Cashflow

Im Allgemeinen finanziert die EADS den Produktionsbetrieb und die Produktentwicklungen, insbesondere die Entwicklung neuer Verkehrsflugzeuge, über eine Kombination aus durch die betriebliche Tätigkeit generierten Zahlungseingänge, Vorauszahlungen von Kunden, Partnerschaften mit Zulieferern zur Risikoteilung und rückzahlbaren Darlehen von europäischen Regierungen. Die militärischen Aktivitäten der EADS profitieren daneben von staatlich finanzierten Forschungs- und Entwicklungsaufträgen. Falls es erforderlich ist, könnte die EADS Geldmittel an den Kapitalmärkten aufnehmen.

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der konsolidierten Nettoliquidität des EADS-Konzerns über die angegebenen Zeiträume

(1)

Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ohne Veränderungen des Working Capital.

(2)

Beinhaltet nicht (i) Investitionen in oder Veräußerungen von „zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren“ (2005: Veräußerung von € 1.008 Mio.; 2006: Veräußerung von € 3.357 Mio., Zugang von € 2.641 Mio. für 2007), die ausschließlich für Zwecke dieser Nettoliquiditäts­darstellung als Zahlungsmittel und nicht als Finanzanlagen klassifiziert werden, (ii) Veränderungen der Zahlungsmittel aus Änderungen des Konsolidierungskreises (2005: € 12 Mio.; 2006: € 0 Mio., 2007: € (249) Mio.), (iii) Beitrag zum Planvermögen von Pensionsprogrammen (€ (303) Mio. für 2007)); oder (iv) Veränderung der Kundenfinanzierung, sofern kein Rückgriffsrecht auf EADS besteht (€ (121) Mio. für 2005).

(3)

Zahlungen beinhalten den Kaufpreis von € 2.750 Mio. für den 20%igen Anteil an Airbus sowie die von Airbus an BAE Systems gezahlte Dividende in Höhe von € 129 Mio.

(in Mio. €)

2007

2006

2005

 

 

 

 

Nettoliquidität des Konzerns
am 1. Januar

4.229

5.489

3.961

Brutto-Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit(1)

3.862

3.541

3.868

Veränderungen der sonstigen betrieblichen Vermögenswerte und Schulden (Working Capital)

1.175

(143)

1.239

davon Paradigm Refinanzierung

1.158

98

0

Cashflow aus der Investitionstätigkeit(2)

(1.550)

(1.369)

(2.694)

davon industrielle Investitionen

(2.028)

(2.708)

(2.818)

davon Kundenfinanzierung

61

1.160

174

davon Sonstige

417

179

(50)

Kapitalerhöhung

46

94

187

Beitrag zum Planvermögen von Pensionsprogrammen

(303)

0

0

Erwerb eigener Anteile

0

(35)

(288)

Barauszahlung an die Aktionäre der EADS N.V./Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter

(98)

(536)

(396)

Zahlung bezogen auf Verbindlichkeiten aus Minderheitenanteilen mit Verkaufsoptionen

0

(2.879)(3)

(93)

Sonstige Änderungen der Finanzlage

(337)

67

(295)

Nettoliquidität des Konzerns
zum 31. Dezember

7.024

4.229

5.489

Free Cash Flows

3.487

2.029

2.413

davon Free Cash Flow vor Kundenfinanzierung

3.426

869

2.239

Die Nettoliquidität des Konzerns zum 31. Dezember 2007 belief sich auf € 7,0 Mrd., ein Anstieg von 66,1% im Vergleich zum 31. Dezember 2006. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen (i) aus einem stabilen operativen Cashflow in Höhe von € 3,9 Mrd. sowie positiven Veränderungen des Working Capital in Höhe von € 1,2 Mrd. Der Anstieg wurde teilweise durch Investitionstätigkeit kompensiert, die einen Betrag von € (1,6) Mrd. beanspruchten sowie durch Beiträge zum Planvermögen von Pensionsprogrammen in Deutschland in Höhe von € (303) Mio.

Brutto-Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit

Der Brutto-Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in 2007 wurde im Vergleich zum EBIT* weniger von Einmaleffekten beeinflusst und beträgt zum 31. Dezember 2007 € 3.862 Mio., verglichen zu € 3.541 Mio. in 2006 und € 3.868 Mio. im Jahr 2005.

