Entwicklungsstrategie

Innovation ist einer der Schlüsselbereiche auf den sich EADS als Motor für zukünftiges Wachstum konzentriert. Mit der Ernennung eines Chief Technical Officer („CTO“), der auch ein Mitglied des Executive Committee von EADS ist, hat die Gesellschaft den Innovationsprozess gestärkt.

Mit der Entwicklung eines Technologie-Portfolios, das sich vollumfänglich an der Geschäftsstrategie der Gesellschaft orientiert, implementiert der CTO eine neue Technologiestrategie.

Die EADS fördert weiterhin die Durchführung von Kooperationsprogrammen mit Universitäten und wissenschaftlichen Organisationen in ihren Heimländern und anderen Nationen, um Kooperationen zu entwickeln und von Kompetenzen, unabhängig von deren Standort, profitieren zu können.

 

Richtlinien

“Unsere Entwicklungsstrategie zielt durch die Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie der Effizienz der Verfahrensweisen auf eine steigende Konkurrenzfähigkeit ab.“

 

Organisation

Nach der Ernennung des CTO der EADS im April 2006 hat sich der Stellenwert der Innovation, insbesondere die Technologieneuerung, erhöht, wobei ein besonderer Fokus auf die Ausrichtung der Aktivitäten der Gruppe im Bereich Forschung & Technologie („R&T“) auf die Geschäftsstrategie der Gesellschaft gelegt wird.

Der neuen Position des CTO wurde durch einen neuen Sitz im Executive Committee der EADS Autorität verliehen, er ist jetzt für das gesamte R&T-Budget in allen Geschäftsbereichen verantwortlich. Das Budget wird zunehmend auf die Unterstützung des strategischen Wachstums der Gruppe ausgerichtet.

Die Rolle des CTO ist sehr weitreichend. Neben dem Bereich R&T ist er für die technischen Prozesse innerhalb der gesamten EADS sowie für allgemeine Instrumente für das Management des Produktlebenszyklus verantwortlich. Zudem nimmt er spezifische technische Bewertungen im Auftrag der CEOs und des Executive Committee vor. Die Verantwortung für das Informationsmanagement (IM) des Unternehmens wechselte vom Bereich Finanzen zum Bereich des CTO (ab Februar 2007 berichtet der CQO auch an den CTO).

Der CTO möchte unter den Mitarbeitern der EADS eine Innovationskultur etablieren. Deshalb erarbeiten der CTO und das Personalwesen die „Experteninitiative EADS“, um technische Experten zu identifizieren und ihnen Karriere-Chancen zu bieten, die denjenigen der Manager ähnlich sind, während sie weiter auf ihrem technisch orientierten Karrierepfad bleiben können. In weiteren Initiativen wird eine „Innovation Hall of Fame” der EADS geschaffen. In dieser werden die Verantwortlichen für die meisten Patenten („The Great Inventors“), diejenigen, welche Erfindungen am effektivsten in die Geschäftswelt umsetzen („The Great Innovators“) und Mitarbeiter mit einzigartigen Fähigkeiten („The Great Craftsmen“) vorgestellt und geehrt.

Das Executive Technical Council der EADS („GlossarETC“), der sich aus den technischen Directors der Geschäftsbereiche zusammensetzt und dessen Vorsitz der CTO hat, ist für die Ausrichtung an der Technologiestrategie der Gruppe und deren Implementierung durch die R&T Road-Map der Gruppe verantwortlich. Das ETC sorgt für das Gleichgewicht zwischen dem Top-Down-Strategieansatz und der bottom-up einfließenden Expertise, Kreativität und Verantwortung. Es trifft sich regelmäßig, um über zukunftsgerichtete Strategien zu diskutieren und zu entscheiden und identifiziert Synergien.

EADS GlossarInnovation Works (zuvor Corporate Research Centre) ist verantwortlich für die Forschungslabors des Unternehmens, die das technische Innovationspotenzial der Gruppe, mit Fokus auf den längerfristigen Horizont, sicherstellen. Angetrieben durch die R&T-Strategie der EADS identifizieren sie neue Technologien, die Mehrwert und Wettbewerbsvorteile schaffen. EADS Innovation Works besteht an zwei großen Standorten in Paris und München und beschäftigt ca. 600 Mitarbeiter, darunter Doktoranden und Mitarbeiter der Universität.

