folgenden fünf Geschäftsbereiche gegliedert:

  • Airbus: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Verkehrsflugzeugen mit mehr als 100 Sitzplätzen sowie Entwicklung und Herstellung von Flugzeugen für militärische Zwecke;
  • Militärische Transportflugzeuge: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von militärischen Transport- und Spezialmissionsflugzeugen;
  • Eurocopter: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von zivilen und militärischen Hubschraubern sowie deren Wartung;
  • Verteidigung und Sicherheit: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Lenkflugkörpersystemen, militärischen Kampf- und Trainingsflugzeugen, Verteidigungselektronik, militärischen Telekommunikationslösungen sowie Logistik, Schulungen, Tests, technische und damit verbundene Dienstleistungen;
  • Astrium: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Satelliten, Raumfahrt-Infrastruktur und Trägersystemen; Bereitstellung von Raumfahrtdiensten.

Zusätzlich hat die EADS vier Geschäftseinheiten („BUs“) – ATR, EFW (Elbe Flugzeugwerke GmbH), EADS Socata und EADS Sogerma – die für Zwecke der Segmentberichterstattung unter „Übrige Aktivitäten“ ausgewiesen werden. Ihre Aufgabenbereiche umfassen Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Turboprop-Flugzeugen für die regionale Luftfahrt, von leichten Verkehrsflugzeugen und von Flugzeugkomponenten, sowie die Umrüstung und Wartung von zivilen und militärischen Flugzeugen.

Wesentliche Programme und Restrukturierungsentwicklungen in 2006


A380-Programm.
Im Jahr 2006 musste Airbus zweimal seinen Auslieferungsplan für die A380 aufgrund von Schwierigkeiten beim Serienanlauf des Programms, speziell auf dem Gebiet der Elektronik revidieren. Derzeit ist geplant, das erste A380 Serienflugzeug im 4. Quartal 2007 auszuliefern. In 2008 plant Airbus die Auslieferung von 13 A380 Serienflugzeugen, gefolgt von 25 in 2009 und 45 in 2010.

Die Lieferverzögerungen der A380 und andere Themen haben bei Airbus das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten („GlossarEBIT*“) in 2006 negativ mit Mrd. € 2,5 beeinflusst. Diese Belastungen beziehen sich auf die folgenden Punkte:

  • Mehrkosten über die anfänglich erwartete Lernkurve hinaus, da Schwierigkeiten im Herstellungsprozess dazu geführt haben, dass die im Zeitablauf erwarteten Effizienzsteigerungen in der Produktion bei Airbus geringer als erwartet eingetreten sind;
  • Bildung von Rückstellungen für Vertragsstrafen, die aufgrund der Lieferverzögerungen an Kunden gezahlt werden müssen;
  • Wertberichtigung von Vorräten, um die Buchwerte den Nettoveräußerungswerten anzupassen; >
  • Berücksichtigung aller anderen, infolge der Lieferverzögerungen fällig werdenden Ausgleichsverpflichtungen, die in 2006 berücksichtigt werden. Zusammen mit den drei oben genannten Punkten trägt dies mit etwa Mrd. € 2,0 zum gesamten Rückgang des EBIT* von Mrd. € 2,5 bei;
  • Wertberichtigungen von Vermögenswerten und die Bildung von Rückstellungen infolge des Einfrierens der Entwicklung der Frachterversion der A380 (Mrd. € 0,3); und
  • weiter fortgeführte Produktionsunterstützung für das A380-Programm, die zu Kosten führt, die nicht den Stückkosten zuordenbar sind (Mrd. € 0,2).

Am 2. März 2007 kündigte UPS seine Absicht an, die Bestellung über zehn A380-Frachtflugzeuge zu stornieren. In Verbindung mit der Erklärung entschied Airbus, die Entwicklung der Frachterversion der A380 zu verschieben und die bestehenden Ressourcen in die Herstellung der Passagierflugzeugversion umzugruppieren.