Veränderungen der sonstigen betrieblichen Vermögenswerte und Schulden (Working Capital)

Das Working Capital setzt sich zusammen aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Vermögenswerten und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Verbindlichkeiten (einschließlich Kundenanzahlungen) und passiven Rechnungsabgrenzungsposten.

Die Veränderungen im Working Capital hatten im Jahr 2007 eine positive Auswirkung von € 1,2 Mrd. auf die Nettoliquidität, verglichen mit einem negativen Beitrag von € (0,1) Mrd. im Jahr 2006. Im Jahre 2007 war der Hauptfaktor für die positive Veränderung des Working Capital die Vorauszahlungen von Kunden in Höhe von € 4,8 Mrd. von denen € 1,2 Mrd. aus der Absicherung von zukünftigen Forderungen (garantierte Kundenzahlungen) resultierten, die sich aus dem Erreichen eines wichtigen Meilensteins im Paradigm Programm in 2007 ergaben. Etwa die Hälfte der verbleibenden € 3,6 Mrd. der Vorauszahlungen von Kunden erfolgte bei Airbus. Die positive Veränderung bei den erhaltenen Anzahlungen wurde teilweise durch die Veränderung des Bruttovorratsvermögens (€ (3,0) Mrd.) kompensiert, verursacht durch einen gestiegenen Vorratsbestand aller Geschäftsbereichen, insbesondere bei Airbus mit etwa der Hälfte.

In 2006 war der Hauptfaktor für die negative Veränderung des Working Capitals die Veränderung im Bruttovorratsvermögen (€ (1,9) Mrd.), welche im Wesentlichen auf den Produktionshochlauf der A380 bei Airbus zurückzuführen war, teilweise kompensiert durch den Zufluss von Vorauszahlungen von Kunden (€ 1,6 Mrd.).

Rückzahlbare Darlehen europäischer Regierungen. Zum 31. Dezember 2007 betrugen die in der Bilanz unter den Posten „langfristige sonstige Verbindlichkeiten“ und „kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten“ ausgewiesenen rückzahlbaren Darlehen europäischer Regierungen, einschließlich aufgelaufener Zinsen, € 5,3 Mrd.

Im Jahr 2007 gingen € 0,2 Mrd. neue rückzahlbare Darlehen europäischer Regierungen ein, während € 0,4 Mrd. zurückgezahlt wurden. Die für 2007 aufgelaufenen Zinsen in Höhe von € 0,3 Mrd. werden in der Bilanz unter den Posten „langfristige sonstige Verbindlichkeiten“ und „kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten“ ausgewiesen.

Die nachstehende Tabelle zeigt eine Aufstellung der ausstehenden Gesamtbeträge der von europäischen Regierungen erhaltenen rückzahlbaren Darlehen nach Produkt/Projekt.

(in Mrd. €)

2007

2006

2005

 

 

 

 

Long Range & Wide Body

1,3

1,5

1,8

A380

3,5

3,3

2,8

Eurocopter

0,2

0,2

0,2

Sonstige

0,3

0,4

0,5

Summe

5,3

5,4

5,3

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Das Management teilt den Cashflow aus der Investitionstätigkeit in drei Kategorien ein: (i) industrielle Investitionen, (ii) Kundenfinanzierung und (iii) Sonstiges.

Industrielle Investitionen. Industrielle Investitionen (Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) beliefen sich im Jahr 2007 auf € 2,0 Mrd. nach € 2,7 Mrd. im Jahr 2006 und € 2,8 Mrd. im Jahr 2005. Investitionsausgaben für das A380-Programm betrugen im Jahr 2007 € 0,2 Mrd. nach € 0,7 Mrd. im Jahr 2006 und € 0,8 Mrd. in 2005 (einschließlich aktivierter Forschungs- und Entwicklungskosten).

