Detaillierte Erläuterung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)

Konzernumsatzkosten

Im Jahr 2007 blieben die Konzernumsatzkosten mit € 34,8 Mrd. in 2007 im Vergleich zu € 34,7 Mrd. in 2006 nahezu unverändert. Der leichte Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der hohen Zahl von Flugzeugauslieferungen, den Kosten für das A400M-Programm, das A350 XWB-Programm und der Einführung von Power8 (wie oben beschrieben), die teilweise durch einen Rückgang der Kosten im A380-Programm in 2007 ausgeglichen wurden. Die Konzernumsatzkosten beinhalten die Abschreibung aktivierter Entwicklungskosten gemäß IAS 38 in Höhe von € (46) Mio. im Jahr 2007. Vor allem als Folge der oben genannten Gründe sowie aus dem negativen Einfluss des US-Dollars auf die Umsatzerlöse bei Airbus ergab sich ein Rückgang der Bruttomarge von 11,9% im Jahr 2006 auf 11,0% im Jahr 2007.

Im Jahr 2006 stiegen die Konzernumsatzkosten um 26,1% von € 27,5 Mrd. im Vorjahr auf € 34,7 Mrd. in 2006. Neben höheren Verkaufsaktivitäten in 2006 resultiert der Anstieg im Wesentlichen aus Mehrkosten im A380-Programm sowie den oben genannten Kosten für die Umstellung des A350-Programms. Wertminderungen von Vermögenswerten sowie Restrukturierungsrückstellungen, die bei EADS Sogerma erfasst wurden, hatten ebenfalls negative Auswirkungen. Als Folge der oben genannten Gründe sowie aus dem negativen Einfluss des US-Dollars auf die Umsatzerlöse bei Airbus ergab sich ein Rückgang der Bruttomarge von 19,5% im Jahr 2005 auf 11,9% im Jahr 2006.

Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten des Konzerns

Im Jahr 2007 verminderten sich die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten des Konzerns um 4,2% von € 2,3 Mrd. im Jahr 2006 auf € 2,2 Mrd. im Jahr 2007, was im Wesentlichen aus den niedrigeren Aufwendungen im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit (Veränderung der Konsolidierungsquote von MBDA, Kosteneinsparungen in den Geschäftseinheiten, etc.) und bei EADS Sogerma (nach dem Verkauf ihrer Service- und Instandhaltungsaktivitäten zu Beginn des Jahres 2007) resultiert. Dieser Rückgang wurde teilweise ausgeglichen durch höhere Kosten in den Geschäftsbereichen Eurocopter und Astrium, vor allem aufgrund gestiegener Verkaufsaktivitäten und den Restrukturierungsaufwendungen aus der Einführung des Power8-Programms bei Airbus.

Im Jahr 2006 erhöhten sich die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten des Konzerns geringfügig von € 2,2 Mrd. im Jahr 2005 auf € 2,3 Mrd. im Jahr 2006, was im Wesentlichen aus den höheren Aufwendungen in den Geschäftsbereichen Verteidigung und Sicherheit (Veränderungen des Konsolidierungskreises, höhere Restrukturierungskosten und höhere Kosten für Marketing-Kampagnen für den Eurofighter), Eurocopter (höhere Vertriebsaufwendungen) und Airbus (Kosten für Tanker-Kampagnen bei EADS Nordamerika sowie Ausbau der Airbus-Tochtergesellschaften in Japan und dem Mittleren Osten) resultiert.

Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns

Im Jahr 2007 erhöhten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten („F&E“) des Konzerns um 6,1% von € 2,5 Mrd. im Jahr 2006 auf € 2,6 Mrd. im Jahr 2007. Der Großteil dieser Erhöhung ist den gestiegenen Kosten bei Airbus für die Entwicklung der A350 XWB und A330-200F zuzuschreiben. Der Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit verzeichnete im Jahr 2007 etwas geringere Forschungs- und Entwicklungskosten, wohingegen die Geschäftsbereiche Militärische Transportflugzeuge, Eurocopter und Astrium gegenüber 2006 geringfügig höhere Aufwendungen hatten. Diese Veränderung spiegelt auch die Tatsache wider, dass in 2007 lediglich € 93 Mio. der Forschungs- und Entwicklungskosten zur Aktivierung als immaterieller Vermögensgegenstand gemäß IAS 38 qualifiziert waren, und damit wesentlich weniger als die € 411 Mio., die in 2006 als Forschungs- und Entwicklungskosten aktiviert wurden. Siehe „Wichtige Erläuterungen zu Bilanzierung, Richtlinien und Bewertungsentscheidungen – Forschungs- und Entwicklungskosten“.

Im Jahr 2006 erhöhten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns um 18,5% von € 2,1 Mrd. im Jahr 2005 auf € 2,5 Mrd. im Jahr 2006. Der Großteil dieser Erhöhung ist den gestiegenen Kosten bei Airbus für die Entwicklung der vorherigen A350 und später im Jahr für die neue A350 XWB zuzuschreiben. Forschungs- und Entwicklungskosten für die A380, ohne laufende Entwicklungskosten, reduzierten sich weiter von ihrem Höchststand von € 1.082 Mio. im Jahr 2003 auf € 771 Mio. im Jahr 2006 (verglichen mit € 813 Mio. im Jahr 2005). Die Geschäftsbereiche Militärische Transportflugzeuge sowie Verteidigung und Sicherheit verzeichneten im Jahr 2006 geringfügig geringere Forschungs- und Entwicklungskosten, wohingegen Eurocopter und Astrium gegenüber 2005 geringfügig höhere Aufwendungen auswiesen. Diese Veränderungen spiegeln auch die Aktivierung von zusätzlichen Forschungs- und Entwicklungskosten im Jahr 2006 in Höhe von € 411 Mio. als immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38 wider, von welchen sich € 335 Mio. auf die A380 beziehen.

Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen des Konzerns

Die sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns stellen Gewinne und Verluste aus Veräußerungen von Anlagevermögen, Mieteinnahmen und bestimmten Rückstellungen dar.

Im Jahr 2007 betrug der positive Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen € 136 Mio. nach € 109 Mio. im Jahr 2006. Der Anstieg in 2007 ist im Wesentlichen auf insgesamt niedrigere Aufwendungen sowie auf Gewinne aus dem Verkauf von Grundstücken und Gebäuden in Frankreich und Deutschland zurückzuführen.

Im Jahr 2006 betrug der positive Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen € 109 Mio. nach € 69 Mio. im Vorjahr. Der Anstieg ist im Wesentlichen Veräußerungsgewinnen in Höhe von € 127 Mio. zuzurechnen, welche im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit hauptsächlich aus dem Verkauf von LFK GmbH und TDW GmbH an MBDA während des Jahres 2006 entstanden sind.

Anteile am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis des Konzerns

Die „Anteile am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis“ des Konzerns umfassen grundsätzlich die Ergebnisse von Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie die Ergebnisse von nicht konsolidierten Beteiligungen.

Im Jahr 2007 weist die EADS € 296 Mio. Ertrag als „Anteil am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis“ aus, verglichen mit € 189 Mio. in 2006. Der Anstieg um € 107 Mio. resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an Dassault Aviation, die in 2007 eine positive IFRS Aufholung von € 17 Mio. (im Vergleich zu einer fehlenden IFRS Aufholung in 2006) beinhaltete sowie einem Kapitalertrag in Höhe von € 46 Mio. aus dem Verkauf des 2,13%igen Anteils von EADS an Embraer. Siehe Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS) – Anmerkung 9 „Anteile am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis“.

Im Jahr 2006 weist die EADS € 189 Mio. Ertrag als „Anteil am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis“ aus, verglichen mit € 225 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang um € 36 Mio. resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnis der at Equity Beteiligung an Dassault Aviation. In 2005 enthielt dieses Ergebnis einen nicht wiederkehrenden positiven Nachholeffekt für das Ergebnis von Dassault für das Jahr 2004 in Höhe von € 64 Mio.

