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Baureihe A320-Familie

Bei Aufträgen und Auslieferungen stellte Airbus neue Rekorde auf. Gleichzeitig wurde das GlossarPower8-Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vorangetrieben.


Im Jahr 2007 übertraf Airbus alle bisherigen Auftrags- und Auslieferungsrekorde, hatte jedoch gleichzeitig große industrielle Herausforderungen zu meistern.

Mit einem Auftragsbestand von mehr als 3.400 Maschinen zum Jahresende 2007 erreichte der Geschäftsbereich einen neuen historischen Höchststand, der die Fertigungslinien – bei steigenden Produktionszahlen – für sechs Jahre auslastet. Auch in Sachen Auslieferungen erreichte Airbus 2007 wichtige Zielmarken: Es wurde nicht nur die erste A380 übergeben, sondern es nahm auch die 5.000ste Maschine in der Geschichte von Airbus ihren Dienst beim Kunden auf.

Zugleich hat das Management ein weitreichendes Restrukturierungsprogramm angestoßen zu dem Zweck, die vom rapiden Kursverfall des US-Dollars gefährdete Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Das auf vier Jahre angelegte Power8-Programm lief im Februar 2007 an und hat die für das vergangene Jahr gesteckten Ziele erreicht sowie erste Kosteneinsparungen erzielt. Bis 2010 strebt die Airbus-Führung Kostensenkungen von € 2,1 Milliarden und Liquiditätseinsparungen von insgesamt € 5 Milliarden an.

2007 erhöhte Airbus die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge auf 453 Maschinen (2006: 434) und hält damit einen Weltmarktanteil von 51 Prozent. Der Umsatz blieb mit € 25,2 Milliarden stabil, obwohl sich die Umsatzrealisierung im laufenden Entwicklungsprogramm für den Militärtransporter A400M verringerte und der Verfall des Dollarkurses das Ergebnis um € 1.080 Millionen beeinträchtigte. Der GlossarEBIT-Verlust erhöhte sich auf € 881 Millionen (2006: € -572 Millionen). Die Ursachen für diese Entwicklung waren die Belastungen durch die Verzögerungen im Programm A400M, dem Power8-Programm sowie dem Start des Programms für das neue mittelgroße GlossarLangstreckenflugzeug A350 XWB.

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Airbus steigert die Produktion sowohl bei neuen Modellen wie der A380 als auch in bestehenden Baureihen wie der A320.


(in Mio. €)

2007

2006

Veränd.

 

 

 

 

Umsatz

25.126

25.190

+0 %

EBIT

-881

-572

-54 %

Aufragseingang

117.323

53.367

+120 %

Auftragsbestand

283.829

210.115

+35 %

 

 

 

 

(in Stückzahlen)

 

 

Auslieferungen

453

434

+4 %

Auftragsbestand

3.421

2.533

+35 %

Auftragseingang in Rekordhöhe

Airbus stärkte seinen Auftragsbestand mit neuen Festaufträgen über 1.458 Flugzeuge (brutto) im Wert von US$ 181,1 Milliarden nach Listenpreisen. Damit übertraf Airbus seinen Rekordauftragseingang von 1.111 Bestellungen aus dem Jahr 2005 und sicherte sich im Segment der Flugzeuge mit 100 oder mehr Sitzen einen Marktanteil von 51 Prozent nach Stückzahlen sowie nach Auftragswert. Die Nettobestellungen nach Auftragsstornierungen beliefen sich auf 1.341 Maschinen im Wert von US$ 157,1 Milliarden nach Listenpreisen, was einem Marktanteil von 49 Prozent nach Stückzahlen beziehungsweise 48 Prozent nach Auftragswert entspricht.

Besonders stark getrieben wurde der Absatz von den schnell wachsenden Fluglinien im asiatisch-pazifischen Raum, in Indien und im Mittleren Osten. Eine anhaltend große Nachfrage kam auch von Niedrigpreis-Airlines und traditionellen Fluggesellschaften in Europa und den USA, die ihre Flotten modernisieren und vergrößern.

Für die A380 gingen 33 neue Festaufträge ein (brutto) – ein Beleg dafür, dass Bestandskunden mit Nachbestellungen ihr Vertrauen bekräftigten und die Attraktivität der Maschine auch Neukunden überzeugte.

