Umweltmanagement ISO14001/EMAS

Die EADS strebt für seine Industriestandorte eine Umweltzertifizierung an. Zum 31. Dezember 2006 waren 52 Standorte (29 zum 31. Dezember 2005) entweder GlossarISO-14001-zertifiziert oder durch EMAS registriert, was einem Anteil von mehr als 70% der gesamten EADS-Belegschaft entspricht. Bei Airbus, aber auch bei Military Aircraft Systems von EADS sowie innerhalb des Geschäftsbereichs Astrium wurden neue Zertifizierungsprozesse abgeschlossen. Dank dieser wichtigen Zunahme der zertifizierten Standorte ist die EADS-Gruppe in der Lage ihren Ansatz für das Umweltmanagement auszubauen.

Im Jahr 2006 hat Astrium Space Transportation ihre Ziele für die ISO-14001-Zertifizierung erreicht. Die Erst-Zertifizierung der französischen Standorte wurde im November 2006 erreicht, sie erfolgte einige Monate nach der erfolgreichen Neu-Zertifizierung der deutschen Standorte. Dies markiert den Beginn eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, dem sich das Management der Astrium ST verschrieben hat.

Nach der Zertifizierung der Werke in Hamburg und Toulouse im April 2006, wurde Airbus zum ersten und bisher einzigen Luftfahrtunternehmen weltweit, das eine ISO14001-Umweltzertifizierung erhielt, welche die 16 Produktionsstandorte von Airbus umfasst, einschließlich des Hauptsitzes von Airbus, sowie sämtliche Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus. Die ISO14001-Unternehmenszertfizierung erkennt an, dass Airbus ein stabiles Umweltmanagementsystem verwendet, um die Auswirkungen der Herstellungsprozesse und der Produkte von Airbus während ihres gesamten Lebenszyklus laufend zu überwachen und zu minimieren. Zu den umweltschonenden Innovationen im Herstellungsprozess gehört die erstmalige Verwendung eines „grüneren“, chemikalienfreien Mahlprozesses für Rumpfplatten; umweltfreundlichere Lackierprozesse sowie Schritte zur Senkung des Energie- und Wasserverbrauchs während der Herstellungsphase. Das Umweltmanagementsystem von Airbus unterstützt einen neuen Ansatz zur Senkung der Auswirkungen auf die Umwelt durch Produkte und Prozesse während des Lebenszyklus des Flugzeugs. Der Lebenszyklus umfasst Design, Beschaffung, Herstellung, Transport sowie Serviceleistungen während des Betriebs, einschließlich Wartung, Außerbetriebnahme des Flugzeugs und Recycling.

Während die klassische ISO 14001 nur eine standortabhängige Zertifizierung darstellt, hat sich Airbus mit mehreren anderen Organisationen (Handelskammer, nationale Wirtschaftsverbände, EADS Deutschland,) zusammengeschlossen, um die Richtlinien für eine innovative Umweltzertifizierung sowohl für die STANDORTE als auch für PRODUKTE während der Lebenszyklusphase (Produktionsstandorte sind nur ein Aspekt dieses Lebenszyklus) zu erstellen. Dieser integrierte Ansatz mit der Bezeichnung SPOEMS (Site and Product Oriented Environmental Management System) wird Airbus neben anderen Organisationen helfen, die von seinen Produkten während ihrer gesamten Lebensdauer ausgehende Umweltbeeinflussung systematisch zu bewerten und angemessene Verbesserungen, insbesondere auf der frühesten Entwicklungsstufe vorzusehen. SPOEMS wurde von der Europäischen Union für ihr Glossar„LIFE“-Programm ausgewählt.

Abfallrecycling

Angetrieben durch die GlossarISO-14001-Zertifizierungen wurden von den Geschäftseinheiten viele lokale Initiativen zum Abfallrecycling aufgegriffen, die über die regulatorischen Anforderungen hinausgehen (Erkennung, Trennung, Entsorgung). Ein Beispiel ist Astrium, Großbritannien: Einführung von zwei Abfallrecycling-Linien: eine für Glas und eine für Papier.

Klimawandel

Die Geschäftseinheiten der EADS unterlagen dem ersten von der EU verabschiedeten Emissionshandelsystem, die von EADS ausgeübten Tätigkeiten wirken sich aber nur sehr gering auf die Treibhausgasemissionen aus. Der Energieverbrauch bei EADS entsteht hauptsächlich durch Heizen und Beleuchtung (Büros, Verwaltungsgebäude, Produktionsstätten etc.) sowie aus Prozessen.