Zinsergebnis des Konzerns

Das Zinsergebnis des Konzerns spiegelt den Saldo der Zinserträge und –aufwendungen wider, die sich aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ergeben, und beinhaltet Zinsaufwendungen für rückzahlbare Darlehen von europäischen Regierungen, die zur Finanzierung von Forschung- und Entwicklungsarbeiten gewährt werden.

Im Jahr 2007 wies die EADS einen konsolidierten Nettozinsaufwand von € (199) Mio. nach € (121) Mio. im Jahr 2006 aus. Die Verschlechterung ist hauptsächlich auf einen geringeren durchschnittlichen Bestand an Nettobarmitteln zurückzuführen, als Folge des Kaufs des 20%igen Anteil von BAE Systems an Airbus durch EADS im Oktober 2006, sowie auf höhere Zinsaufwendungen für die von europäischen Regierungen gewährten rückzahlbaren Darlehen.

Im Jahr 2006 wies die EADS einen konsolidierten Nettozinsaufwand von € (121) Mio. nach € (155) Mio. im Jahr 2005 aus. Die Verbesserung war hauptsächlich die Folge von niedrigeren Zinssätzen.

Übriges Finanzergebnis des Konzerns

Im Jahr 2007 verschlechterte sich das übrige Finanzergebnis auf € (538) Mio. nach € (123) Mio. im Jahr 2006. Die Verschlechterung um € (415) Mio. in 2007 resultiert im Wesentlichen aus (i) einem negativen Effekt in Höhe von € (202) Mio. in 2007 aus der Aufzinsung von Rückstellungen bei Airbus, die in 2006 einen negativen Effekt von € (22) Mio. hatten und (ii) einem negativen Effekt in Höhe von € (274) Mio. in 2007 aus der Währungsumrechnung von auf in US-Dollar lautenden flüssigen Mitteln in den Abschlüssen der in Euro bilanzierenden Konzerngesellschaften, im Vergleich zu einem negativen Effekt in Höhe von € (136) Mio. in 2006, sowie (iii) einem negativen Effekt in Höhe von € (5) Mio. aus der Marktbewertung von „eingebetteten Derivaten“ im Vergleich zu einem positiven Effekt in 2006 in Höhe von € 46 Mio. Als „eingebettete Derivate“ werden für Bilanzierungszwecke solche Finanzinstrumente erachtet, die in auf US-Dollar lautenden Bestellungen von Ausrüstungen enthalten sind, für die der US-Dollar nicht die international übliche Handelswährung für die Abwicklung solcher Bestellungen ist und auch nicht die funktionale Währung eines der Transaktionspartner darstellt. Siehe Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS) – Anmerkung 10 „Finanzierungsaufwendungen“.

Im Jahr 2006 verschlechterte sich das übrige Finanzergebnis auf € (123) Mio. nach € (22) Mio. im Jahr 2005. Die Verschlechterung um € (101) Mio. in 2006 resultiert im Wesentlichen aus einem negativen Effekt von € (136) Mio. aus der Währungsumrechnung von auf in US-Dollar lautenden flüssigen Mitteln in den Abschlüssen der in Euro bilanzierenden Konzerngesellschaften, die im Jahr 2005 zu einem positiven Effekt im übrigen Finanzergebnis in Höhe von € 147 Mio. geführt hat. Dieser negative Effekt wurde teilweise kompensiert durch einen positiven Effekt von € 46 Mio. aus der Marktbewertung von „eingebetteten Derivaten“.

Konzernertragsteuern

Im Jahr 2007 ergab sich ein Steuerertrag in Höhe von € 333 Mio., verglichen mit einem Steuerertrag in Höhe von € 81 Mio. im Jahr 2006. Der Anstieg ist bedingt durch einen steuerlichen Verlust in Höhe von € (770) Mio. in 2007 im Vergleich zu einem steuerlichen Ertrag von € 34 Mio. im Vorjahr. Siehe Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS) – Anmerkung 11 „Ertragsteuern“.