Im März 2006 haben EADS – vertreten durch EADS CASA, der spanische Minister für Industrie, Tourismus und Handel und der Präsident der Regionalregierung Madrids einen Zusammenarbeitsvertrag in Madrid abgeschlossen, um die Fundación para la Investigación, Desarrollo y Aplicación de Materiales Compuestos (Stiftung für Forschung, Entwicklung und Anwendung von Verbundwerkstoffen – FIDAMC“) zu gründen. Die Stiftung will ein Leistungszentrum für die Forschung, Entwicklung und Anwendung von Verbundstoffen, besonders von Kohlefaserstoffen, sein. Die FIDAMC versteht sich als Zentrum mit Ausrichtung auf mehrere Branchen, deren Hauptsitz sich in der Nähe des Werks von EADS CASA in Getafe bei Madrid befindet. Die Stiftung wird ungefähr 40 Ingenieure, Wissenschaftler und Labormitarbeiter beschäftigen, mittelfristig besteht die Möglichkeit zur Beschäftigung von 75 hoch qualifizierten Technikern. Das wird deutlich zur Wiedererstarkung des Raumfahrtsektors in Madrid beitragen. In diesem Zentrum werden Projekte mit hoch technologischem Inhalt entwickelt, von denen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, gemäß einem „Open Perimeter“-Ansatz, wie die Raumfahrt-, Automobil- und Robotikindustrie, profitieren können.

Lokale Forschungszentren bestehen in Toulouse, Nantes (Eröffnung 2005) und Hamburg, um den Wissenstransfer zu den Geschäftseinheiten an diesen Standorten zu unterstützen. Ein Verbindungsbüro befindet sich in Moskau, das für den Austausch mit wissenschaftlichen Instituten in Russland zuständig ist. EADS eröffnete ein Forschungszentrum in Singapur und lancierte ein weiteres Zentrum in Spanien.

Das Netzwerk R&T koordiniert die anteiligen R&T-Aktivitäten, in die verschiedene Geschäftseinheiten und die GlossarCRC einbezogen werden. Das Netzwerk ist entlang von insgesamt 18 technologischen Spezialgebieten, so genannten Research und Technology Groups („RTG“), strukturiert, die von gemeinsamem Interesse sind, darunter Themen wie Werkstoffe und Konstruktionen, Elektronik, Navigation, Steuerung und Bildverarbeitung. Das Netzwerk erstellt ein gemeinsames R&T-Programm und vereinfacht den Informationsfluss und den Austausch von Forschungsergebnissen.

Das bestehende R&T-Netzwerk der EADS unterhält einen Cluster von fünf Global Innovation Networks („GlossarGIN“). Die RTGs des Netzwerks werden über das entsprechende GIN betrieben (so werden beispielsweise die RTG Metallische Materialien, Nichtmetallische Verbundstoffe, Strukturen und Fortschrittliche Herstellung von der GIN „Optimierte Plattform-Strukturen“ betrieben).

Alle R&T-Aktivitäten des Unternehmens und der Geschäftsbereiche werden in einem einzigen, umfassenden R&T-Gruppenplan der EADS zusammengefasst. Das Portfolio des R&T-Plans der EADS Gruppe wird auf die R&T-Strategie der EADS ausgerichtet, die sich an der Strategie der Gruppe orientiert.

Unter der Verantwortung des Deputy and Chief Operating Officer Innovation des CTO werden die Executives der Globalen Innovationsnetzwerke (GlossarGIN) eine wichtige Rolle bei der Festigung der Beziehungen zwischen der Unternehmens-R&T und den Geschäftsbereichen spielen. Zusammen mit den R&T der Gruppe des R&T-Netzwerks der EADS stellen die GIN einen R&T-Plan in ihrem speziellen Technologiebereich auf, der auf die Technologiestrategie der EADS ausgerichtet ist. Die GIN sind für die Ergebnisse verantwortlich und konzentrieren sich auf die Sicherstellung der Ablieferung ausgewählter Schlüsselprojekte.

