Wechselkursrisiko
Ein beträchtlicher Teil der Erträge der EADS lauten auf US-Dollar, während ein erheblicher Anteil der Kosten in Euro und zu einem geringeren Teil in Pfund Sterling anfällt. Folglich wären die Gewinne der EADS in dem Ausmaß, in dem die EADS es unterlässt, sich gegen dieses Ungleichgewicht zwischen Fremdwährungen durch Finanzinstrumente abzusichern, von den Schwankungen des Wechselkurses zwischen dem US-Dollar und diesen Währungen abhängig. Die EADS verfolgt daher zur Handhabung und Minimierung dieses Risikos eine Strategie zur Absicherung von Wechselkursrisiken. Um den Wechselkurs, zu dem US-Dollar-Erlöse (hauptsächlich bei Airbus und im kommerziellen Satellitengeschäft generiert) in Euro oder britische Pfund umgerechnet werden, zu sichern, verwaltet die EADS ein langfristiges Kurssicherungs-Portfolio. Die Feststellung, ob und wann sich das Wechselkursrisiko der EADS tatsächlich verwirklicht, ist äußerst komplex, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeit unvorhersehbarer Ertragsänderungen aufgrund von Auftragsstornierungen oder -verschiebungen. Darüber hinaus trägt die EADS das Risiko der Nichterfüllung durch ihre Kurssicherungsgeschäftspartner, da ein wesentlicher Teil des Fremdwährungsrisikos der EADS über vertragliche Vereinbarungen mit Dritten abgesichert ist. Es kann nicht zugesichert werden, dass die Wechselkurssicherungsstrategie der EADS die Gesellschaft völlig vor wesentlichen Wechselkursänderungen zwischen dem US-Dollar und dem Euro bzw. dem britischen Pfund schützt und dass solche Änderungen keinen Einfluss auf die Ertragslage und die Vermögenslage haben.
Die konsolidierten Erlöse, Kosten, Aktiva und Passiva, die auf andere Währungen als den Euro lauten, werden zum Zweck der Erstellung des Jahresabschlusses in Euro konvertiert. Die EADS-Strategie zur Absicherung des Wechselkursrisikos zielt darauf ab, den Cashflow des Unternehmens und weitestgehend das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten („EBIT*“) abzusichern. Veränderungen des Wertes dieser Währungen in Bezug zum Euro haben Auswirkungen auf den Euro-Wert der durch die EADS ausgewiesenen Umsatzerlöse, Kosten, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und, in geringerem Maße, des EBIT*.
Wechselkursschwankungen bei den Währungen, außer dem US-Dollar, in welchen der Großteil der betrieblichen Aufwendungen der EADS anfällt (hauptsächlich der Euro), können den Wettbewerb zwischen der EADS und ihren Konkurrenten, deren Kosten in anderen Währungen entstehen, verzerren. Dies trifft insbesondere auf Wechselkursschwankungen gegenüber dem US-Dollar zu, da die Preise vieler Produkte der EADS und ihrer Konkurrenten (z.B. im Rüstungsexportmarkt) in US-Dollar ausgewiesen werden. Die Konkurrenzfähigkeit der EADS könnte in jenem Umfang beeinträchtigt werden, in dem die Hauptwährungen der EADS gegenüber den Hauptwährungen ihrer Konkurrenten an Wert gewinnen.
Eine Darstellung der Wechselkurssicherungspolitik der EADS finden Sie im Abschnitt „EBIT* Leistung nach Geschäftsbereich – Kurssicherungsauswirkungen auf EBIT*“. Eine Zusammenfassung darüber, wie Wechselkurssicherungstransaktionen von der EADS buchhalterisch erfasst werden, findet sich in „Bilanzierung gesicherter Transaktionen im Jahresabschluss“.