Ein potenzielles Risiko durch den Klimawandel ist für EADS-Geschäfte der ständig steigende Druck auf die Energiekosten. Sowohl von einem Kosten- als auch von einem betrieblichen Leistungsstandpunkt aus gesehen, erkennt die Gruppe jedoch an, dass auch sie verantwortlich ist für mögliche Einsparungen beim Energieverbrauch. Die EADS sieht dies als Gelegenheit, um kontinuierliche Verbesserungen in diesem Bereich vorzunehmen, im Besonderen bei den Umweltmanagementsystemen, die derzeit in der ganzen Gruppe eingerichtet werden.

Im Juli 2006 unterzeichneten Airbus und Eurocopter, zusammen mit fünf anderen europäischen Flugzeugherstellern eine Absichtserklärung für eine Gemeinsame Technologieinitiative (Joint Technology Initiative, „JTI“), mit der eine innovative „Clear Sky“ Policy vorbereitet wird. Diese Initiative ist das größte jemals gemeinsam mit der Europäischen Kommission verabschiedete Forschungsprojekt und dürfte über sieben Jahre laufen, mit einem geschätzten Gesamtbudget von rund Mrd. € 1,7. Es handelt sich um ein innovatives, großes technologisches Forschungsprogramm, mit dem sich die Auswirkungen der Lufttransporte auf die Umwelt radikal verbessern werden und aus dem innovative Technologien und Lösungen entstehen, die schrittweise Reduktionen der Lärm- und Schadstoffentwicklung sowie beim Verbrauch der Flugzeuge der nächsten Generation und damit verbundenen Komponenten und beim Betrieb erlauben. Mit dem Projekt soll der technologische Durchbruch demonstriert und bestätigt werden, der notwendig ist, um die vom Rat für Luft- und Raumfahrtforschung in Europa („ACARE”) festgelegten Umweltziele zu erreichen. Zu den vom ACARE verabschiedeten Zielen, die bis 2020 erreicht werden sollen, gehört eine 50%ige Reduktion der CO2-Emissionen, durch eine drastische Senkung des Treibstoffverbrauchs, ein 80%ige Reduktion der Stickoxid-Emissionen und eine Reduktion des wahrgenommenen Lärms um 50%. Vorgesehen ist auch das Design eines „grünen“ Produktlebenszyklus, einschließlich Herstellung, Wartung und Entsorgung.

Richtlinie zur Einschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe (RoHS)

Durch die europäische RoHS-Richtlinie wird die Verwendung von sechs gefährlichen Stoffen (Blei, Chrom VI, Quecksilber, Kadmium, PBB und PBDE) in Elektro- und Elektronikgeräten eingeschränkt. Die Europäische Kommission hat bestätigt, dass „Ausrüstungen, die die genannten Stoffe enthalten und die speziell für den Einbau in Flugzeugen, Schiffen oder anderen Transportmitteln entwickelt wurden, außerhalb des Anwendungsbereichs der RoHS-Richtlinie liegen“. Auch die Produkte für Verteidigung liegen außerhalb des Anwendungsbereichs der RoHS-Richtlinie. Es wird aber erwartet, dass sich die Industrie progressiv neuen umweltfreundlichen Alternativen bei Elektro- und Elektronikgeräten zuwenden wird. Diese Substitutionen bleiben für den Einsatz in der Luftfahrt aufgrund der Dauer des Produktlebenszyklus und der strengen Sicherheitsbestimmungen äußerst schwierig; die Einführung von Ersatzstoffen hat zusätzliche Tests und Zertifizierungen erforderlich gemacht.

Im Jahr 2004 hat EADS ein spezielles Netzwerk im Hinblick auf RoHS/Elektrische Abfallprodukte und Elektronische Ausrüstungen („WEEE“) installiert, das von CQO geleitet wird. Ein früherer Schwerpunkt der EADS war der Ersatz von Blei. Ein Positionspapier wurde im Juli 2005 erstellt, das an die Lieferkette und die Ingenieure weitergegeben wurde. Es werden derzeit Normen vorbereitet, um Richtlinien für die globale Luftfahrtindustrie beim Übergang zu sicherheits- und zuverlässigkeitsgeprüften Lösungen zu etablieren.

EADS und viele ihrer Geschäftseinheiten (Airbus, MBDA, Defence Electronics, Space Transportation) sind am LEAP-Konsortium (bleifreie Elektronik in Luftfahrtprojekten) beteiligt, das diese Normen vorbereitet. Darüber hinaus haben EADS und Boeing entschieden, in Teamarbeit die Schwierigkeiten bei diesem Übergang durch gemeinsame technische Lösungen zu überwinden und bei den Validierungstestprotokollen und den Regeln des Konfigurationsmanagements, die in der gesamten Luft- und Raumfahrtindustrie und ihrer Lieferkette in den kommenden Jahren umgesetzt werden, zusammenzuarbeiten.

