EADS

Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS)

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

(in Mio. €)

2007

2006

2005

 

 

 

 

Laufender Steueraufwand

(64)

(112)

(439)

Latenter Steuerertrag (-aufwand)

397

193

(386)

Gesamt

333

81

(825)

EADS N.V. als Muttergesellschaft mit Sitz in Amsterdam (Niederlande) wendet zum 31. Dezember 2007 den nach niederländischem Steuerrecht gültigen Steuersatz von 25,5% (2006: 29,6%; 2005: 31,5%) an. In 2006 wurde ein neues Gesetz verabschiedet, nach dem der Steuersatz vom Jahr 2007 an auf 25,5% sinkt.

Aktive und passive latente Steuern für französische Tochtergesellschaften wurden zum 31. Dezember 2007 und 2006 mit den jeweils geltenden Steuersätzen von 34,43% für temporäre Differenzen berechnet. In Frankreich betrug der für 2004 anzuwendende Ertragsteuersatz 33 1/3% plus Zuschlägen von 3% („contribution additionelle“) und 3,3% („contribution sociale“). Im Jahr 2004 wurde das französische Jahressteuergesetz für 2005 (FFL) verabschiedet, was zu einem Rückgang des Zuschlags „contribution additionelle“ auf 1,5% in 2005 und auf Null ab 2006 geführt hat. Folglich beträgt der für 2007 und 2006 anzuwendende Steuersatz in Frankreich 34,43% (2005: 34,93%).

Im Jahr 2007 wurde von der der deutschen Bundesregierung eine neue Steuergesetzgebung („Unternehmensteuerreformgesetz 2008“) verabschiedet, durch die mit Wirksamkeit vom 1. Januar 2008 der Körperschaftsteuersatz von 25% auf 15% gesenkt wird. Zusätzlich zu der Körperschaftsteuer wird ein Solidaritätszuschlag von 5,5% berechnet. Die Bemessungsgrenze für die Gewerbesteuer wurde von 5% auf 3,5% gesenkt, im Gegenzug wurde jedoch die Steuerabzugsfähigkeit der Gewerbesteuer abgeschafft. Insgesamt beläuft sich der verabschiedete Steuersatz für deutsche latente Steuern zum 1. Januar 2007 auf 30% (2006 und 2005: 38,5%).

Bezüglich der spanischen Konzerngesellschaften verabschiedete die spanische Regierung am 28. November 2006 eine Änderung des Körperschaftsteuersatzes für die Jahre 2007 und 2008. Zum 1. Januar 2007 sank der spanische Körperschaftsteuersatz von 35% auf 32,5% und wird von 2008 an auf 30% gesenkt werden. Aktive und passive latente Steuern für spanische Konzerngesellschaften wurden demgemäß mit einem Steuersatz von 30% berechnet.

Bei allen anderen ausländischen Tochtergesellschaften werden die jeweiligen nationalen Steuersätze angewandt, darunter in Großbritannien 28% (2006: 30%).

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom zu erwartenden Ertragsteuerergebnis – bei Anwendung des niederländischen Ertragsteuersatzes von 25,5% zum 31. Dezember 2007, 29,6% zum 31. Dezember 2006 und 31,5% zum 31. Dezember 2005 – zum ausgewiesenen Steueraufwand. Die Überleitungspositionen stellen neben Unterschieden in den nationalen Ertragsteuersätzen und Änderungen in den Steuersätzen nicht zu versteuernde Gewinne bzw. nicht abzugsfähige Aufwendungen aus permanenten Differenzen zwischen dem zu versteuernden Einkommen nach Landesrecht und dem Jahresabschluss nach IFRS dar:

(in Mio. €)

2007

2006

2005

 

 

 

 

Ergebnis vor Ertragsteuern

(770)

34

2.535

* Ertragsteuersatz

25,5%

29,6%

31,5%

Erwarteter Steuerertrag (-aufwand)

196

(10)

(799)

Auswirkungen aus dem Ertragsteuersatzunterschied

133

65

(54)

Beteiligungsergebnis/
Ergebnis von assoziierten Unternehmen

109

103

62

Steuergutschriften für F&E-Aufwendungen

20

34

35

Veränderungen des Ertragsteuersatzes

(106)

85

(1)

Änderung Wertberichtigung aktiver latenter Steuern

(3)

(198)

(14)

Steuerfreies Einkommen und nicht abzugsfähiger Aufwand

(19)

(30)

(28)

Sonstige

3

32

(26)

Ausgewiesener Steuerertrag (-aufwand)

333

81

(825)

Die Änderung der Wertberichtigung spiegelt die aktuelle Einschätzung der Erzielbarkeit des latenten Steueranspruchs für eine steuerpflichtige Einheit in absehbarer Zukunft wider. Im Jahr 2006 stiegen die Wertberichtigungen bei Airbus an, während andere bei Astrium teilweise aufgelöst wurden. Darüber hinaus wurde im Jahr 2006 eine Betriebsprüfung von DASA für die Jahre 1994 bis 1999 abgeschlossen. Entsprechend der EADS-Gesellschaftervereinbarung, wurden die daraus resultierenden Steueraufwendungen von der Daimler AG erstattet. Die aktiven latenten Steuern wurden entsprechend angepasst und führen zu einem Überleitungsposten in Höhe von € 39 Mio., der in „Sonstige“ enthalten ist.