Absatzfinanzierungsrisiko
Zur Unterstützung der Verkäufe (im Hinblick auf Verkehrsflugzeuge in erster Linie durch Airbus und ATR) könnte sich die EADS entschließen, mit ihren Kunden eine Finanzierung durchzuführen. Als Folge davon hält die EADS ein bedeutendes Portfolio von Leasing- und anderen Finanzierungsvereinbarungen mit Fluglinien. Das Risiko aus den Absatzfinanzierungsaktivitäten der EADS kann in zwei Kategorien eingeteilt werden: (i) Kreditrisiken, die die Fähigkeit eines Kunden, seinen Verpflichtungen aus einer Finanzierungsvereinbarung nachzukommen, betreffen, und (ii) das Risiko betreffend den Wert eines Flugzeugs, das sich primär auf einen unerwarteten Verfall des künftigen Wertes des Flugzeugs bezieht. Zu den Maßnahmen, die EADS zur Reduzierung dieses Risikos ergriffen hat, zählen optimierte Finanzierungs- und Vertragsstrukturen, eine breite Streuung über eine Vielzahl an Flugzeugen und Kunden, Bonitätsanalysen der finanzierenden Geschäftspartner, Rückstellungen für das Kredit- und das Vermögenswertrisiko und der Transfer von Risiken auf Dritte. Es kann nicht zugesichert werden, dass diese Maßnahmen die EADS völlig vor Zahlungsausfällen ihrer Kunden oder vor wesentlichen Minderungen des Wiederverkaufswerts der finanzierten Flugzeuge schützen.
Die Absatzfinanzierungsvereinbarungen setzen die EADS dem Risiko bezüglich des Flugzeugwerts aus, da die EADS Sicherungsrechte an den Flugzeugen zu dem Zweck behält, die Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen von Kunden gegenüber der EADS zu sichern, und da die EADS einen Teil des Marktwertes bestimmter Flugzeuge während einer bestimmten Zeitdauer nach der Lieferung an den Kunden garantiert. Unter schlechten Marktbedingungen könnte der Markt für gebrauchte Flugzeuge illiquide werden und der Marktwert von gebrauchten Flugzeugen wesentlich unter die prognostizierten Werte sinken. Im Falle des Zahlungsausfalls eines Kunden zu einer Zeit, in der der Marktwert für gebrauchte Flugzeuge unerwartet gefallen ist, wäre die EADS dem Risiko in Höhe der Differenz zwischen dem ausstehenden Kredit und dem gefallenen Marktwert des Flugzeugs ohne Nebenkosten (wie Wartungs- und Wiedervermarktungskosten usw.) ausgesetzt. Ähnlich verhält es sich, wenn ein unerwarteter Verfall des Marktwertes für ein Flugzeug mit dem Ausübungsfenster einer Sachwertgarantie („AVG“) hinsichtlich dieses Flugzeugs zusammenfiele. In diesem Fall wäre die EADS dem Risiko ausgesetzt, die Differenz zwischen dem Marktwert eines solchen Flugzeugs und dem AVG-Betrag zu verlieren. Es kann keine Zusicherung darüber abgegeben werden, dass die von der EADS vorgenommenen Rückstellungen für die Deckung dieser potenziellen Verluste ausreichend sind. Über den Bereich Airbus Asset Management oder als Ergebnis früherer Finanzierungstransaktionen ist die EADS Eigentümer gebrauchter Flugzeuge, wodurch sie unmittelbar dem Risiko der Schwankung des Marktwerts dieser gebrauchten Flugzeuge ausgesetzt ist.
Schließlich hat die EADS auch diverse ausstehende Deckungsverpflichtungen, um die Finanzierung des Auftragsbestands von Airbus und ATR abzusichern. Wenngleich aufgrund früherer Erfahrungen kaum anzunehmen ist, dass alle geplanten Finanzierungen tatsächlich durchgeführt werden, so kann eine Verschlechterung der Bedingungen an den Kreditmärkten doch dazu führen, dass die Summe, die für externe Finanzierungen der Flugzeugkäufe für die Kunden zur Verfügung steht, abnimmt, sodass sie die Deckungsverpflichtungen der EADS erhöhen. Vor allem könnten die anhaltenden, durch die Subprime-Krise in den USA ausgelösten Marktstörungen die Lage verschlechtern, was dazu führen könnte, dass verschiedene mögliche Kreditquellen für die Finanzierung von Flugzeugkäufen wegfallen. In dem Maße, wie die Kunden der EADS sich an den Konzern wenden, um Lücken zu schließen, könnte das Absatzfinanzierungsrisiko der EADS in Abhängigkeit von dem mit den Kunden getroffenen Abmachen erheblich steigen. Trotz der von der EADS eingeleiteten Maßnahmen zur Vermeidung von Risiken in Zusammenhang mit den oben beschriebenen Absatzfinanzierungsgeschäften wird die EADS weiterhin dem Ausfallrisiko der Kunden bzw. dem Risiko eines erheblichen Wertverlusts der finanzierten Flugzeuge auf dem Wiederverkaufsmarkt ausgesetzt sein, was sich negativ auf ihre künftige Vermögens- und Ertragslage auswirken könnte.
