Geschäftsbericht und Referenzdokument 2003

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Aus den Geschäftsbereichen

Airbus

Für Airbus war 2003 ein historisches Jahr. Mit seiner umfassenden Flugzeugfamilie von der A318 mit 100 Sitzen bis zur 555-sitzigen A380, deren Produktion inzwischen angelaufen ist, hat Airbus weltweit die Marktführerschaft übernommen. Airbus hat seine Auslieferungsziele erreicht, seinen Hauptwettbewerber erstmals überflügelt und seine Stellung konsolidiert – für den erwarteten Wiederaufschwung ist Airbus damit bestens positioniert.

Jahresrückblick 2003

2003 war nicht nur ein historisches Jahr, sondern auch ein schwieriges: Der Konflikt im Irak, die Lungenkrankheit SARS und die schlechten Konjunkturaussichten brachten große Unsicherheit mit sich. Dennoch wirtschaftete Airbus sehr behutsam und effektiv, und es gelang sogar, die Rentabilität zu steigern: 2003 erreichte die EBITMarge vor F&E 16,5%.

           
           
(€ Mio. ) 2003   2002   Veränderung in %
Umsatz 19.048   19.512   –2
EBIT 1.353   1.361   –1
Auftragseingang 39.904   19.712   102
Auftragsbestand 141.836   140.996   1
(in Stückzahlen) 2003   2002   Veränderung in %
Auslieferungen 305   303   1
Auftragsbestand 1.454   1.505   –3

Umsatz nach Märkten (%): Zivil 100
 
 

Höhepunkte 2003

  • Airbus wird Weltmarktführer
  • Auftragsbestand für die A380 erreicht 129 Flugzeuge
  • Airbus beteiligt sich an drei bedeutenden Verteidigungsprojekten
 


Das Programm A380 durchläuft derzeit seine investitionsstärkste Phase. Dies zeigt sich insbesondere an den Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E), die im Berichtsjahr auf ein Rekordniveau von 10% des Umsatzes gestiegen sind; nach F&E lag die EBIT-Marge bei 7,1%.

Die Liquidität blieb eines der wichtigsten Management-Themen. Unterstützend wirkten die kontinuierlichen Kundenanzahlungen, die für regelmäßige Einnahmen sorgten.

Die zusätzliche Finanzierung von Kundenaufträgen – für Flugzeugbauer ein entscheidendes Vertriebsinstrument bei schwierigen Marktbedingungen – wurde streng kontrolliert, und den Anstieg des Kundenfinanzierungsrisikos konnten wir netto auf moderate 3% des Umsatzes begrenzen.

 

Geschäftsergebnisse

Die Flugzeugauslieferungen übertrafen mit 305 Maschinen geringfügig das Jahresziel für 2003 (300 Flugzeuge) sowie den Wert von 2002 (303 Flugzeuge). Dies entspricht einem weltweiten Marktanteil von 52%.

24 Airbus-Kunden (darunter vier Neukunden) erteilten 284 Festaufträge im Wert von US$ 32,8 Mrd. (zu Katalogpreisen). Der Nettoauftragseingang nach Stornierungen lag bei 254 Maschinen. Ende Dezember 2003 wurde ein Gesamtauftragsbestand von 1.454 Flugzeugen ausgewiesen, was beim aktuellen Fertigungstakt einer Produktionsauslastung von rund fünf Jahren entspricht.

Insgesamt bestätigt dieses Ergebnis die Führungsposition, die Airbus in allen Marktsegmenten einnimmt. Die oben genannte breite Produktpalette ist heute der Maßstab für die gesamte Branche. Von besonderer Bedeutung ist der Marktanteil des Airbus A330/A340 von über 80% im Segment der Langstrecken-Großraumflugzeuge. Und auch die Erfolge bei den anderen Airbus-Modellen können sich sehen lassen:

A318

A320 Familie Die ersten Auslieferungen der A318, des kleinsten Mitglieds der Airbus-Familie von
Single-Aisle-Flugzeugen, gingen an die US-Fluggesellschaft Frontier Airlines und an
Air France. Die A318 bietet in der Standardauslegung Platz für 107 Fluggäste.
A320 Familie

A340

Die ersten Flugzeuge vom Typ A340-500, des Linienjets mit der größten je erzielten Reichweite, wurden an Emirates, Qatar und Singapore Airlines geliefert. Dieses Flugzeug ermöglicht es den Fluggesellschaften, neue, sehr lange Nonstop-Flugrouten zu bedienen, zum Beispiel von Sydney nach Dubai oder von Los Angeles nach Singapur.

A380

Beluga Die Arbeit an der doppelstöckigen A380 macht gute Fortschritte. Vergangenes Jahr gingen Aufträge von vier Kunden ein – inklusive dreier Neukunden für die A380. Der Auftragsbestand stieg hierdurch zum Jahresende 2003 auf insgesamt 129 Airbus A380. Dies bestätigte das große Marktinteresse an diesem Flugzeugtyp, der neue Maßstäbe setzt.
Beluga

Im A380-Programm sind derzeit weltweit mehr als 6.000 Personen an verschiedenen Airbus-Standorten beschäftigt, die über das Airbus-interne Concurrent Engineering System zusammenarbeiten. In den Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien kommt die Fertigung planmäßig voran; zudem steht der Abschluss der Bauarbeiten am 50 Hektar großen neuen Haupt-Montagewerk in Toulouse bevor.

