Überblick

Eine der fundamentalen Managementaufgaben ist es, ein positives internes Kontroll (Internal Control „IC“)- und Risikomanagement (Risk Management „RM“)-Umfeld bei EADS zu etablieren, in Übereinstimmung mit der GlossarCorporate Governance und den Best Practices in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Spanien. Da erkannt wurde, dass ständige Veränderungen der auf die EADS anwendbaren komplexen gesetzlichen Regelungen und Vorschriften verschiedener Rechtssprechungen einen strategischen Ansatz für IC und RM erfordern, hat EADS zu Beginn des Jahres 2004 damit begonnen, ein konzernweites IC- und RM-System zu implementieren. Dieses System basiert auf den Internal Control and Enterprise Risk Management Frameworks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission („COSO“).

Das IC- und RM-System bietet dem Management ein Regelwerk, um Unsicherheiten und verbundene Risiken mit den Geschäftsaktivitäten von EADS zu beherrschen. Es dient als Grundlage für alle Teil-IC- und Teil-RM-Verfahren, die innerhalb der EADS auf der Ebene der Geschäftsbereiche und der Geschäftseinheiten (Business Units, „BU“) angewandt werden.

Beschränkungen

Unabhängig davon, wie gut sie konzipiert sind, haben alle IC- und RM-Systeme natürliche Grenzen, wie Umgehung eingeführter Kontrollen oder deren Aufhebung durch das Management. Aus diesem Grund besteht keine absolute Sicherheit, dass trotz aller Sorgfalt und Anstrengungen die IC-und RM-Verfahren von EADS vollkommen effektiv sind.

Entwicklungen 2006 und Ausblick

Im Laufe des Jahres 2006 bestand das Hauptziel der EADS in Bezug auf ihr IC- und RM-System darin, das Bewusstsein für die IC- und RM-Grundsätze auf der Ebene der Geschäftsbereiche und -einheiten und der Zentrale zu stärken. Dazu gehörte auch die Einführung standardisierter IC- und RM-Schulungen in den verschiedenen Geschäftsbereichen und -einheiten, wobei Grundlagen- und Wiederauffrischungskonzepte zum Einsatz kamen. Darüber hinaus profitierten die Prozesskoordinatoren von individuellen Coachings und Workshops zur Durchführung der jährlichen IC-Verfahren. Im Laufe des Jahres 2006 wurden ferner Arbeitsgruppen gebildet, um den Wissensaustausch zwischen den Abteilungen und zwischen verschiedenen Unternehmen zu fördern.

In der zweiten Jahreshälfte 2006 führten die meisten Geschäftsbereiche und -einheiten und Abteilungen der Zentrale eine Selbstbewertung ihrer IC-Systeme durch, um das Konzept und die Wirksamkeit der internen Kontrollen zu bewerten. Die Ergebnisse werden gegenwärtig analysiert. Der unabhängige Bewertungsprozess, der 2005 auf den Weg gebracht wurde, um die Selbstbewertung zu untermauern und die Wirksamkeit der IC- und RM-Systeme zu beurteilen, wurde auch 2006 fortgesetzt.

Schließlich ist die EADS gegenwärtig, nach dem Kauf der 20% Minderheitsanteile von BAE Systems an Airbus im Oktober 2006, der Ernennung eines gemeinsamen Chief Executive Officer („CEO“) und Chief Financial Officer („CFO“) bei EADS und Airbus und den Produktionsschwierigkeiten, die es 2006 mit dem A380 gab, dabei, das derzeit etablierte IC- und RM-System bei Airbus zu überprüfen, um es künftig an dem konzernweiten Konzept auszurichten. Vor der Veräußerung der Anteile von BAE Systems nutzte Airbus ein speziell an sein Geschäft angepasstes IC- und RM-Verfahren. Das IC- und RM-System von Airbus als 100%ige Tochtergesellschaft wird langfristig weiter in das Konzernkonzept integriert.

