Die Gesamtstrategie des Konzerns verfolgt das Ziel, die umweltfreundlichsten Produkte und Prozesse der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie zu entwickeln. Damit wird die EADS ihre Umweltleistung verbessern und bedeutende unternehmerische Vorteile erwirtschaften.
Daher nahm Chief Executive Officer Louis Gallois das Thema Umwelteffizienz als eines der obersten Leitziele in die „
Vision 2020“ auf. Diese strategische Handlungsvorgabe für die nächsten zwölf Jahre hat konzernweit bereits zu konkreten Veränderungen geführt.
Die größte Herausforderung: der Klimawandel
Die derzeitige Umweltbelastung durch den Luftverkehr ist relativ gering; dennoch ist eine Senkung der Emissionen erforderlich, um das künftige Wachstum unseres Wirtschaftssektors nicht zu gefährden. Neue Technologien sind daher unerlässlich, wenn die Branche weiter zum Nutzen der Weltwirtschaft expandieren soll.
Die wirtschaftlichen Erträge der Luftfahrt haben ein beträchtliches Niveau erreicht und wachsen stetig weiter. Auf sie entfallen derzeit 8 Prozent1) des weltweiten Bruttosozialprodukts, aber nur 2 Prozent2) der vom Menschen erzeugten CO2-Emissionen (wobei dieser Wert ohne entsprechende Gegenmaßnahmen bis 2050 auf 3 Prozent zunehmen könnte).
1) laut Air Transport Action Group
2) laut Weltklimarat (IPCC)
Lösungen durch neue Technologien
Die Luftfahrtbranche hat die Geräuschemissionen in weniger als 40 Jahren um 75 Prozent reduziert und die Treibstoffeffizienz um 70 Prozent gesteigert. Doch die Verbrauchswerte lassen sich durch moderne Technik auch heute noch erheblich verbessern. So benötigt eine A380 je 100 Kilometer pro Fluggast weniger als drei Liter Treibstoff, während der Durchschnitt bei knapp über 5 Litern liegt.
Die EADS leistet massive Investitionen in die Entwicklung neuer Technologien. 2006 flossen rund € 2,5 Milliarden in
Forschung und Technologie, das sind sechs Prozent des Umsatzes. Die EADS wird diese Anstrengungen weiter intensivieren, um bei umweltschonenden Technologien eine Spitzenposition einzunehmen.
Airbus widmet den größten Teil seines Budgets für Forschung und Technologie der Senkung des Treibstoffverbrauchs und der Verringerung umweltbelastender Faktoren. Der Flugzeughersteller hat sich verpflichtet, seinen umweltspezifischen F&T-Etat ab 2008 um 25 Prozent aufstocken, indem er sich öffentlich zu den Emissionszielen des europäischen Luftfahrtforschungsrats ACARE bekannte. Zusätzlich forscht Airbus auf dem Gebiet der synthetischen Kraftstoffe (siehe Artikel „Alternative Treibstoffe“ ).
Wie Airbus leisten auch alle übrigen EADS-Geschäftsbereiche ihren Beitrag. Astrium etwa definiert Raumfahrttechnologien (siehe Interview „Welche Rolle kommt der Raumfahrt im Klimaschutz zu?“), die der Erfassung von Umweltphänomenen dienen und bei ihrer Eindämmung eine Rolle spielen.
Zusätzlich betätigt sich die EADS in zentraler Position in Forschungsinitiativen wie der EU-weiten gemeinsamen Technologieinitiative „
Clean Sky“, die Anfang 2008 offiziell angelaufen ist (siehe Clean Sky).
Die EADS beteiligt sich zudem am europäischen Programm SESAR zur Optimierung des Luftverkehrs, indem sie das europäische Flugverkehrsmanagement harmonisiert. Das Programm soll die Effizienz um voraussichtlich rund 10 Prozent steigern.
Fertigung und Produktlebenszyklus
Umweltgerechtes Verhalten umfasst für einen Hersteller auch die Kontrolle und Steuerung der gesamten Lebenszyklen seiner Erzeugnisse – vom Entwurf bis zur Entsorgung. Die EADS befindet sich bei der Entwicklung sauberer Prozesse und umwelteffizienter Verfahrensansätze in einer führenden Position.
Inzwischen haben die meisten EADS-Standorte die Umweltzertifizierung nach ISO 14001 erhalten. Airbus ist heute als erstes Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche für seine eigenen europäischen Standorte und für produktbezogene Prozesse zertifiziert.
Ein weiterer Teil dieser Anstrengungen ist das Projekt PAMELA (Process for Advanced Management of End of life of Aircraft) zur umweltgerechten Auslegung des Rückbaus und Recyclings ausgedienter Flugzeuge. Mitte 2007 begann die industrielle Umsetzung durch das Unternehmen Tarmac Aerosave.
Darüber hinaus ist die EADS im Umgang mit Gefahrstoffen aktiv – ein wichtiger Faktor für die Risikokontrolle im Zusammenhang mit der neuen EU-Vorschrift zur Registrierung, Bewertung, und Zulassung chemischer Stoffe (REACH).