Eine wichtige Rolle im zukünftigen R&T-Plan der Gruppe werden Vorführmodelle spielen, die einzelne Technologien in Lösungen integrieren. Mit ihnen lässt sich die notwendige Zeit für die Einführung neuer Technologien innerhalb eines Produktes oder Prozesses verkürzen.

Mitglieder im Support und in den R&T-Fördergruppen der Organisation des CTO stellen sicher, dass R&T ein integraler Bestandteil des Geschäfts ist, indem sie starke Beziehungen mit der Abteilung Geschäftsentwicklung, Personalwesen, Finanzen, Geistiges Eigentum, Standardisierung und Kommunikation pflegen.

Die Gemeinschaft von EADS Innovation Works und EADS-R&T in den Geschäftseinheiten sorgt für eine Intensivierung und Expandierung der akademischen Zusammenarbeit mit führenden Universitäten und Technischen Hochschulen, indem sie Diplomanden, Postgraduates und Doktoranden die Möglichkeit zu einem In-House-Praktikum gibt, sowie durch die Vergabe von speziellen Forschungsprojekten.

Siehe auch „Teil 1/Erläuterungen und Analyse der Vermögens- und Ertragslage“.

 

Durchführung und Best Practices

In Zukunft wird die kontinuierliche Innovation noch wichtiger werden. Die Innovationszyklen werden kürzer und in allen Geschäftsfeldern von EADS tauchen neue Mitbewerber auf. Um sich in Zukunft eine marktführende Stellung zu sichern, muss EADS den anderen zu jeder Zeit mit innovativen Lösungen voraus sein.

Innovative Technologieprogramme werden in Zusammenarbeit mit dem EADS R&T-Netzwerk und EADS GlossarInnovation Works sowie durch ein starkes Netzwerk von Top-Spezialisten aus den Geschäftseinheiten geleitet. Die EADS ist darauf bedacht, die vorhandenen Ressourcen durch Kooperationen mit externen Organisationen für Forschung und angewandte Wissenschaft zu optimieren. Diese Kooperationen verhelfen EADS dazu, die vorhandenen Ressourcen dieser Organisationen zu nutzen, die ihrerseits vom Wissen der EADS-Systeme profitieren.

Siehe „Teil 1 – Forschungs- und Entwicklungskosten.“

Advanced Technology Initiative

Aktivitäten der Advanced Technology Initiative („ATI“) wurden 2004 gestartet und wurden 2006 als unternehmensübergreifende Initiative weitergeführt, um die Effizienz der Bereiche Entwicklung und R&T zu erhöhen. ATI schließt Leistungsvergleiche und die Vorhersage technischer Entwicklungen ein und gibt Antworten auf die Fragen: Welchen Stellenwert nimmt die Technologie innerhalb von EADS ein? Wie gut ist EADS in diesen Technologien im Vergleich zu Mitbewerbern? Welches sind die Schlüsseltechnologien der Zukunft? Dabei wird auch auf externe Erfahrungen und Expertisen zurückgegriffen, um andere Perspektiven und neue Sichtweisen einzubringen. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden Aktionspläne entwickelt, um die globale Technologiestrategie zu verbessern, indem Mängel beseitigt und die Zuweisungen von Ressourcen optimiert werden. ATI hat bereits jetzt zu Empfehlungen und Umsetzungen für das Management technologischer Risiken und zur Sicherung der technologischen Marktführerschaft geführt.

EADS-Unternehmensstiftung für Forschung

Die EADS-Unternehmensstiftung für Forschung (Fondation d’entreprise EADS) wurde im September 2004 in Frankreich gegründet, um multidisziplinäre Forschung in Luft- und Raumfahrttechnologien und den Austausch zwischen Forschern in staatlichen Einrichtungen, der Privatindustrie und Instituten an technischen Hochschulen zu fördern.