Aufbauend auf die umfassenden IC- und RM-Prüf- und -Bewertungsverfahren, die 2006 durchgeführt wurden, wird EADS die Ergebnisse im Laufe des Jahres 2007 bewerten. Als ein Ergebnis der laufenden Überwachungstätigkeiten hinsichtlich der Wirksamkeit der IC- und RM-Systeme werden weitere Änderungen der IC- und RM-Systeme für 2007 erwartet.

Verantwortung für das IC- und RM-System – Interaktion mit dem EADS Management

Die Gesamtverantwortung für das IC- und RM-System und das entsprechende Reporting gegenüber den Anteilseignern liegt beim Board of Directors („BoD“) von EADS. Die CEOs und der CFO von EADS sind dafür verantwortlich, dass die Umsetzung der IC- und RM-Verfahren im gesamten Konzern sichergestellt wird. Außerdem beaufsichtigt das Audit Committee die konzernweite Wirkungsweise des IC- und RM-Systems.

Ein allgemeines Managementprinzip von EADS ist die Delegation der unternehmerischen Verantwortung und Befugnisse an die operativen Einheiten. Dieses Subsidiaritätsprinzip umfasst eine klare Trennung der Zuständigkeiten der Zentrale und den Geschäftsbereichen bzw. Geschäftseinheiten von EADS. Die EADS-Zentrale bestimmt die allgemeinen strategischen und operativen Ziele des Konzerns und hat die Gesamtverantwortung für die EADS-Führung. Die Geschäftsbereiche und -einheiten behalten ihre Verantwortung für alle geschäftlichen Angelegenheiten und Aktivitäten in ihrer Zuständigkeit und unterliegen einer Revision.

Demzufolge liegt die Verantwortung für die Durchführung und Überwachung der IC- und RM-Verfahren und der Risiken und das IC-Reporting bei dem jeweils zuständigen Management der Geschäftsbereiche und -einheiten und der Abteilungen der Zentrale. Diese müssen bestrebt sein, Transparenz und Effektivität ihrer lokalen Teil-IC- und RM-Systeme und die Übereinstimmung mit den vom BoD der EADS definierten Zielen zu gewährleisten. Das Management der Geschäftsbereiche und -einheiten und der Abteilungen der Zentrale ist verantwortlich für die Umsetzung geeigneter Ausgleichsmaßnahmen zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkungen der Risikoexponierung sowie die Meldung von Risiken, die andere Bereiche innerhalb der EADS betreffen.

Im Grunde liegen das Risiko- und IC-Management sowie die Gewährleistung einer generellen Effektivität des IC- und RM-Systems in der Verantwortung aller Mitarbeiter. Der Konzern ist bestrebt, das Risiko- und IC-Management bei allen Geschäftsaktivitäten und -vorgängen zu integrieren.

Quellen und Standards für IC- und RM-Systeme und -Verfahren

Die wesentlichen Richtlinien, Verfahren und Grenzwerte, welche das IC- und RM-Umfeld bei EADS bestimmen, werden konzernweit in folgenden Veröffentlichungen mitgeteilt:

  • Verhaltenskodex (z.B. Ethik-Kodex von EADS, Richtlinien der Corporate Social Responsibility (siehe „Teil 2 – Corporate Social Responsibility“);
  • Handbücher (z.B. „EADS Corporate Management Principles and Responsibilities“ und „Financial Control Handbook“);
  • Leitfäden (z.B. „Treasury Procedures“, „Accounting Manual“, „Reporting Manual“); und
  • Richtlinien (z.B. Richtlinien zum Risikomanagement, „Funding Policy“).

Zu den externen Standards, die sich auf das EADS IC- und RM-System auswirken, zählen das Regelwerk IC and Enterprise Risk Management (ERM) des COSO sowie die branchenspezifischen Normen der International Standards Organization (GlossarISO).