EADS

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Finanzbericht und Corporate Governance

Konjunkturabhängigkeit des Flugzeugmarktes

Im Jahr 2007 entfielen etwa zwei Drittel der Konzernumsatzerlöse der EADS auf die kombinierten Umsatzerlöse von Airbus und ATR. In der Vergangenheit war der Markt für Verkehrsflugzeuge zyklischen Schwankungen unterworfen, die zum Teil auf Veränderungen der Passagiernachfrage nach Flugreisen zurückzuführen sind, welche hauptsächlich durch das Wirtschaftswachstum oder das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts („BIP“) angetrieben wird. Allerdings spielen andere Faktoren ebenfalls eine wichtige Rolle für die Ermittlung des Verkehrsflugzeugmarkts, wie zum Beispiel (i) das Durchschnittsalter und die technische Veralterung der Flugzeugflotten im Verhältnis zu neuen Flugzeugmodellen, (ii) die Anzahl und Charakteristika von Flugzeugen, die aus dem Verkehr gezogen wurden, um eventuell später wieder eingesetzt zu werden, (iii) Passagierlastfaktoren, (iv) die Preispolitik der Fluggesellschaften, (v) das finanzielle Wohl der Fluggesellschaften, (vi) Deregulierungen und (vii) Umweltauflagen, die sich auf die Flugindustrie auswirken. Die EADS geht davon aus, dass sich der Markt für Verkehrsflugzeuge weiterhin zyklisch entwickeln wird und dass künftige rückläufige Wirtschaftstrends in der Zukunft negative Auswirkungen auf ihre Ertrags- und Finanzlage haben können.

Derzeit geht die EADS davon aus, dass die Lieferung von Verkehrsflugzeugen in den Jahren 2011-2012 ein Konjunkturhoch erreicht und in den Folgejahren rückläufig sein wird. Allerdings könnten Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds oder der Finanzlage der Luftfahrtindustrie dazu führen, dass die Kunden Aufträge oder anderweitige vertragliche Verbindlichkeiten stornieren oder auf einen späteren Termin verschieben, dem die EADS gegebenenfalls zustimmt. Zudem könnte die Liquidation oder der Konkurs von Fluggesellschaften zur Stornierung vorhandener Aufträge führen. Sollten solche Ereignisse eintreten, so könnte der Umsatz der EADS dadurch erheblich gemindert werden, was sich entsprechend auf die Gewinne auswirkt.

Auswirkungen von Terrorismus, Epidemien und Katastrophenereignissen auf den Flugzeugmarkt

Wie die Terroranschläge in New York und Madrid und die Verbreitung des SARS-Virus (Severe Acute Respiratory Syndrome – „Schweres Akutes Atemwegssyndrom“) und der Vogelgrippe gezeigt haben, können Terrorismus und Epidemien die Wahrnehmung von Flugsicherheit und -komfort durch die Öffentlichkeit negativ beeinflussen, was in der Folge die Nachfrage nach Flugreisen und Verkehrsflugzeugen verringern kann. Wenn in einer bestimmten Region Kriege ausbrechen, kann dies gleichfalls die Flugbereitschaft der Öffentlichkeit beeinträchtigen. Darüber hinaus haben größere Flugzeugunfälle negative Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Öffentlichkeit sowie der Regulierungsbehörden im Hinblick auf die Sicherheit einer bestimmten Klasse von Flugzeugen, deren Design oder auf die Fluglinie. Als Konsequenz von Terror, Epidemien und anderen Katastrophen könnte eine Fluggesellschaft mit plötzlich rückläufiger Flugreisenachfrage konfrontiert sein und sich gezwungen sehen, teure Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten. Aufgrund solcher Ereignisse und dem daraus resultierenden negativen Einfluss auf die Luftfahrtindustrie insgesamt oder auf bestimmte Fluggesellschaften könnte die EADS unter einer rückläufigen Nachfrage nach allen oder bestimmten Typen ihrer Flugzeuge zu leiden haben und die Kunden der EADS könnten die Auslieferung neuer Flugzeuge verschieben oder Aufträge stornieren.

Abhängigkeit von Ausgaben der öffentlichen Hand und bestimmten Märkten

In jedem einzelnen Markt sind die Ausgaben der öffentlichen Hand (einschließlich Verteidigungsausgaben) abhängig von einem komplexen Mix geopolitischer Erwägungen und Haushaltszwänge. Die Ausgaben der öffentlichen Hand können von Jahr zu Jahr und von Land zu Land erheblichen Schwankungen unterliegen. Ungünstige wirtschaftliche und politische Bedingungen wie auch rückläufige konjunkturelle Entwicklungen in den Märkten, in denen die EADS tätig ist, könnten die Ausgaben der öffentlichen Hand verringern und einen negativen Einfluss auf ihre künftige Betriebsereignisse und ihre Finanzlage haben.

In den Fällen, in denen mehrere Länder gemeinsam Beschaffungsverträge für Verteidigungs- oder andere -güter abschließen, könnten sich wirtschaftliche, politische oder Haushaltsbeschränkungen in jedem einzelnen dieser Länder negativ auf die Möglichkeiten der EADS auswirken, solche Verträge abzuschließen oder auszuführen. Im Jahr 2008 wird beispielsweise erwartet, dass die Europäische Raumfahrtbehörde die Haushalts- und Finanzierungs-schwerpunkte für 2010 und darüber hinaus festlegt, was sich in erheblichem Umfang auf die Geschäftstätigkeit der EADS Astrium auswirken könnte.

Ein beträchtlicher Anteil des Auftragsbestands der EADS (einschließlich Airbus) konzentriert sich zudem auf bestimmte Regionen oder Länder, einschließlich der USA, China, Indien und der Vereinigten Arabischen Emirate. Ungünstige wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen wie auch allgemein rückläufige Wirtschaftsentwicklungen in diesen Ländern oder Regionen können sich negativ auf die künftigen Geschäftsergebnisse und die Finanzlage der EADS und Airbus auswirken.

Entstehung von Public-Private Partnerships und privaten Finanzierungsinitiativen

Im Verteidigungsbereich verlangen Kunden, insbesondere aus Großbritannien, zunehmend nach Angeboten und schließen Verträge ab nach Modellen, die als Public-Private Partnerships („PPPs“) oder als Private Finance Initiatives („PFIs“) bekannt sind. PPPs und PFIs unterscheiden sich grundlegend von den traditionellen Verkäufen von Verteidigungsgütern, da sie oft nachstehende Elemente enthalten:

  • Umfassende Wartungsdienstleistungen während der Lebensdauer des Guts;
  • Dauerhafte Eigentümerschaft und Finanzierung des Guts durch Dritte, wie z.B. den Lieferanten;
  • Verpflichtung zur Einhaltung spezieller Kundenanforderungen in Bezug auf die öffentlichen Haushalte oder staatliche Beschaffungsrichtlinien; und
  • Bedingungen, die es dem Dienstleister gestatten, für ungenutzte Kapazitäten andere Kunden zu finden.

Die EADS beteiligt sich beispielsweise über Paradigm mit Skynet 5 und den zugehörigen Telekommunikations-dienstleistungen an PPP- und PFI-Verträgen und ist an weiteren PFI-Angeboten, wie dem Airtanker-(FSTA) Projekt, beteiligt. Die Komplexität von PFIs besteht u.a. in der Zuordnung von Risiken und deren zeitlicher Koordinierung zwischen den verschiedenen Parteien über die Laufzeit des Projekts.

Es können keine Zusicherungen darüber gegeben werden, in welchem Umfang die EADS sich effizient und effektiv (i) um künftige PFI- oder PPP-Programme bewerben wird, (ii) die vertragsgemäß vereinbarten Dienstleistungen handhaben wird, (iii) die Anschaffung von Einrichtungen und die dazugehörigen Wartungsdienstleistungen finanzieren wird und (iv) die Vermarktung von Überkapazitäten in Angriff nehmen wird. Ferner kann die EADS während der langen Laufzeit von PPP- und PFI-Programmen mit unvorhergesehenen politischen, rechtlichen, Haushalts- oder Wettbewerbsrisiken konfrontiert sein.

Wettbewerb und Marktzugang

Die meisten Geschäftsaktivitäten der EADS sind einem starken Wettbewerb ausgesetzt, und besonders Airbus war von einem abwärts gerichteten Preisdruck aufgrund dieses Wettbewerbs betroffen. Die EADS ist der Auffassung, dass einige der Ursachen für diesen Preiswettbewerb durch Umstrukturierungen in der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie entschärft wurden. Dennoch hatten einige Kunden stärkere Druckmittel, um den Wettbewerb in Bezug auf zahlreiche Punkte voranzutreiben, wozu die Preisgestaltung und die Zahlungsbedingungen gehören. Es kann nicht garantiert werden, dass der Wettbewerb nicht zunimmt, vor allem im Zusammenhang mit einem künftig länger anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung.

Des Weiteren werden bei der Auftragsvergabe für zahlreiche Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsprodukte implizit oder explizit Unternehmen aus dem eigenen Land bevorzugt. Wenngleich die EADS eine multinationale Unternehmensvereinigung ist, was zur Erweiterung des heimischen Marktes beiträgt, kann sie sich in bestimmten Ländern, vor allem außerhalb Europas, für bestimmte Produkte in einer schlechteren Wettbewerbsposition befinden als die heimischen Vertragspartner. Aufgrund der strategischen Bedeutung und politischen Sensibilität, die der Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie beigemessen wird, werden politische Erwägungen bei der Auswahl einer Vielzahl von Produkten für die absehbare Zukunft eine Rolle spielen.

Verfügbarkeit staatlicher Zuschüsse

Seit 1992 haben die EU und die USA auf der Grundlage eines Abkommens gearbeitet, das die Bedingungen von finanziellen Zuwendungen festlegt, die die Regierungen den zivilen Flugzeugherstellern gewähren können. Die USA haben jedoch Ende 2004 einseitig den Rücktritt von diesem Abkommen erklärt, was möglicherweise dazu geführt hat, dass die USA und die EU gegeneinander formal Ansprüche vor der Welthandelsorganisation („WTO“) geltend machen. Wenngleich beide Seiten zum Ausdruck gebracht haben, dass sie eine Verhandlungslösung bevorzugen, welche gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleistet, wenn es um die Förderung künftiger Entwicklungen auf dem Gebiet der Luftfahrt geht, sind sie doch noch weit davon entfernt, eine Einigung über zentrale Themen zu erzielen. Die Vertragsbedingungen eines neuen Abkommens oder das Ergebnis des formalen WTO-Verfahrens könnte den Zugang der EADS zu Risikokapitalanlagen für Großprojekte einschränken oder zu einem für die EADS nachteiligen Ungleichgewicht beim Zugang zu staatlichen Zuschüssen im Vergleich zu ihrer US-Konkurrenz führen.

In früheren Jahren haben die EADS und ihre Hauptwettbewerber jeweils unterschiedliche Arten von staatlichen Zuwendungen für die Produktforschung und -entwicklung erhalten. Beispielsweise hat die EADS von verschiedenen staatlichen Behörden rückzahlbare Finanzierungen im Zusammenhang mit dem Verkehrsflugzeugprogramm A380 erhalten und befindet sich in Verhandlung mit verschiedenen Ländern der EU bezüglich der Finanzierung für die Entwicklung des Verkehrsflugzeugprogramms A350 XWB. Dennoch kann in keiner Weise garantiert werden, dass staatliche Finanzierungen weiterhin für diese und andere Projekte in Zukunft zur Verfügung stehen, was teilweise auf das oben genannte Verfahren zurückzuführen ist.

Technologisch fortschrittliche Produkte und Dienstleistungen

Die EADS bietet ihren Kunden häufig technologisch fortschrittliche Produkte und Dienstleistungen an, deren Entwicklung und Herstellung eine komplexe Angelegenheit sein und umfassende Integrations- und Koordinierungsmaßnahmen entlang der Zulieferkette erforderlich machen kann. Die meisten Produkte der EADS müssen zudem unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen betrieben werden. Auch wenn die EADS der Auffassung ist, dass sie hoch entwickelte Verfahren für die Entwicklung, Herstellung und Erprobung einsetzt, kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass die Produkte oder Dienstleistungen der EADS erfolgreich entwickelt, produziert oder eingesetzt werden oder dass sie in der beabsichtigten Weise entwickelt oder angewandt werden.

Bestimmte von der EADS abgeschlossene Verträge sehen vor, dass die EADS auf einen Teil des erwarteten Gewinns verzichtet, dass Minderungen akzeptiert werden müssen, dass eine Ersatzlieferung erfolgt oder andere Produkte geliefert bzw. andere Dienstleistungen erbracht werden oder dass die Preise für künftige Lieferungen gegenüber denselben Kunden gemindert werden, wenn die Produkte nicht rechtzeitig geliefert werden oder mangelhaft sind. Es kann nicht zugesichert werden, dass keine Vertragsstrafen oder Vertragskündigungen ausgesprochen werden, wenn die EADS Liefertermine oder sonstige vertragliche Leistungsanforderungen nicht einhält.

Zum Beispiel haben sich bestimmte Kunden infolge der Produktionsschwierigkeiten der EADS im Jahr 2006 im Zusammenhang mit dem Programm A380 entschlossen, ihre Aufträge für das Frachtflugzeug A380 zu stornieren. 2007 hat die EADS Lieferverzug für ihr A400M-Programm angekündigt. In beiden Geschäftsjahren wurde das EBIT* der EADS davon negativ beeinflusst, was teilweise auf Vertragsstrafen zurückzuführen ist, die aufgrund von Lieferverzug an bestimmte Kunden zu zahlen waren oder zu zahlen sind. Wegen ausführlicherer Informationen dazu siehe „Erläuterungen und Analyse der Vermögens- und Ertragslage – Überblick – Bedeutende Programme und Restrukturierungs-entwicklungen 2006 und 2007“.

Es kann nicht gewährleistet werden, dass in Zukunft nicht ähnliche Probleme wie bei der Entwicklung der A380 und der A400M auftreten werden. Neben allen Kosten im Zusammenhang mit Produktgewährleistungsansprüchen, der Vertragserfüllung oder geforderten Abhilfemaßnahmen können solche Probleme Kostensteigerungen oder Einkommensverluste – insbesondere aufgrund von Vertragskündigungen – zur Folge haben, die sich negativ auf die künftige Vermögens- und Ertragslage der EADS auswirken könnten. Alle künftigen Probleme können sich darüber hinaus nachteilig auf die Reputation der EADS und damit auf die Wettbewerbsposition der Produkte der EADS auswirken.

Wichtige Forschungs- und Entwicklungsprogramme

Das geschäftliche Umfeld in vielen der Hauptgeschäftsfelder der EADS ist durch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskosten gekennzeichnet, die beträchtliche Vorausinvestitionen erfordern. Die Businesspläne, die diesen Investitionen zu Grunde liegen, gehen häufig von langen Rückzahlungsfristen aus, bis sich diese Investitionen ausgezahlt haben und setzen eine bestimmtes Renditeniveau über die Vertragslaufzeit an, um die Anfangsinvestition zu rechtfertigen. Es kann keine Zusicherung gegeben werden, dass die diesen Geschäftsplänen zu Grunde liegenden wirtschaftlichen, technischen und marktbezogenen Annahmen erfüllt werden und daher die angestrebte Amortisierung oder die angestrebten Renditen tatsächlich erzielt werden. Die EADS erwartet für die Zukunft, dass die Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns im Zusammenhang mit dem Anlaufen neuer Programme in allen Geschäftsbereichen, vor allem bezüglich der Entwicklung des A350 XWB, erheblich steigen dürften.

Die erfolgreiche Entwicklung neuer Programme ist auch von der Fähigkeit der EADS abhängig, Luft- und Raumfahrtingenieure und andere Fachleute mit den dem spezifischen Bedarf entsprechenden technischen Fähigkeiten und Erfahrungen zu gewinnen und zu halten. Die Nachfrage nach solchen Ingenieuren kann oftmals größer als das Angebot am Markt sein, was zu intensivem Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte führt. Es kann nicht zugesichert werden, dass die EADS das erforderliche Personal anwirbt und an sich bindet, um ihre Geschäfte mit Erfolg voranzubringen. Ein Fachkräftemangel oder eine Zunahme der Personalfluktuation bei der EADS könnte die Vermögens- und Ertragslage der EADS in Zukunft ungünstig beeinflussen.

Umstrukturierungsprogramm „Power8“

Die EADS hat die Umsetzung eines umfassenden Kostenreduzierungs- und Umstrukturierungsprogramms bei Airbus mit der Bezeichnung „Power8“ bekannt gegeben. Dieses Programm befasst sich mit allen Aspekten des Unternehmens, um es zu straffen, besser zu integrieren und um die Effizienz und Produktivität zu steigern. Als Teil von Power8 ist das Management von Airbus bestrebt, Maßnahmen zu deutlicher Kostenreduzierung und Generierung von Cash umzusetzen mit dem Ziel, ab 2010 Beiträge in Höhe von € 2,1 Mrd. zum EBIT* und weitere € 5 Mrd. kumulativen Cashflow für den Zeitraum von 2007 bis 2010 zu erzielen. Ein großer Teil der Kosteneinsparungen wird durch die Reduzierung des Personalbestands von Airbus um 10.000 Mitarbeiter erwartet (wobei befristete Verträge und Subunternehmer vor Ort etwa 50% dieser Reduzierung ausmachen).

Diese angenommenen Kosteneinsparungen beruhen allerdings auf vorläufigen Schätzungen, und die tatsächlichen Einsparungen könnten davon erheblich abweichen. Dies vor allem deshalb, weil die Kostensenkungsmaßnahmen bei der EADS von den aktuellen Bedingungen ausgehen und künftige Kostensteigerungen, die sich aus Veränderungen in der Industrie oder in den Betriebsabläufen ergeben könnten, nicht berücksichtigt werden. Das schließt neue Geschäftsentwick-lungen, Gehalts- und Preissteigerungen oder sonstige Faktoren ein. Wenn es der EADS nicht gelingt, die geplanten Kostensenkungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen oder diese Anstrengungen möglicherweise nicht das erwartete Kostenein-sparungsniveau erbringen, dann könnte dies negative Auswirkungen auf die künftige Vermögens- und Ertragslage der EADS haben.

Neben dem Risiko, die vorhergesehene Höhe der Kosteneinsparungen aus Power8 nicht zu erreichen, kann die Implementierung sogar höhere Kosten verursachen als vorhergesehen. Dies hängt vom Ausgang der derzeitigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmer- und anderen Vertretern ab. Es könnte auf vielen Ebenen interne Widerstände gegen die vielfältigen Umstrukturierungs- und Kostensenkungs-maßnahmen geben, die im Rahmen von Power8 geplant sind, oder auch gegen Veräußerungen von Produktionsstandorten durch Airbus und das Outsourcing zusätzlicher Arbeiten an Partner, mit denen das Risiko geteilt wird. Umstrukturierungen, Schließungen und Verkäufe von Standorten wie auch der Abbau von Arbeitsplätzen beeinträchtigen gleichfalls die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen der EADS und ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit und haben in der Vergangenheit und könnten auch künftig zu Arbeitsniederlegungen und/oder Demonstrationen führen. Wenn sich diese Arbeitsniederlegungen und/oder Demonstrationen länger hinziehen, oder falls die Einführungs-kosten für Power8 nach solchen Verhandlungen höher ausfallen als angenommen, dann könnte dies negative Auswirkungen auf die zukünftige Vermögens- und Ertragslage der EADS haben.

Und schließlich könnte es sein, dass die EADS die Gewinnerwartungen aus den Standortverkäufen bei Airbus nicht voll erfüllt. Verkäufe oder Unternehmensabspaltungen können zu längerfristigen finanziellen Engagements in den veräußerten Geschäftsbereichen führen, etwa aufgrund von Garantieleistungen oder anderen finanziellen Vereinbarungen nach einer solchen Transaktion. Sie könnten auch dazu führen, dass zum Zeitpunkt der Schließung oder davor Wertminde-rungsaufwendungen verbucht werden, was sich ungünstig auf die künftige Ertragslage der EADS auswirken würde. Zudem könnte es sein, dass die Partner, mit denen das Risiko in den ausgelagerten Geschäftsbereichen geteilt wird, nicht den erwarteten Erfolg verzeichnen.

Produktionssteigerung

Aufgrund der großen Zahl neuer Flugzeugaufträge in den letzten Jahren hat die EADS die Produktion beschleunigt, um die vereinbarten Lieferzeitpläne für diese neuen Flugzeuge, vor allem bei Airbus und Eurocopter, einzuhalten. Da die Produktionskapazität nahezu ausgelastet ist, wird die Fähigkeit der EADS, ihre Produktionsrate weiter zu steigern, von einer Vielzahl von Faktoren abhängen, wozu die Umsetzung interner Leistungspläne, die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Teilen (wie Aluminium, Titan und Verbundstoffe) sowie Fachkräften, die Umwandlung von Rohstoffen in Teile und Baugruppen und die Vertragserfüllung durch die Zulieferer und Subunternehmer und insbesondere die Zulieferer von Buyer-Furnished Equipment zählen. Sollte ein Teil oder alle diese Faktoren nicht erfüllt werden, könnten möglicherweise Lieferverpflichtungen nicht eingehalten werden, und je nach der Dauer des Lieferverzugs könnten sich daraus zusätzliche Kosten, eine neue Planung für den Kunden oder die Stornierung der Aufträge ergeben.

Programmspezifische Risiken

Neben den oben genannten Risikofaktoren ist die EADS künftig folgenden programmspezifischen Risiken ausgesetzt (wenngleich diese Auflistung nicht den Anspruch erhebt, eine erschöpfende Darstellung zu geben, zeigt sie doch die aktuellen Risiken auf, die aus Sicht der Geschäftsleitung wesentlich sind):

  • A380-Programm. Im Zusammenhang mit dem A380-Programm und nach den 2006 angekündigten Lieferverzögerungen steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Management der hohen Belastung in der Zulieferkette als Ergebnis des steilen Produktionsanstiegs in den kommenden Jahren, (ii) Vermeidung von Produktionsunterbrechungen infolge der Implementierung von Power8, insbesondere in Bezug auf die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, und (iii) Einführung und erfolgreiche Implementierung eines neuen digitalen Mock-up für die künftige Produktion der A380. Die Fähigkeit der EADS, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, wird bei der Gewährleistung der reibungslosen Produktion der Flugzeuge der „2. Welle“, d.h. der Flugzeuge, die nach den ersten 25 produziert werden, entscheidend sein;
  • A350-XWB-Programm. Im Zusammenhang mit dem A350-XWB-Programm steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Erreichen der technischen Leistungsziele zu Beginn der detaillierten Definitionsphase, (ii) Gewährleistung des Einsatzes der entscheidenden Fachkräfte, z.B. im Hinblick auf die Beanspruchung und Entwicklung von Verbundstoffen, (iii) Sicherstellung der Erfüllung periodisch wiederkehrender Kostenziele, (iv) Sicherstellung, dass die neue Industrieorganisation im Ergebnis von Power8 die Entwicklung tatsächlich unterstützt, (v) Gewährleistung der Leistung der Partner, mit denen das Risiko geteilt wird, auch an den Standorten, die durch Airbus veräußert werden sollen, und (vi) Sicherstellung der Auswahl eines zweiten Triebwerks.;
  • A400M-Programm. Im Zusammenhang mit dem Programm A400M steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Einhaltung des überarbeiteten Entwicklungs- und Lieferzeitplans, da das Triebwerk sowie bestimmte Systeme und Elemente des Flugwerks weiterentwickelt und getestet werden, was alles in allem ein sehr anpruchsvolles Programm bis zum Erstflug und der anschließenden Auslieferung des Flugzeugs umfasst, (ii) Management eines Flugtestprogramms, das sich wesentlich von dem Programm für Verkehrsflugzeuge unterscheidet, und (iii) Sicherstellung, dass das Flugzeug für den Handel zugelassen wird und auch eine Reihe von militärischen Anforderungen erfüllt, die den Kunden des Programms unter allen rechtlichen Rahmenbedingungen gerecht werden; und
  • NH90-Programm. Im Zusammenhang mit dem Programm NH90 steht die EADS den folgenden zentralen Herausforderungen gegenüber: (i) Einhaltung des Zeitplans für die Entwicklung und der Kostenziele der laufenden Entwicklungsprogramme für die verschiedenen Modelle, und (ii) Management des steilen industriellen Hochlaufs und der damit zusammenhängenden Belastungen in der Zulieferkette;

Pensionsverpflichtungen

Die EADS ist an verschiedenen Pensionsplänen sowohl für die Führungskräfte als auch die Mitarbeiter beteiligt, von denen einige eine Unterdeckung aufweisen. Weitere Informationen zu diesen Plänen, siehe „Erläuterungen und Analyse der Vermögens- und Ertragslage“ und „Anhang zum Konzernabschluss (IFRS) – Anmerkung 22 b: Pensionsrückstellungen“. Obwohl die EADS in ihrer Bilanz eine Rückstellung für ihren Anteil an der Unterdeckung, basierend auf den aktuellen Schätzungen, berücksichtigt hat, besteht keine Gewähr, dass diese Schätzungen in Zukunft nicht nach oben korrigiert werden, wodurch die EADS in Zusammenhang mit solchen Pensionsplänen weitere Rückstellungen vornehmen müsste. Im Gegenzug hätten diese zusätzlichen Rückstellungen einen negativen Effekt auf das Eigenkapital (abzüglich latenter Steuern) der EADS, was sich negativ auf die zukünftige Finanzlage auswirken könnte.