Kreditrisiko von Geschäftspartnern
Die EADS ist dem Kreditrisiko in dem Maße ausgesetzt, wie ihre Geschäftspartner für Finanzinstrumente, wie etwa Absicherungsinstrumente und Barkapital, ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen. Der Konzern hat Richtlinien zur Vermeidung der Konzentration und zur Begrenzung von Kreditrisiken eingeführt.
Bargeschäfte und derivative Finanztransaktionen werden mit einer großen Zahl von Finanzinstituten weltweit abgeschlossen, allerdings nur, wenn diese strengen Qualitätskriterien in Bezug auf die Bonität gerecht werden. Die EADS hat ein Kreditlimitsystem etabliert, um das Kreditrisiko aktiv zu steuern und zu begrenzen. Hierbei werden den Vertragspartnern Kreditlinienobergrenzen für Finanztransaktionen zugeordnet, die zumindest auf Basis der Einschätzung der Kreditwürdigkeit seitens Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings beruhen. Die entsprechenden Grenzwerte werden regelmäßig überwacht und aktualisiert, es kann jedoch nicht zugesichert werden, dass die EADS nicht trotz dieser Grenzen und einer Streuung der Geschäftspartner den Gewinn aus bestimmten Derivaten oder Baranlagen einbüßt, wenn ein systemische Zunahme der durch die US-Subprime-Krise ausgelösten Marktstörungen eintritt.
Da Kreditrisiken von Geschäftspartnern auch im Zusammenhang mit der Absatzfinanzierung entstehen können, sieht die allgemeine Geschäftspolitik der EADS vor, Finanzierungen für Kunden durch Strukturen zu ermöglichen, die bestimmte Anforderungen an die Kreditwürdigkeit erfüllen. Siehe „Absatzfinanzierung“.
Risiko des Kapitalbeteiligungs-Portfolios
Die EADS hält verschiedene Kapitalbeteiligungen aus geschäftlichen oder strategischen Gründen, wobei sich die zugrunde liegenden geschäftlichen Erwägungen über den Anlagezeitraum verändern können. Kapitalbeteiligungen werden entweder nach der Equity-Methode (assoziierte Unternehmen), wenn die EADS über erheblichen Einfluss verfügt, oder zum Zeitwert bilanziert. Wenn der Zeitwert nicht verfügbar ist, wird die Beteiligung zu Anschaffungskosten bilanziert.
Die Hauptinvestition der EADS in ein verbundenes Unternehmen ist Dassault Aviation. Der Nettovermögenswert dieser Beteiligung belief sich zum 31. Dezember 2007 auf € 2,1 Mrd. Die EADS schätzt, dass sich das Risiko unerwarteter wesentlich nachteiliger Änderungen im Wert von Dassault Aviation (abgesehen von der Konjunkturabhängigkeit von Firmenjets) sowie aller übrigen Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Grenzen hält. Da die Beteiligungen an Unternehmen, die nicht assoziierte Unternehmen sind, nur einen Bruchteil der Vermögenswerte der EADS ausmachen, hält die EADS das Risiko negativer Veränderungen des Zeitwertes oder von Wertminderungen dieser Beteiligungen für unwesentlich.
Die von der EADS gehaltenen eigenen Anteile werden nicht als Kapitalbeteiligungen angesehen. Ferner wird davon ausgegangen, dass die eigenen Anteile keinem Risiko ausgesetzt sind, da jegliche Änderung des Werts der eigenen Anteile nur dann direkt im Eigenkapital verbucht wird, wenn sie am Markt veräußert werden. Das Konzernergebnis wird dabei nie beeinflusst. Eigene Aktien werden hauptsächlich gehalten, um das Risiko einer Verwässerung auszugleichen, das durch Pläne für Mitarbeiterbeteiligung und die Ausübung von Aktienoptionen durch Mitarbeiter verursacht wird.
* Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten.