Die A350 XWB wurde im Berichtsjahr von zwölf Kunden insgesamt 290 Mal in Auftrag gegeben. Dies bestätigt, dass der Markt das überarbeitete Flugzeugdesign begrüßt und die Maschine alle Anforderungen an ein Langstreckenflugzeug erfüllt. Ende 2007 lagen insgesamt 292 Festaufträge für die A350 XWB vor.

Mit 221 Aufträgen (netto 187) von 29 Kunden verzeichnete die A330/A340-Familie ihren bislang höchsten Bruttoauftragseingang eines Jahres. Damit erhöht sich der Auftragsbestand auf knapp 400 Maschinen.

Die beliebten Flugzeuge mit nur einem Mittelgang aus der A320-Familie wurden mit brutto 914 (netto 913) Aufträgen fast so oft bestellt wie im Rekordjahr 2005 (918). Mit über 5.800 Aufträgen ist die A320 damit das weltweit meistverkaufte Verkehrsflugzeug.

Dank reger Nachfrage erreichten die Verkaufszahlen für den ACJ (Airbus Corporate Jetliner) den Meilenstein von 100 Aufträgen – gerade einmal zehn Jahre nach seiner Markteinführung.

Umsetzung des Power8-Programms

Die Aufgabe des Restrukturierungsprogramms GlossarPower8 besteht in der Erneuerung von Airbus hin zu einem voll integrierten Unternehmen, das schlanker, effizienter und produktiver sein wird. Die Ziele dieses Prozesses sind die schnellere Entwicklung von Flugzeugen und eine stärkere Konzentration auf das Kerngeschäft von Airbus – die Konstruktion und Integration von Flugzeugen und Unterstützung ihres Betriebs.

Power8 hat seine Jahresziele erreicht und die für 2007 geplanten Kosteneinsparungen von mehr als € 300 Millionen sogar übertroffen. Zudem hat Airbus die Integration der Geschäftseinheit einen Schritt vorangebracht, indem es seine acht zumeist auf nationaler Ebene organisierten Kompetenzzentren zu vier vollständig länderübergreifenden Organisationen verschmolz. Diese bedienen nun die Bereiche Rumpf und Kabine, Tragflächen und Triebwerksgondeln, Heck und Leitwerk sowie Flugzeugkomponenten.

EADS und Airbus beabsichtigen, die Airbus-Lieferkette durch den Verkauf von Fertigungsstätten für Flugzeugstrukturen an Käufer zu veräußern, die langfristige Partnerschaften mit Airbus eingehen und somit zu starken Vorzugszulieferern werden.

Gezielte Ausweitung der Produktion

Im Zuge einer umsichtigen Produktionsausweitung fährt Airbus die Fertigungsraten der neuen sowie der bestehenden Modellbaureihen hoch.

Das industrielle Programm für die A380-Produktion wird auf den Weg gebracht. Zum Jahresende waren insgesamt 25 Flugzeugzellen montiert, und zehn A380 – fünf Test- und fünf Kundenflugzeuge – hatten bereits ihren ersten Start absolviert. Ein weiterer Entwicklungsmeilenstein war das Fixieren des Designs eines neuen digitalen Konstruktionsmodells („Digital Mock-Up“), das künftig für noch nicht montierte Flugzeuge eingesetzt wird. Der erste GlossarHochlauf dieses Systems ist für Anfang 2008 geplant. Auch 2008 wird die A380-Fertigung beschleunigt werden, sodass die endgültige Fertigungsrate von monatlich vier Flugzeugen 2010 erreicht werden kann.

Indien ist einer der dynamischsten Märkte weltweit. (Foto)
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Indien ist einer der dynamischsten Märkte weltweit.

Die A320-Produktion wird ebenfalls hochgefahren: Bis Ende 2008 soll eine monatliche Fertigungsrate von 36, bis 2010 von 40 Maschinen erreicht werden. Dabei handelt es sich um den höchsten Produktionstakt, in dem jemals ein Verkehrsflugzeug hergestellt wurde. In der A330/A340-Familie ist für 2008 ein monatlicher Produktionsausstoß von acht Flugzeugen geplant, der bis 2010 auf zehn Maschinen steigen soll.