Der verbleibende Anteil an Investitionen in 2007 bezieht sich mit € 0,7 Mrd. auf andere Programme bei Airbus (hauptsächlich für das A400M-Programm) sowie mit € 1,1 Mrd. auf weitere Programme in den anderen Geschäftsbereichen, einschließlich des Aufbaus der Skynet 5 Satelliten von Paradigm und der laufenden Geschäftstätigkeit. Ohne Airbus und Paradigm wenden die anderen Geschäftsbereiche der EADS jährlich rund € 0,7 Mrd. für Investitionen im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit auf. Investitionen in Flugzeug-Leasinggeschäfte werden unter Kundenfinanzierung und nicht unter den industriellen Investitionen ausgewiesen, auch wenn die zugrunde liegenden Vermögenswerte letztlich als Sachanlagen erfasst werden.

Für den Zeitraum von 2008 bis 2009 wird erwartet, dass der Großteil der Aufwendungen für Investitionen der EADS im Zusammenhang mit dem Airbus-Geschäft anfallen werden – insbesondere für das A350 XWB-Programm. Im Rahmen der geplanten Ausgliederung von Airbus-Betriebsstätten werden derzeit feste Verpflichtungen im A350 XWB-Programm mit Risk Sharing Partnern verhandelt.

Kundenfinanzierung. Die EADS strebt eine Strukturierung der Finanzierung in der Form an, dass die zukünftige Weiterveräußerung oder Reduzierung der Risikoposition erleichtert wird. Bei einer Bruttorisikoposition auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten betrugen die Mittelzuflüsse aus Kundenfinanzierung in 2007 € 61 Mio. im Vergleich zu einem außergewöhnlich hohen Niveau von € 1.160 Mio. in 2006. Der Zahlungsmittelzufluss in 2006 und 2007 resultiert insbesondere aus Zahlungseingängen für Weiterveräußerungen sowie Rückzahlungen noch ausstehender Finance Leases und Darlehen während des Jahres, die die Zugänge in der Kundenabsatzfinanzierung mehr als ausgeglichen haben. Siehe „Absatzfinanzierung“.

Sonstige. Im Jahr 2007 spiegelt der positive Betrag von € 417 Mio. hauptsächlich den Verkauf von Gebäuden und Beteiligungen an kleinen Gesellschaften sowie den Verkauf von Anteilen an Embraer wider. In 2006 spiegelte der positive Betrag in Höhe von € 179 Mio. den Verkauf der LFK GmbH an MBDA sowie sonstige Vermögensverkäufe wider.

Free Cash Flow

Auf Grund der oben dargelegten Faktoren belief sich der positive Free Cash Flow im Jahr 2007 auf € 3,5 Mrd. nach € 2,0 Mrd. im Jahr 2006 und € 2,4 Mrd. im Jahr 2005. Der positive Free Cash Flow vor Kundenfinanzierungen betrug € 3,4 Mrd. im Jahre 2007 nach € 0,9 Mrd. im Jahr 2006 und € 2,2 Mrd. im Jahr 2005.

Beitrag zum Planvermögen von Pensionsprogrammen

Der Zahlungsmittelabgang in Höhe von € (0,3) Mrd. im Jahr 2007 bezieht sich auf die Einführung eines „Contractual Trust Arrangement“ (CTA) zur Zuweisung und Erzeugung von Pensionsplanvermögen gemäß IAS 19. Das CTA wurde ursprünglich durch den Beitrag einiger EADS-Gesellschaften in Deutschland in Höhe von € 0,5 Mrd. in Form einer Einzahlung von Zahlungsmitteln und Wertpapiere finanziert (davon € 0,3 Mrd. in Zahlungsmittel, € 0,2 Mrd. in Wertpapieren, welche nicht als Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert waren). Siehe Erläuterungen zur Konzernbilanz (IFRS) – Anmerkung 22 b) „Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“. EADS könnte im Lauf der Zeit zusätzliche Beiträge zum Planvermögen leisten, um die Rückstellungen für betriebliche Altersversorgung in der Bilanz zu reduzieren.

Sonstige Änderungen der Finanzlage

Im Jahr 2007 spiegelt der Zahlungsmittelabfluss in Höhe von € (337) Mio. die Veränderung der Konsolidierungsquote von MBDA von 50% in 2006 auf 37,5% in 2007 wider. Der Zahlungsmittelzufluss in Höhe von € 67 Mio. im Jahr 2006 spiegelt im Wesentlichen die Einflüsse der Währungseffekte auf die finanziellen Verbindlichkeiten wider.