Mit einer Gesamtausstattung von Mio. € 24 über 5 Jahre operiert die Stiftung jetzt in ihrem dirtten Jahr und ist gut etabliert. Sie hat Beihilfen für 37 Doktorarbeiten und 19 postdoktorale Stipendien gestellt sowie 18 Forschungsprojekte finanziert.

Eines der Ziele der Stiftung ist der Aufbau von engen Beziehungen zwischen der öffentlichen Forschungsgemeinschaft und der Industrie und Ausbildung. Dafür vergibt sie jedes Jahr drei Preise im Bereich der industriellen Forschungszusammenarbeit, welche großartige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich durch herausragende Leistungsstandards in ihrer Forschungsarbeit, in Zusammenarbeit mit dem Industriesektor, hervorgetan haben, auszeichnen. Jedes Jahr werden zudem sechs Preise für die „Beste Thesis“ in verschiedenen Bereichen der Mathematik, Physik und Informatik vergeben. Um die interdisziplinären Studien zu fördern, bekleiden Vertreter aus allen Geschäftsbereichen der EADS einen Sitz im Verwaltungsrat und ein Drittel der Mitglieder setzt sich aus Vertretern der externen Forschungsgemeinschaft Frankreichs zusammen, wie dem nationalen Raumfahrtforschungszentrum ONERA, der Forschungseinrichtung CNRS, der Atomenergie-Kommission CEA und den größten Universitäten.

Die EADS-Unternehmensstiftung für Forschung unterstützt auch andere Organisationen, mit denen sie gemeinsame Ziele verfolgt, namentlich das Institut für Höhere Wissenschaftliche Studien (IHES), das sich der Spitzenforschung in der Mathematik und der theoretischen Physik widmet, die französische Stiftung für Luftfahrt- und Raumfahrtforschung, und die C. Génial Stiftung, welche die Verbreitung wissenschaftlicher und technischer Beiträge, besonders unter jungen Leuten, fördert. In diesem Zusammenhang unterstützt die Stiftung auch die Initiative „Wissenschaft in Schulen“. Diese zielt auf ein neues Image des Unterrichts wissenschaftlicher Fächer in Mittelschulen, höheren Schulung und Kursen der Stiftung ab.

Als Partner des Irène Joliot-Curie-Preises fördert die Stiftung darüber hinaus die Gleichbehandlung von Mann und Frau. Dieser Preis ist Frauen in Anerkennung hervorragender Leistung in der öffentlichen oder privaten Forschung gewidmet und soll mehr junge Frauen dazu bewegen Wissenschaft und Technologie zu studieren und die Position der Frau innerhalb der französischen Forschungsgemeinschaft stärken. Daneben unterstützt die Stiftung Projekte des öffentlichen Gesundheitswesens, in dem häufig Technologien zum Einsatz gelangen, die ihren Ursprung im Raumfahrtsektor haben. Im Dezember 2006 wurde der dritte „Envol Recherche-Tag“ durchgeführt. Verschiedene Protagonisten der Stiftung versammelten sich zu „Round-Table“-Gesprächen zu wissenschaftlichen Fragen in der Luftfahrt-, Verteidigungs- und Raumfahrtindustrie und für die Verleihung der Preise.

Andere Initiativen, einschließlich Stiftungen, für die Verbesserung der Zusammenarbeit mit öffentlichen Forschungsinstituten und Universitäten sind in Deutschland, Spanien, Großbritannien und den USA vorgesehen.

Bauhaus Luftfahrt (eine „Denkfabrik“ der Luftfahrtforschung)

EADS und die Regierung des Landes Bayern vereinbarten die Zusammenarbeit von drei deutschen Luftfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Bauhaus Luftfahrt zu gründen, eine Denkfabrik für kreative und interdisziplinäre Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Luftfahrt. Mit der Bauhaus Luftfahrt wird es der EADS möglich sein, neue bahnbrechende Aktionspläne auf dem Gebiet der Luftfahrt, durch die Übernahme eines innovativen Ansatzes für zukunftsorientierte, visionäre Lösungen, umzusetzen. Rechtzeitig zum einjährigen Bestehen im November 2006 haben sich insgesamt 20 Ingenieure und Wissenschaftler der Bauhaus Luftfahrt angeschlossen.