Trotz der Lieferverzögerungen bei der A380 und den daraus folgenden Stornierungen ist die EADS der Auffassung, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit im Markt für große Flugzeuge weiter intakt ist. Während die Lieferverzögerungen in den Jahren 2007 bis 2010 zu einem geringeren als dem ursprünglich geplanten Cashflow führen werden, wird die EADS alles daran setzen, um sicher zu stellen, dass die ersten zur Auslieferung kommenden A380 vollständig ausgereift sind und die Kundenzufriedenheit auf höchstem Niveau wieder hergestellt wird.

A400M-Programm. Ende 2006 hat die EADS eine interne technische Beurteilung des A400M-Programms durchgeführt, um dessen Status festzustellen. Diese Überprüfung zeigte, dass das Programm hinsichtlich der vertraglich vereinbarten vergangenen und laufenden industriellen Meilensteine im Plan liegt. Jedoch zeigte die Überprüfung auch, dass das Programm beim Start der Endmontage bis zu drei Monaten hinter dem Zeitplan liegen könnte. Damit stehen dem Programm noch erhebliche Herausforderungen bevor, bis es zur ersten Auslieferung kommt.

In Verbindung mit der oben genannten technischen Beurteilung, hat Airbus auch eine wirtschaftliche Überprüfung des A400M-Programms durchgeführt. Aufgrund der Risiken und der Komplexität des Programms hat sich Airbus entschieden, in 2006 eine Rückstellung für drohende Verluste bis zur Fertigstellung in Höhe von Mio. € 352 für seinen Arbeitsanteil am A400M-Projekt zu bilden, welche einen entsprechend negativen Einfluss auf das EBIT* des Berichtsjahres hatte.

Da jedoch die anderen Bereiche des Konzerns einen positiven Beitrag aus dem A400M-Programm erwarten, wurde die Rückstellung auf Konzernebene in 2006 wieder zurückgenommen. Aufgrund des Anstiegs der Gesamtkosten für das Programm, wurde auf Konzernebene in 2006 ein negativer Effekt in Höhe von Mio. € (66) nachgeholt, um das GlossarEBIT* des Programms für die Jahre 2003 bis 2006 anzupassen.

Einstellung des A350-Programms und Start des A350XWB (Xtra Wide Body)-Programms. Im Oktober 2005 autorisierte das Board of Directors der EADS Airbus zum Start eines industriellen Programms für ein neues mittelgroßes Langstreckenflugzeug, die A350-Familie. Airbus begann daraufhin mit der Vermarktung der A350-Familie.

Im Juli 2006 präsentierte Airbus aufgrund von Kundenempfehlungen die technischen Spezifikationen für eine überarbeitete A350XWB Familie und stellte das ursprüngliche A350-Programm zurück. Im Dezember 2006 wurde die Serie A350XWB offiziell gestartet und das ursprüngliche Programm A350 eingestellt.

Mit der Markteinführung der A350XWB wurde die Bildung einer Rückstellung für die Abgeltung der Lieferverpflichtungen notwendig, die daraus entstehen, dass die Lieferverpflichtungen aus Festaufträgen für die ursprüngliche A350 nicht länger erfüllt werden können. Diese Rückstellung wurde 2006 in Höhe von Mio. € 505 gebildet.

Ende 2006 hatte Airbus 100 Festaufträge und 82 Zusagen für das ursprüngliche Programm A350, die noch neu zu verhandeln waren, sowie zwei Festaufträge und 40 Zusagen für die neue A350XWB.