2003 wurden einige wesentliche Unterbaugruppen fertig gestellt, einschließlich der Flügelmittelkästen, der Nase, der vorderen Rumpfabschnitte und der Tragflächen. Der komplexe Auslieferungsweg mit einer Kombination aus Hochsee-, Binnenschiff-, Straßen- und Lufttransporten hat seine Testläufe mit Erfolg absolviert und soll noch im Frühjahr 2004 erstmals genutzt werden.

Die Zuteilung der Arbeitspakete für das Projekt ist im Wesentlichen abgeschlossen: Bis Ende 2003 hatte Airbus wertmäßig 98% aller Unteraufträge an Subauftragnehmer vergeben. Die Liste der Lieferanten für die A380 umfasst Anbieter aus zahlreichen Ländern, darunter Japan, Südkorea, Malaysia und Australien.

A380-Produktion

Anfang 2005 soll der Airbus A380 zu seinem Jungfernflug starten. 2003 begann die Fertigung großer Komponenten, und im August des Berichtsjahrs wurde mit dem Holmkasten die erste umfassende Baugruppe in Saint Nazaire angeliefert. An der Produktion beteiligen sich Airbus- Werke in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien, die über das „Airbus Concurrent Engineering System“ vernetzt zusammenarbeiten.
  Fertigung des A380-Cockpits
    Fertigung des A380-Cockpits
Dieses weitgehend IT-gestützte System verkürzt den Entwicklungszyklus, optimiert die Produktion, erleichtert die Markteinführung – und spart Einmalkosten. 2003 fanden bereits erste Testfahrten statt, um sicherzustellen, dass Bauart und Ausgestaltung der Lastzüge mit der Infrastruktur der Verkehrswege zum Endmontage-Standort Toulouse kompatibel sind.

Militärprogramme

Testlauf für den Transport der wichtigsten A380-KomponentenTestlauf für den Transport der wichtigsten A380-Komponenten Airbus stellt seine Erfahrung und seine Kapazitäten mit großem Erfolg in den Dienst dreier umfassender Verteidigungsprogramme: des militärischen Transportflugzeugs A400M, des strategischen Tankflugzeugs MRTT (Multi-Role Tanker Transport) auf der Basis der Zivilflugzeuge A330-200 und A310-300 sowie Großbritanniens künftigen strategischen Tankflugzeugs FSTA (Future Strategic Tanker Aircraft), das ebenfalls auf der A330-200 basiert. Im Rahmen dieser Programme fertigt und liefert Airbus die Flugzeuge an den EADS-Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge, der für ihre Integration und Vermarktung zuständig ist. Diese Geschäftstätigkeit schafft für Airbus einen wirtschaftlichen Puffer gegen Konjunkturschwankungen am Zivilmarkt.
   

Frachtflugzeuge von Airbus

Gegenwärtig sind mehr als 150 Airbus-Frachter für Betreiber wie etwa FedEx, DHL, TNT, Air Hong Kong oder UPS im Einsatz. Die A300F4-600R ist das branchenweit am häufigsten verkaufte Flugzeug, und 2003 kamen weitere sechs Neuaufträge hinzu; der Gesamtauftragsbestand stieg hierdurch auf 61 Maschinen.

Mit der Einführung der A380-800F, die auf der doppelstöckigen A380 basiert und 150 Tonnen Fracht aufnimmt, erschließt Airbus heute das oberste Kapazitätssegment des Frachtflugzeugmarktes. Das Flugzeug fasst nicht weniger als 71 große Frachtpaletten – stolze 30% mehr als der nächst größere Konkurrent. Da sie bei den Kunden auf großes Interesse stößt, könnte die Fertigung der Passagierversion eines neuen Flugzeugtyps erstmals in der Geschichte zeitgleich zur Produktion der Frachtversion freigegeben werden. Für die A380-Frachtversion liegen heute 17 Festaufträge von drei Kunden vor. Die ersten Auslieferungen sind für 2008 geplant.

Ausblick

Für 2004 stellt sich Airbus weiterhin auf ein schwieriges Marktumfeld ein, das sich zum Jahresende hin jedoch stabilisieren und 2005 in einen Aufschwung übergehen könnte. Nach 305 Auslieferungen im Jahr 2003 streben wir für die laufende Berichtsperiode erneut einen Wert um 300 Flugzeuge an. Airbus setzt sein Budget für Forschung und Entwicklung, das mehr als zur Hälfte in das A380-Programm fließen wird, mit ca. € 1,8 Mrd. etwa in gleicher Höhe an wie 2002. In diesem F&E-Budget sind auch € 100 Mio. enthalten, die gemäß den Internationalen Rechnungslegungs-Vorschriften für Entwicklungskosten nach IAS38 zurückzustellen sind. Dank des umfangreichen Hedging-Portfolios auf EADS-Ebene dürfte Airbus die Volatilität und Schwäche des US$/€-Wechselkurses in den Jahren 2004 und 2005 nichts anhaben. In den Jahren danach wird das Kostensenkungsprogramm „Route 06" die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegen die Folgen einer dauerhaften Dollarschwäche noch zusätzlich stärken.

Längerfristig wird ein jährliches Wachstum des weltweiten Luftverkehrs um ca. 5% prognostiziert. Zudem sollen die bestehenden Überkapazitäten an Verkehrsflugzeugen wegfallen. Airbus verfügt über eine höchst konkurrenzfähige, in ihrer Vollständigkeit und Modernität branchenweit unerreichte Flugzeugfamilie und damit über eine hervorragende Ausgangs-position, um von der für 2005 erwarteten Markterholung optimal zu profitieren – ein Jahr vor der Inbetriebnahme der A380. Und in dem Maße, wie dieser Termin näher rückt, werden wir unsere F&E-Ausgaben Zug um Zug zurückfahren.