Entsprechende IT-Tools werden eingesetzt, um gefährliche Stoffe, wie Blei, von der Lieferung bis zur Entsorgung nachzuverfolgen und zu kontrollieren.

Außerdem wurde eine Projekt-Partnerschaft zwischen Airbus, EADS DCS, den EADS GlossarInnovation Works, TechCI, einem Leiterplatten-Hersteller und ACTIA, einer Firma für den Zusammenbau von Leiterplatten, gebildet. Diese Partner gewannen eine Finanzierung von der EU (durch das LIFE-Programm) für die Entwicklung von Technologien für den Ersatz von Blei, mit der Bezeichnung Green Electronics in Aeronautical and Military Communication Systems (GEAMCOS). Mit dem Projekt soll es den Geschäftseinheiten der EADS möglich sein, zuverlässig 100% bleifrei zu löten und mittelfristig 100% bleifreie Elektronik-Platinen zu erhalten.

Flugzeug-Demontage und -Recycling

Die Lebensdauer eines Flugzeugs beträgt ca. 30 Jahre. Das bedeutet, dass die ersten Airbus-Flugzeugmodelle jetzt dabei sind das Ende ihres Lebenszyklus zu ereichen. Man geht davon aus, dass ungefähr 200 Flugzeuge pro Jahr in den nächsten zwanzig Jahren vom weltweiten Markt genommen werden.

Bis jetzt wurden alte Flugzeuge in Hangars gelagert oder in nicht umweltverträglicher Form demontiert. Um das Management der Außerdienststellung der Flugzeuge am Ende des Lebenszyklus zu verbessern, hat Airbus ein Konsortium mit EADS Innovation Works (ehemals GlossarCRC), Sogerma, Sita (einem Entsorgungsunternehmen) sowie der Préfécture des Hautes-Pyrénées geschaffen. Dieses Mio. € 2,4 teure Projekt GlossarPAMELA (Process for Advanced Management of End of Life Aircraft) wurde 2005 genehmigt. Am Flughafen von Tarbes ist ein speziell dafür eingerichtetes Zentrum entstanden, wo die Abläufe zur Außerdienststellung und zum Recycling der Flugzeuge unter sicheren und umweltfreundlichen Bedingungen getestet werden. Mit diesem Projekt soll demonstriert werden, dass 85–95% der Flugzeugkomponenten recycelt, wiederverwendet und rückgewonnen werden können. Es gibt EADS auch die Möglichkeit, weitere umweltrelevante europäische Bestimmungen zum Abfallrecycling vorwegzunehmen. Das erste Flugzeug, das zurzeit demontiert wird (seit März 2006) ist eine Airbus A300. Die aus diesem Projekt und aus weiteren Demontagen gewonnenen Erfahrungen werden in das Design neuer Flugzeuge einfließen, damit das Recycling zukünftiger Flugzeuge noch einfacher wird.

Weitere Berichte: Airbus veröffentlicht alle zwei Jahre einen Umweltbericht, der über die Webseite www.airbus.com abgerufen werden kann. Der vierte Umweltbericht von Airbus wurde 2006 veröffentlicht.

  Download

 

2006

 

 

ISO14001-Zertifizierung/EMAS-Registrierung – Liste der Standorte, die über eine Zertifizierung verfügen

52

Anzahl der Standorte, die über die EU-ETS-Zertifizierung verfügen

12

CO2-Emissionen insgesamt (in Tonnen)

330.000

CO2-Emissionen insgesamt, gemäß Erklärung nach EU ETS (in Tonnen)

170.000

Direkter Energieverbrauch, segmentiert nach Primärquelle (in MWh)

2.910.000

Emissionen von leichtflüchtigen organischen Komponenten (in Tonnen)

3.900

Wasserverbrauch insgesamt (in m3)

5.520.000

Menge des Wasserabflusses insgesamt (in m3)

3.050.000

Produktion gefährlicher Abfallstoffe insgesamt (in Tonnen)

41.300

Produktion nicht gefährlicher Abfallstoffe insgesamt (in Tonnen)

83.000

Anwendungsbereich: Umfasst rund 90% des EADS-Personals, Daten für 2006 zusammengestellt aus verfügbarem Datenmaterial, Definitionen müssen auf die verschiedenen Länder abgestimmt werden, in denen EADS geschäftlich tätig ist. Bis auf die Angabe der Standorte sind alle Zahlen gerundet.