Verkauf EADS Sogerma. Am 10. Januar 2007 hat EADS Sogerma den Verkauf von drei ihrer weltweit auf den Gebieten Unterstützung und Wartung aktiven Tochtergesellschaften - Sogerma Services, Sogerma Tunisie und Barfield – an die TAT Gruppe abgeschlossen. Im Vorfeld des Verkaufs hat die EADS eine Wertberichtigung auf Vermögensgegenstände in Höhe von Mio. € 117 – einschließlich Mio. € 33 für die verbleibenden Tochtergesellschaften Seca und Revima – vorgenommen, sowie Restrukturierungsrückstellungen von Mio. € 42. Zusammen mit einem operativen Verlust von Mio. € (96) verzeichnete EADS Sogerma ein EBIT* von Mio. € (351), was einer Verschlechterung um Mio. € (114) im Vergleich zu 2005 entspricht.

GlossarPower8-Programm. Um auf die Herausforderungen aus der Schwäche des US-Dollars, des erhöhten Wettbewerbdrucks und der finanziellen Auswirkungen der Verzögerungen im Programm A380 zu reagieren und dem künftigen Investitionsbedarf begegnen zu können, hat Airbus die Einführung des Power8-Programms bekannt gegeben. Das Airbus-Management wird im Rahmen von Power8-Maßnahmen zur Senkung der Kosten und Erhöhung der Liquidität ergreifen, die ab dem Jahr 2010 zu einem EBIT*-Beitrag von Mrd. € 2,1 führen und von 2007 bis 2010 insgesamt Mrd. € 5 an zusätzlichem Cashflow generieren sollen. Ein großer Teil dieser Kosteneinsparungen soll durch die Reduzierung des Gesamtpersonalbestands von Airbus um 10.000 Stellen erreicht werden, etwa die Hälfte der Einsparungen betrifft Zeitarbeitskräfte und Unterauftragnehmer an den Standorten.

GlossarPower8 sieht verschiedene Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung vor: Senkung der Airbus Overhead-Kosten, kürzere Entwicklungszeiten, schlanke Fertigung, Einsparungen im Einkauf, Maximierung der Liquidität, Fokussierung auf das Kerngeschäft/Reorganisation der industriellen Struktur, Rationalisierung der Endmontagelinien und den Kunde als oberste Priorität zu setzen. Diese Maßnahmen sollen zusammen genommen die Struktur von Airbus so verändern, dass es möglich ist, die Ressourcen auf Kernaktivitäten zu konzentrieren und Ineffizienzen in der gegenwärtigen Struktur zu beseitigen. Die Veränderung wird sich über mehrere Jahre erstrecken und wird begleitet sein von einer Erweiterung der globalen Präsenz von Airbus. Die Integration in die EADS wird erleichtert durch den Erwerb des 20%igen Airbus-Anteils von BAE Systems im Oktober 2006, der unten näher erläutert wird.

Für weitere Informationen zum Power8-Programm, siehe unter „ Jüngste Entwicklungen“.

Ausblick

In Zusammenhang mit den vorgesehenen Maßnahmen zur Senkung der Overhead-Kosten und insbesondere des Personalbestands, als Teil der Einführung von Power8, erwartet die EADS, im ersten Quartal 2007 hierfür Rückstellungen in Höhe von Mio. € 680 zu bilden, zusammen mit Belastungen aus den A350XWB Verträgen, die in 2007 anfallen werden, sowie weitere Aufwendungen für die A380, wobei jedoch die Konten derzeit noch nicht abgeschlossen sind. Während in 2006 die Preisentwicklung bei den Airbus– Flugzeugauslieferungen stabil war, erwartet die EADS – aufgrund der Sachkenntnis aus dem ersten Quartal 2007 und bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments – in der Zukunft einen gewissen Preisverfall bei den Flugzeugauslieferungen als Folge des zurück liegenden starken Wettbewerbs, vor allem im Bereich der Langstreckenflugzeuge. Aufgrund der Sachkenntnis aus dem ersten Quartal 2007 und bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments wird ein Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des Konzerns in Verbindung mit dem Anlaufen neuer Programme erwartet, insbesondere in der Entwicklung der A350XWB.