Akademische Partnerschaften

EADS betrachtet ihre Verbindung zur akademischen Welt als ein vorrangiges Ziel und entwickelt diese Beziehungen mit allem Nachdruck durch Verstärkung der Kooperation mit universitären Forschungslaboratorien, mittels einer intensiveren und zielgerichteten Zusammenarbeit durch das Herstellen einer allgemeinen Struktur mit mehreren akademischen Partnern auf höchster Ebene.

INNO’CAMPUS wird zusammen mit der berühmten École Normale Supérieure (ENS) de Cachan, in der Nähe von Paris, betrieben. Dabei arbeiten EADS-Forscher in den Forschungslaboratorien von ENS, die Studenten haben die Möglichkeit die EADS Innovation Works-Einrichtungen zu nutzen und es werden gemeinsame Seminare und Workshops über Konstruktionssimulation und –verhalten durchgeführt. Zusätzlich wurde eine Professur für Advanced Computational Structural Mechanics bei der ENS eingerichtet, die mit Mitteln aus der EADS-Unternehmensstiftung für Forschung finanziert wird.

Der TECHNO’CAMPUS wurde zusammen mit Airbus und vier Technischen Hochschulen in Nantes gegründet: der École Centrale, École des Mines, Polytech & ICAM. Aufgrund des hohen wissenschaftlichen Niveaus der öffentlichen Forschung in der Nähe der beiden Airbus-Produktionsstätten wurde dieser Standort gewählt. TECHNO’CAMPUS wird durch den französischen Staat, die Region der Loire sowie die Stadt Nantes aktiv unterstützt. Auf dem TECHNO’CAMPUS kommen Studenten, Forscher und Ingenieure von Schulen, Innovation Works und Airbus zusammen, um an Gemeinschaftsprojekten bei der -Erforschung der thermoplastischen Verbundstofftechnologie zu arbeiten und spezielle zerstörungsfreie Prüfmethoden zu entwickeln.

EADS Innovation Works und die École Polytechnique, ein vom Staat gefördertes Hochschul- und Forschungsinstitut und die renommierteste technische Grande École in Frankreich, sind, zusammen mit dem französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung für die wissenschaftliche Forschung im Bereich Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung, im November 2006 eine neue Partnerschaft eingegangen. Diese Vereinbarung trägt mit Verweis auf diese Forschungsbereiche den Namen „AIRIX“ und erhöht den wissenschaftlichen und technischen Austausch zwischen Forschern der öffentlich-rechtlichen Einrichtungen und den Forschern im industriellen Umfeld, in Bereichen wie Modellierung, Physik und verwandte mathematische Analyse. Diese Vereinbarung funktioniert als Motor für den Wissenstransfer und den Austausch von Ergebnissen zwischen der akademischen Welt und der Industrie.

 

Förderung und Schutz von Innovationen: Geistiges Eigentum

Geistiges Eigentum (Intellectual Property, „IP“), wie Patente, Marken und Know-how, spielen bei der Herstellung und dem Schutz der EADS-Technologien und Produkte eine wichtige Rolle. Durch den Schutz dieser Rechte an geistigem Eigentum ist die EADS in der Lage, ihre Wettbewerbsposition im Markt aufrechtzuerhalten und ihre Produkte ungehindert herzustellen und zu verkaufen.

 

Richtlinien

  • „Einer der bedeutendsten Vermögenswerte von EADS ist ihr geistiges Eigentum, einschließlich der Patente, Marken und des Know-hows, der Urheberrechte und der anderen urheberrechtlich oder anderweitig geschützten Informationen. Die EADS verfolgt eine Politik, durch die sie ihr kommerziell wichtiges geistiges Eigentum etablieren, schützen, erhalten und verteidigen kann. Die Rechte an diesem geistigen Eigentum werden auf angemessene Weise genutzt.
  • Die EADS respektiert die gültigen Urheberrechte anderer. Sie vervielfältigt und nutzt die Software oder andere lizenzierte Technologien anderer Lieferanten nur in dem durch den jeweiligen Lizenzvertrag oder durch gesetzliche Bestimmungen festgelegten Ausmaß.“

 

Organisation

Das Management des geistigen Eigentums bei EADS obliegt einem IP-Council, welches vom EADS Group IP-Head, der an den COO-Innovation berichtet, geleitet wird, und fachlicher Zusammenarbeit mit der Abteilung Corporate Legal Affairs. Führungskräfte, die für IP bei den Hauptniederlassungen verantwortlich sind, sitzen in diesem Ausschuss.

