Airbus betreibt ein Langzeit-Forschungsprogramm zur Einsatzfähigkeit alternativer Treibstoffe. Das Fernziel ist eine Luftverkehrsbranche ohne Kohlenstoffemissionen.

Die Forschung konzentriert sich heute auf die Senkung der CO2- sowie weiterer Emissionen. Spezifische Studien werden sich ferner mit dem Optimierungspotenzial der Fluggesellschaften befassen und zum Beispiel die Steigerung des Nutzlast-Reichweiten-Verhältnisses, die Senkung des Treibstoffverbrauchs und die Verlängerung der Lebensdauer von Triebwerken untersuchen.

Am 1. Februar 2008 führte Airbus seinen ersten Testflug mit alternativem Treibstoff durch. (Foto)
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Am 1. Februar 2008 führte Airbus seinen ersten Testflug mit alternativem Treibstoff durch.

Airbus wird sich zunächst auf alternative Treibstoffe konzentrieren, die heute oder in der nahen Zukunft in ausreichender Menge erhältlich sind, damit mittelfristig konkrete Verbesserungen möglich werden. Airbus rechnet aber auch damit, dass bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts noch schadstoffärmere Alternativen verfügbar sein werden. Bei der Entwicklung solcher Biotreibstoffe oder Biotreibstoff-Gemische muss allerdings darauf geachtet werden, dass sie aus Biomasse gewonnen werden, um zu verhindern, dass durch ihre Produktion Anbauflächen oder Wasser verbraucht und natürliche Kohlenstofffilter wie der Regenwald belastet werden.

Gegenwärtig stellt das GtL-Verfahren (Gas-to-Liquid) die Variante mit dem größten praktischen Wert dar. Dabei handelt es sich um eine Technologie, bei der Erdgas in flüssiges Kerosin umgewandelt wird. Dessen Eigenschaften gleichen denen konventionellen Gasturbinen-Kraftstoffs; damit ist es für aktuelle Flugzeugtriebwerke geeignet und empfiehlt sich als Sofortlösung zum Ersatz des heute verwendeten Kerosins. GtL-Treibstoff weist für die lokale Luftqualität attraktive Eigenschaften auf, bietet gute Verbrauchswerte und könnte leicht dort bereitgestellt werden, wo er benötigt wird.

Das Testflugzeug A380 MSN004 flog von Filton nach Toulouse. Eines seiner Triebwerke wurde mit GtL-Treibstoff gespeist. (Foto)
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Das Testflugzeug A380 MSN004 flog von Filton nach Toulouse. Eines seiner Triebwerke wurde mit GtL-Treibstoff gespeist.

Praktische Schritte

Anlässlich der Dubai Air Show 2007 vereinbarte Airbus mit den Partnern Qatar Airways, Qatar Petroleum, Qatar Fuels, Qatar Science and Technology Park, Rolls-Royce und Shell International Petroleum Company, die Einsatzfähigkeit von GtL-Treibstoffen zu untersuchen.

Kurz darauf – zu Beginn des Jahres 2008 – wurde eines von vier Triebwerken eines Airbus A380 vor dem Flug von Filton (Großbritannien) nach Toulouse (Frankreich) mit GtL-Treibstoff gespeist. Dieser Flug war der erste einer ganzen Serie von Testflügen zur Erforschung der Umweltauswirkungen alternativer Treibstoffe.

Längerfristig ist auch der Einsatz von Biotreibstoffen der zweiten Generation denkbar, die heutzutage allerdings noch nicht in der für kommerzielle Flüge benötigten Menge zur Verfügung stehen. Insbesondere die Beschaffung ausreichend großer Mengen von verwendbarer Biomasse, die nicht mit der agrarwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion um Anbauflächen konkurriert, gestaltet sich schwierig.