Umfang und Änderungen des Konsolidierungskreises

Im Jahresvergleich können Veränderungen in der Ertragslage der EADS zum Teil auf den Verkauf und Erwerb von Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen zurückzuführen sein.

Airbus: Da die EADS die Vermögenswerte, Schulden und Geschäfte von Airbus seit dem 1. Januar 2001 effektiv kontrolliert, wird Airbus seitdem bei der EADS voll konsolidiert. BAE Systems hat bis zum Oktober 2006 einen Minderheitsanteil von 20% an Airbus gehalten, der von der EADS zu diesem Zeitpunkt erworben wurde.

BAE Systems hielt Verkaufsoptionen auf den Minderheitenanteil an Airbus, die im Zusammenhang mit dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss im Jahr 2001 von der EADS gewährt worden waren. Diese Verkaufsoptionen waren zum beizulegenden Zeitwert von BAE Systems ausübbar und gegen Barzahlung oder eine entsprechende Anzahl an EADS Aktien einzulösen Der überarbeitete IAS 32 (welcher bei der EADS rückwirkend zum 1. Januar 2005 angewendet wurde) führte dazu, dass die EADS die Verkaufsoptionen in der Konzernbilanz als Verbindlichkeit („Verbindlichkeiten aus Minderheitenanteilen mit Verkaufsoptionen“), bewertet zum beizulegenden Zeitwert, auszuweisen hatte. (Vor dieser Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethode zeigte die EADS den Anteil von BAE Systems an Airbus in den „Anteilen in Fremdbesitz“ im Eigenkapital).

Gemäß dem überarbeiteten IAS 32 wurden Dividendenzahlungen an BAE Systems als teilweise Rückzahlung der Verbindlichkeit behandelt, wodurch sich die Verbindlichkeiten aus Minderheitenanteilen mit Verkaufsoptionen verringerten, ohne die Anteile in Fremdbesitz zu tangieren. Weitere Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der Verbindlichkeit wurden als Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Minderheitenanteilen mit Verkaufsoptionen unter Anpassung des Goodwills berücksichtigt, ohne direkte Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Zur Berücksichtigung dieser Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden in 2005 das Konzernergebnis für 2004 sowie das Ergebnis je Aktie entsprechend angepasst. Zum 31. Dezember 2005 wurde der beizulegende Zeitwert für Verbindlichkeiten aus Minderheitenanteilen mit Verkaufsoptionen mit € 3,5 Mrd. angesetzt.

Im Juni 2006 hat BAE Systems seine Verkaufsoptionen ausgeübt. Eine unabhängige Investment Bank hat daraufhin den beizulegenden Zeitwert des 20%igen Anteils an Airbus mit € 2,75 Mrd. ermittelt, welches einen Rückgang um € 750 Mio. von dem zum 31. Dezember 2005 angesetzten Bilanzwert darstellte. Dividendenzahlung an BAE Systems im Jahr 2006 trugen mit € 129 Mio. zu diesem Rückgang bei, der verbleibende Teil von € 621 Mio. führte zum größten Teil zu einer entsprechenden Verminderung des Airbus Goodwills (€ 613 Mio.). Nach der Barzahlung des Kaufpreises von € 2,75 Mrd. durch EADS im Oktober 2006 war die Verbindlichkeit aus Minderheitenanteilen mit Verkaufsoptionen in der Konzernbilanz nicht mehr auszuweisen.

MBDA: die EADS und BAE Systems halten jeweils einen Anteil von 37,5% an MBDA. Die verbleibenden 25% entfallen auf Finmeccanica. In 2005 und 2006 konsolidierte EADS MBDA quotal mit 50% im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit. Der Anteil von Finmeccanica wurde als Anteil in Fremdbesitz in Höhe von 12,5% ausgewiesen. Ab dem 1. Januar 2007 wurde der Prozentsatz für die quotale Konsolidierung von MBDA von 50% auf 37,5% geändert. Deswegen wurde in 2007 der Anteil von Finmeccanica nicht länger als Anteil im Fremdbesitz ausgewiesen. Die konsolidierten Zahlen von 2005 und 2006 wurden nicht angepasst.

Akquisitionen und Veräußerungen

Im Januar 2007 erhöhte EADS ihren Anteil an der Atlas Elektronik Gruppe von 40% auf 49% durch Sacheinlage des Marinegeschäfts in die Atlas Elektronik. Atlas Elektronik ist quotal konsolidiert, die endgültige Bestimmung des Unterschieds zwischen Kaufpreis und erworbenem Nettovermögen führte zu einem Goodwill von € 42 Mio.

Am 10. Januar 2007 verkaufte EADS die verbliebenen 60% seiner Anteile an Sogerma Services und den Tochterunternehmen Sogerma America Barfield B.C. (100%) und EADS Sogerma Tunisie (50,1%) wie oben bereits beschrieben.

Am 13. Oktober 2006 erwarb EADS den 20%igen Minderheitsanteil an Airbus von BAE Systems, nachdem BAE Systems die an Airbus gehaltene Put-Option im Juni 2006 ausgeübt hatte (siehe oben). Bereits vor dieser Transaktion hatte die EADS die Kontrolle über Airbus ausgeübt, was zu einer Vollkonsolidierung dieser Tochtergesellschaft im Konzernabschluss führte.

Am 3. August 2006 erwarb die EADS 40% der Anteile an der Atlas Elektronik Gruppe, die spezialisiert ist auf Ausrüstungen und Systeme für Seestreitkräfte. Eine erste Schätzung der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem erworben Nettovermögen (in 2006 nicht endgültig ermittelt) führte zu einem vorläufigen Goodwill von € 41 Mio.

Am 28. Februar 2006 wurden 81% der LFK GmbH und der TDW GmbH, welche im EADS-Konzernabschluss voll konsolidiert waren, an den europäischen Hersteller von Flugkörpersystemen – MBDA – verkauft, den EADS quotal konsolidiert.

Am 30. November 2005 verkaufte EADS die Beteiligung an TDA – Armements S.A.S. an Thales. Bis Ende November 2005 wurde TDA – Armements S.A.S. mit 50% quotal konsolidiert.

Am 2. September 2005 erwarb EADS von Nokia den Bereich Betriebsfunk („Professional Mobile Radio – PMR“) (jetzt EADS Secure Networks Oy).

Am 28. Februar 2005 verkaufte die EADS ihr Enterprise Telephony-Geschäft, das ihre zivilen Telekommunikationsaktivitäten umfasste, an Aastra Technologies Limited.

Siehe Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS) – Anmerkung 4 „Akquisitionen und Veräußerungen im Geschäftsjahr“.