Latente Steuern spiegeln temporäre Bewertungsdifferenzen von bestimmten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aufgrund eines unterschiedlichen Wertansatzes nach Steuerrecht und IFRS wider. Zukünftige steuerliche Auswirkungen aus operativen Verlusten und vortragsfähigen Steuergutschriften werden ebenfalls bei der Berechnung der latenten Steuern berücksichtigt.

Latente Steuern wurden für folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gebildet:

(1)

„Sonstige“ beinhaltet Fremdwährungseffekte und Konsolidierungskreisänderungen.

 

31. Dezember 2006

Berücksichtigung im Eigenkapital

Erfolgswirksame
Berücksichtigung

31. Dezember 2007

(in Mio. €)

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

OCI/
IAS 19

Sons-
tige(1)

Steuergut-
schriften für F&E-Auf-
wendungen

Latenter Steuerertrag (-aufwand)

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immaterielle Vermögenswerte

14

(209)

0

(24)

0

48

22

(193)

Sachanlagen

106

(1.224)

0

20

0

103

152

(1.147)

Finanzanlagen

51

(97)

4

0

0

137

131

(36)

Vorräte

669

(227)

0

(10)

0

33

895

(430)

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

87

(2.445)

(6)

0

0

218

84

(2.230)

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

1

(23)

0

15

0

(8)

1

(16)

Pensionsrückstellungen

1.043

0

(173)

(3)

0

(225)

642

0

Sonstige Rückstellungen

944

(71)

0

(3)

0

722

1.752

(160)

Verbindlichkeiten

782

(508)

129

(8)

0

(359)

690

(654)

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

529

(24)

0

(7)

0

(36)

486

(24)

Steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften

1.425

0

0

(26)

45

(296)

1.148

0

Aktive (passive) latente Steuern vor Saldierung

5.651

(4.828)

(46)

(46)

45

337

6.003

(4.890)

Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern

(664)

0

0

8

0

60

(596)

0

Saldierung

(2.363)

2.363

0

0

0

0

(2.702)

2.702

Latente Steuern (netto)

2.624

(2.465)

(46)

(38)

45

397

2.705

(2.188)

Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern basieren auf einer Einschätzung des Managements über den Grad der zukünftigen Realisierbarkeit. Die heutige Einschätzung der Höhe der als realisierbar betrachteten aktiven latenten Steuern kann sich in Abhängigkeit von der zukünftigen Ertragslage des Konzerns ändern und höhere oder niedrigere Wertberichtigungen der aktiven latenten Steuern erforderlich machen. Der Konzern hat verschiedene ungeklärte Themen bezüglich noch nicht abgeschlossener Steuerjahre mit verschiedenen Steuerrechtsprechungen. EADS geht davon aus, dass angemessene Rückstellungen für zukünftige Ertragsteuerzahlungen für die nicht abgeschlossenen Jahre gebildet sind. Konzerngesellschaften, die in zwei oder mehr aufeinander folgenden Jahren Verluste erwirtschafteten, weisen insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von € 35 Mio. (2006: € 102 Mio.) aus. Untersuchungen zeigen, dass sich diese aktiven latenten Steuern in Zukunft realisieren werden durch (i) eigene erwartete Gewinne, oder durch (ii) Gewinne von anderen Gesellschaften, die der selben steuerlichen Organschaft angehören („régime d’intégration fiscale“ in Frankreich, „steuerliche Organschaft“ in Deutschland) oder durch (iii) Anwendung des „Loss Surrender-Agreement“ in Großbritannien.

Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften:

(in Mio. €)

Frank-
reich

Deutsch-
land

Spanien

Groß-
britannien

Nieder-
lande

Sonstige Länder

31. Dezember 2007

31. Dezember 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steuerliche Verlustvorträge

507

630

58

1.610

17

43

2.865

3.514

Gewerbesteuerliche Verlustvorträge

0

586

0

0

0

0

586

880

Vortragsfähige Steuergutschriften

0

0

300

0

5

0

305

249

Steuereffekt

174

183

318

451

10

12

1.148

1.425

Wertberichtigungen

(28)

(77)

0

(399)

0

(4)

(508)

(513)

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften

146

106

318

52

10

8

640

912

In Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind steuerliche Verlustvorträge, Veräußerungsverluste und gewerbesteuerliche Verlustvorträge unbegrenzt vortragsfähig. In Spanien verfallen steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften nach 15 Jahren. Die ersten Steuergutschriften werden in 2014 in Höhe von € 2 Mio. verfallen. In den Niederlanden verfallen Verlustvorträge und Steuergutschriften nach 9 Jahren.

Entwicklung der latenten Steuern:

(in Mio. €)

2007

2006

 

 

 

Aktive latente Steuern netto zu Jahresbeginn

159

604

Latenter Steuerertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung

397

193

Latente Steuern (direkt im AOCI gebucht; IAS 39)

127

(638)

Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne aus leistungsorientierten Plänen

(173)

(24)

Sonstige

7

24

Aktive latente Steuern netto zum Jahresende

517

159

Direkt im AOCI gebuchte latente Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

(in Mio. €)

2007

2006

 

 

 

Zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere

(2)

(6)

Cashflow-Hedges

(1.582)

(1.705)

Versicherungsmathematische Verluste aus leistungsorientierten Plänen

226

399

Gesamt

(1.358)

(1.312)