Auf der jedes Jahr stattfindenden Versammlung des Netzwerks der für IP bei den Gesellschaften der Gruppe Verantwortlichen, werden die EADS-IP-Strategie und -Richtlinien erörtert. Die IP-Policy und -Richtlinien werden in Übereinstimmung mit der globalen Strategie Innovation von diesem Council festgelegt, der sich ungefähr alle zwei Monate trifft.

Die EADS unterstützt ebenso das Training für IP-Angelegenheiten. Beim eintägigen Training an der Corporate Business Academy („GlossarCBA“) ist zum Beispiel ein ganzer Tag für IP-Belange vorgesehen.

Jede der Tochtergesellschaften der EADS-Gruppe verfügt über geschäftsspezifische IP die durch diese Tochtergesellschaft entwickelt wurde. Dort wo IP von allgemeinem Interesse innerhalb der Gruppe ist, kann die Tochtergesellschaft, die diese IP entwickelt hat, eine Lizenz vergeben, durch die eine anderweitige Verwendung anderenorts genehmigt wird (dabei sind, falls erforderlich, die Interessen der übrigen Aktionäre zu berücksichtigen). Die EADS selbst verfügt ebenfalls über geistiges Eigentum oder hat entsprechende Lizenzverträge mit ihren Tochtergesellschaften abgeschlossen. Die EADS zentralisiert und koordiniert das IP-Portfolio der EADS-Gruppe, verwaltet das IP zusammen mit ihren Tochtergesellschaften und fördert die Lizenzvergabe von gemeinsamem IP unter den Tochtergesellschaften. Die EADS kontrolliert den Schutz von IP, das in den strategischen Ländern erstellt wurde.

Des Weiteren stellt EADS sicher, dass die zum Schutz der Vertraulichkeit des IP der EADS-Gruppe erforderlichen Verfahren angewendet werden, die auch vertraglich gewährleisten, dass die Rechte Dritter geschützt werden (im Fall von Joint Ventures). Die Vertragsbedingungen für Lieferanten werden gegenwärtig verschärft und jeweils angepasst, soweit es um Geschäfte mit Ländern geht, in denen es weniger strenge IP-Gesetze gibt. Die Beschaffungsstrategie umfasst zudem, Verträge in einzelne Teile zu segmentieren, um das Risiko der Industriespionage und Fälschung zu reduzieren.

 

Durchführung und Best Practices

Um den Marktwert der Gruppe zu steigern, fördert das Team des EADS Chief Technology Officers die gemeinsame Nutzung von Wissen der einzelnen Geschäftseinheiten und aller Ressourcen, Kenntnisse und Forschungsmittel sowie der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel innerhalb der Gruppe, jedoch unter Wahrung bestehender vertraglicher und rechtlicher Regelwerke.

So müssen beispielsweise alle zwischen den Geschäftseinheiten der Gruppe geschlossenen Verträge, die Beteiligungen an R&T betreffen, Bestimmungen enthalten, die die Weitergabe von Wissen erlauben (EADS R&T-Netzwerkregeln).

Im Jahr 2006 bestand das EADS-IP-Portfolio aus etwa 5.400 Erfindungen (ca. 4.900 im Jahr 2005), die durch mehr als 18.400 Patente in der ganzen Welt geschützt werden.

  Download

 

2006

2005

2004

 

 

 

 

Neue Erfindungen eingereicht (einige davon sind durch verschiedene Patente geschützt)

792

586

521

EADS Patent-Portfolio (zum Jahresende)

18.366

15.036

13.515

Anwendungsbereich: EADS.