Im Jahr 2006 ergab sich ein Steuerertrag in Höhe von € 81 Mio., verglichen mit einem Steueraufwand in Höhe von € (825) Mio. in 2005. Die Verminderung der Ertragssteuern in 2006 war im Wesentlichen bedingt durch den Rückgang des Konzernergebnisses vor Ertragssteuern sowie einen steuerfreien Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der LFK GmbH und der TDW GmbH an MBDA. Der Rückgang wurde teilweise kompensiert durch eine höhere Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern bei Airbus.

Auf Anteile in Fremdbesitz entfallendes Ergebnis des Konzerns

Im Jahr 2007 beträgt das auf Anteile in Fremdbesitz entfallende Ergebnis des Konzerns € 9 Mio. im Vergleich zu € 16 Mio. im Jahr 2006. Es spiegelt überwiegend die Anteile von Daimler Luft- und Raumfahrtholding AG („DLRH“) an den Ergebnissen der Dornier GmbH wider. Der Rückgang des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses im Jahr 2007 insgesamt ergibt sich im Wesentlichen aus der Änderung der Konsolidierungsquote von MBDA von 50% auf 37,5% zum 1. Januar 2007. Als Ergebnis wird Finmeccancia’s Anteil an MBDA in Höhe von 12,5% nicht länger als Minderheitsanteil bei EADS erfasst. Siehe „Umfang und Änderungen des Konsolidierungskreises“.

Im Jahr 2006 betrugt das auf Anteile in Fremdbesitz entfallende Ergebnis des Konzerns € 16 Mio. im Vergleich zu € 34 Mio. im Vorjahr. Es spiegelte überwiegend die Anteile von Finmeccanica (€ 25 Mio.) und DLRH (€ 15 Mio.) an den Ergebnissen von MBDA bzw. der Dornier GmbH wider. Der Rückgang des auf Anteile in Fremdbesitz entfallenden Ergebnisses im Jahr 2006 insgesamt ergab sich aus Konsolidierungswirkungen von € (27) Mio. aus dem Verkauf der LFK GmbH und der TDW GmbH an MBDA.

Konzernergebnis (auf die Aktionäre der EADS N. V. entfallendes Periodenergebnis)

Aufgrund der oben beschriebenen Faktoren hatte EADS im Jahr 2007 ein Konzernergebnis von € (446) Mio. verglichen mit einem Konzernergebnis von € 99 Mio. in 2006 und € 1.676 Mio. im Jahr 2005.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ohne Verwässerungseffekte fiel um € (0,68) je Aktie von € 0,12 je Aktie in 2006 auf € (0,56) je Aktie in 2007. Zum 31. Dezember 2007 betrug die Anzahl der ausstehenden Aktien 804.209.475. Der zur Berechnung des Ergebnis je Aktie verwendete Nenner belief sich auf 803.128.221 Aktien, dies spiegelt die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Jahres ausstehenden Aktien wider. Für 2005 ergab sich bei der EADS ein Ergebnis je Aktie ohne Verwässerungseffekt von € 2,11.

Das Ergebnis je Aktie mit Verwässerungseffekt fiel um € (0,67) je Aktie von € 0,12 je Aktie in 2006 auf € (0,55) je Aktie in 2007. Der zur Berechnung des verwässerten Ergebnis je Aktie verwendete Nenner belief sich auf 805.548.401 Aktien, dies spiegelt die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Jahres ausstehenden Aktien, bereinigt um die Auswirkungen aller potenziellen Stammaktien wider. Für 2005 ergab sich bei der EADS ein Ergebnis je Aktie mit Verwässerungseffekt von € 2,09.

Siehe Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS) – Anmerkung 20 „Eigenkapital“ und Anmerkung 35 „Ergebnis je Aktie“.