Gleichzeitig hat Airbus die Entwicklung seines neuesten Flugzeugs weiter vorangetrieben: Im Juli vollendete die A350 XWB den wichtigen Schritt der allgemeinen Designfixierung („Design Freeze“). Ende 2007 standen bereits die meisten Systemlieferanten fest, und auch die Vergabe der Arbeitspakete war nahezu abgeschlossen.

Das jüngste Mitglied der A330/A340-Familie – die Frachtversion der A330-200 – wurde im Januar 2007 auf den Markt gebracht. Die erste Auslieferung ist für Ende 2009 geplant.

Vorteile durch weltweite Zusammenarbeit

Airbus widmete sich intensiv dem Aufbau strategischer Beziehungen zu internationalen Partnern in Russland und China.

Mit der russischen United Aircraft Corporation (UAC) unterzeichnete Airbus drei neue Vereinbarungen: UAC wird sich zu 5 Prozent am Bau der Flugzeugzelle der A350 XWB beteiligen, in Form eines Joint Ventures an der Umrüstung von A320-Maschinen in Zivilfrachter teilnehmen und einen Beitrag zum Airbus-Technikzentrum in Russland leisten.

In China wurde ein Joint-Venture-Vertrag für die A320-Endmontagelinie in Tianjin unterzeichnet. Die Montage kann dort voraussichtlich 2009 beginnen. Airbus wird 51 Prozent der Anteile am Joint Venture halten, das chinesische Konsortium 49 Prozent.

Die industrielle Zusammenarbeit mit China wurde durch eine gemeinsame Absichtserklärung mit Chinas nationaler Entwicklungs- und Reformkommission NDRC verstärkt; diese sieht eine Übertragung von 5 Prozent der Produktionsanteile an der Flugzeugzelle der A350 XWB an chinesische Luftfahrtunternehmen vor. In Harbin soll 2009 im Rahmen des Joint Ventures ein Fertigungszentrum für Verbundstoffteile und -komponenten eröffnet werden.

Ausbau des Kundendienstes

Das im Jahr 2007 ausgebaute Kundendienstangebot Air+ ermöglicht es Flugzeugbetreibern, entsprechend ihrem Bedarf aus einem umfassenden Portfolio von Unterstützungs- und weiteren Serviceleistungen auszuwählen. Ein Beispiel für die neu entwickelten Dienstleistungsinnovationen stellen die Airbus Flight Hour Services dar, die Reparaturstandzeiten auf ein Minimum verkürzen.

Das Ziel heißt Umwelteffizienz

Airbus setzt sich an vorderster Front dafür ein, die Luftfahrt mit technischen Mitteln umwelteffizienter zu machen. Als weltweit erstes Luft- und Raumfahrtunternehmen erhielt Airbus das Zertifikat nach der Umweltmanagement-Norm ISO14001 für alle seine Standorte und Produkte. Darüber hinaus unterstrich das Management sein Eintreten für ein umweltverträglicheres Wachstum der gesamten Luft- und Raumfahrtbranche.

In diesem Sinne hat Airbus mit mehreren Partnern, darunter Qatar Airways, Rolls-Royce und Shell International Petroleum, eine Vereinbarung zur Erforschung der Vorteile von synthetischen Flugzeugtreibstoffen unterzeichnet.

Ausblick

Zum Ende des Berichtjahrs war das Auftragsbuch von Airbus auf einen Rekordstand von 3.421 Bestellungen angewachsen. 2008 dürften die etwa 700 erwarteten Aufträge die Auslieferungen erneut übersteigen, obwohl die Nachfrage der Airlines angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage und der Kreditverknappung beeinträchtigt werden könnte. In Anbetracht der geplanten Produktionsausweitung wird Airbus mehr Flugzeuge ausliefern als 2007.

Der Entwicklungsarbeit an der A350 XWB gilt das besondere Augenmerk des Geschäftsbereichs. Dabei steht vor allem das bis Ende 2008 geplante Festlegen der Detaildefinitionen im Mittelpunkt.

Airbus wird seine Restrukturierung in Übereinstimmung mit dem Power8-Programm fortsetzen, um trotz der Schwäche des US-Dollars wettbewerbsfähig zu bleiben und die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern.