Mit Konzernumsatzerlösen in Höhe von € 39,1 Mrd. im Jahr 2007 ist die EADS das führende Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen in Europa und das zweitgrößte weltweit. Gemessen am Marktanteil gehört die EADS zu den beiden größten Herstellern von Verkehrsflugzeugen, zivilen Hubschraubern, zivilen Trägerraketensystemen und Lenkflugkörpern sowie zu den führenden Herstellern von Militärflugzeugen, Satelliten und Verteidigungselektronik. Im Jahr 2007 entfielen rund 77% der Gesamtumsätze auf den zivilen (im Vergleich zu 75% in 2006) und 23% auf den militärischen Bereich (im Vergleich zu 25% in 2006). Zum 31. Dezember 2007 beschäftigte die EADS 116.493 Mitarbeiter.
Die EADS hat ihre Tätigkeit in die folgenden fünf Geschäftsbereiche gegliedert:
- Airbus: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Verkehrsflugzeugen mit mehr als 100 Sitzplätzen sowie Entwicklung und Herstellung von Flugzeugen für militärische Zwecke.
- Militärische Transportflugzeuge: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von militärischen Transport- und Spezialmissionsflugzeugen.
- Eurocopter: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von zivilen und militärischen Hubschraubern sowie deren Wartung.
- Verteidigung und Sicherheit: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Lenkflugkörpersystemen, militärischen Kampf- und Trainingsflugzeugen, Verteidigungselektronik, militärischen Telekommunikationslösungen sowie Logistik, Schulungen, Tests, technische und damit verbundene Dienstleistungen.
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Astrium: Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Satelliten, Raumfahrt-Infrastruktur und Trägersystemen; Bereitstellung von Raumfahrtdiensten.
Zusätzlich hat die EADS vier Geschäftseinheiten („Business Units - BUs“) – ATR, EFW (Elbe Flugzeugwerke GmbH), EADS Socata und EADS Sogerma – die für Zwecke der Segmentberichterstattung unter „Übrige Aktivitäten“ ausgewiesen werden. Ihre Aufgabenbereiche umfassen Entwicklung, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Turboprop-Flugzeugen für die regionale Luftfahrt, von leichten Verkehrsflugzeugen und von Flugzeugkomponenten sowie die Umrüstung und Wartung von zivilen und militärischen Flugzeugen.
Wesentliche Programme und Restrukturierungsentwicklungen in 2006 und 2007
A380-Programm. Im Jahr 2006 musste Airbus aufgrund von Schwierigkeiten im Serienanlauf des Programms, speziell auf dem Gebiet der Elektronik, zweimal seinen Auslieferungsplan für die A380 revidieren. Als Folge davon war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten („EBIT*“) von Airbus in 2006 im Vergleich zu 2005 im Saldo mit € (2,5) Mrd. negativ beeinflusst. Diese Belastungen resultierten aus den folgenden Punkten:
- Mehrkosten über die anfänglich erwartete Lernkurve hinaus, da Schwierigkeiten im Herstellungsprozess dazu führten, dass die im Zeitablauf erwarteten Effizienzsteigerungen in der Produktion bei Airbus geringer als erwartet eingetreten sind;
- Bildung von Rückstellungen für Vertragstrafen, die aufgrund der Lieferverzögerungen an Kunden gezahlt werden müssen;
- Abschreibungen von Vorräten, um die Buchwerte den Nettoveräußerungswerten anzupassen;
- Berücksichtigung anderer infolge der Lieferverzögerungen fällig werdenden Ausgleichsverpflichtungen, die in 2006 berücksichtigt wurden. Zusammen mit den drei oben genannten Punkten trug dies in 2006 mit etwa € (2,0) Mrd. zum gesamten Rückgang des EBIT* von € (2,5) Mrd. bei;
- Wertberichtigungen von Vermögenswerten und die Bildung von Rückstellungen infolge des Einfrierens der Entwicklung der Frachterversion der A380 (€ (0,3) Mrd.); und
- weiter fortgeführte Produktionsunterstützung für das A380-Programm, die zu Kosten führte, die nicht den Stückkosten zuordenbar sind (€ (0,2) Mrd.).
Nach einem schwierigen Jahr 2006 folgte für Airbus in 2007 der Beginn einer wirtschaftlichen Erholung, wenngleich der Anlauf der Serienproduktion schwierig bleibt. Ein Höhepunkt war die erste Auslieferung der A380 an Singapore Airlines im Oktober 2007, an die sich die reibungslose Aufnahme des Flugverkehrs zwischen Singapore und Sydney anschloss. Gleichzeitig fielen bei Airbus in 2007 weiterhin erhebliche Kosten in Verbindung mit dem A380-Programm an, hauptsächlich infolge von Mehrkosten für die höher als anfänglich erwarteten Lernkurvenkosten und für den laufenden Kundenservice. Dennoch verbesserte sich das EBIT* gegenüber dem Vorjahr um € 1,5 Mrd.
A400M-Programm. Ende 2006 führte Airbus eine wirtschaftliche Überprüfung des A400M-Programms durch. Aufgrund der Risiken und Komplexität des Programms hatte Airbus in 2006 eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von € (352) Mio. für ihren Arbeitsanteil am A400M-Projekt gebildet, die einen entsprechend negativen Einfluss auf das EBIT* des Berichtsjahres hatte. Da jedoch die anderen Geschäftsbereiche des Konzerns zu diesem Zeitpunkt einen positiven Beitrag aus dem A400M-Programm erwarteten, wurde die Rückstellung auf Konzernebene in 2006 wieder zurückgenommen. Aufgrund des Anstiegs der Gesamtkosten für das Programm wurde auf Konzernebene in 2006 ein negativer Effekt in Höhe von € (66) Mio. nachgeholt, um das EBIT* des Programms für die Jahre 2003 bis 2006 anzupassen.
Kurz vor Jahresende 2007 gab EADS bekannt, dass sich die ersten Auslieferungen der A400M um sechs bis zwölf Monate verzögern werden. Dies hatte die finanzielle Auswirkung, dass Airbus in 2007 einer weiteren Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und Kosten in Höhe von insgesamt € (1,2) Mrd. berücksichtigte zusätzlich zu Rückstellungen und Kosten in Höhe von € (0,2) Mrd. auf Konzernebene und € (0,1) Mrd. bei anderen Geschäftsbereichen. Diese Rückstellungen sollen neben anderen Sachverhalten Mehrkosten der Programme und das Risiko von Zahlungen aus Vertragsstrafen an Kunden abdecken.
Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der oben beschriebenen Sachverhalte auf die Gewinn- und Verlustrechnung in 2006 und 2007:
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(in Mio. €) |
2007 |
2006 | ||
|
|
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Airbus |
(1.174) |
(352) | ||
|
Andere Geschäftsbereiche |
(102) |
0 | ||
|
Anpassung auf Konzernebene(1) |
(169) |
286 | ||
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Summe |
(1.445) |
(66) | ||
Obwohl Maßnahmen zur Abmilderung ergriffen wurden, wie Änderungen im Programmmanagement der A400M, Reorganisation der Verantwortungsbereiche und flachere Hierarchiestufen, steht EADS weiterhin der Herausforderung gegenüber, den Erstflug im Sommer 2008 zu erreichen und den überarbeiten Auslieferungsplan einzuhalten.
A350 XWB (Xtra Wide Body) Programm. Im Dezember 2006 wurde das neue A350 XWB-Programm offiziell gestartet und gleichzeitig das ursprüngliche A350-Programm eingestellt. Der Start der A350 XWB löste die Bildung einer Rückstellung in Höhe von € 505 Mio. für die erwartete Abgeltung von Lieferverpflichtungen aus Festaufträgen für die ursprüngliche A350 aus, die nicht länger erfüllt werden können.
Das EBIT* von Airbus ist im Jahr 2007 weiterhin durch Kosten für das A350 XWB-Programm in Höhe von etwa € (1,0) Mrd. belastet. Diese Kosten ergaben sich insbesondere aus Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften für die ersten Bestellungen der A350 XWB, deren Margen durch Preisanreize für Erstbestellungen und die Kosten für die anfängliche Lernkurve belastet sind.
Power8-Programm. Zu Beginn des Jahres 2007 startete Airbus ein Restrukturierungsprogramm über vier Jahre namens „Power8“, mit dem ab dem Jahr 2010 ein Beitrag von € 2,1 Mrd. zum EBIT* und von 2007 bis 2010 ein zusätzlicher Cashflow von insgesamt € 5 Mrd. erreicht werden soll. Ein großer Teil dieser Kosteneinsparungen soll durch die Reduzierung der Mitarbeiterzahl von Airbus um 10.000 erreicht werden (einschließlich Zeitarbeitkräfte und Arbeitnehmer von Unterauftragnehmer). Als Teil der unter Power8 geplanten Maßnahmen, die Gemeinkosten und speziell die Mitarbeiteranzahl zu reduzieren, erfasste EADS Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von € (624) Mio. im EBIT* des Jahres 2007. Gleichzeitig verzeichnete EADS in 2007 erste Kosteneinsparungen aus dem Power8-Programm. Power8 löst das frühere Kosteneinsparungsprogramm „Route 06“ einschließlich aller dadurch nicht realisierten Kosteneinsparungen ab.
Für weitere Informationen zum Power8-Programm und seiner noch andauernden Einführung siehe unter „Airbus – Strategie, der Aufbau einer schlankeren, stärker integrierten Gesellschaft“ und „neue Entwicklungen“.
Verkauf EADS Sogerma. Am 10. Januar 2007 hat EADS Sogerma den Verkauf von drei Tochtergesellschaften – Sogerma Services, Sogerma America Barfield B.C. und EADS Sogerma Tunisie – die weltweit auf den Gebieten Unterstützung und Wartung aktiv sind, an die TAT Gruppe abgeschlossen. Im Vorfeld des Verkaufs hatte EADS in 2006 Wertberichtigungen auf Vermögenswerte in Höhe von € (117) Mio. – einschließlich € (33) Mio. für die verbleibenden Tochtergesellschaften Seca und Revima – vorgenommen, sowie Restrukturierungsrückstellungen von € (42) Mio. gebildet. Zusammen mit einem operativen Verlust von € (96) Mio. verzeichnete EADS Sogerma ein EBIT* von € (351) Mio., eine Verschlechterung um € (114) Mio. im Vergleich zu 2005. Nach dem Verkauf dieser Tochterunternehmen war der EBIT* Beitrag von EADS Sogerma für das Jahr 2007 positiv.
Entwicklungen
EADS erwartet, dass nach dem Rekordjahr 2007 mit 1.458 Bruttobestellungen, die Neubestellungen für Flugzeuge bei Airbus in 2008 auf brutto 700 absinken werden. Ebenso ist zu erwarten, dass die konsolidierten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in 2008 aufgrund der zahlreichen neu anlaufenden Programme, insbesondere der Entwicklung der A350 XWB, ansteigen werden und dass der Absatzpreis für Flugzeugauslieferungen aufgrund des starken Wettbewerbs in der Vergangenheit, vor allem bei Langstreckenflugzeugen, sinken wird.
